Harvey Weinstein: Verfahren im Fall Jessica Mann eingestellt
Für den früheren US-Filmproduzenten Harvey Weinstein (74) wird es in New York keinen vierten Prozess im Fall Jessica Mann geben. Die Staatsanwaltschaft hat die Vergewaltigungsanklage fallengelassen, wie US-Medien berichten.
Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg begründete das Aus des Verfahrens damit, dass Mann nicht erneut aussagen wolle. "Um es klar zu sagen: Wir glauben der Schilderung von Frau Mann und ihrer Glaubwürdigkeit als Zeugin", teilte er laut "CBS News" mit. Es sei eine "außergewöhnlich zermürbende Tortur" für sie gewesen. "Wir danken ihr für ihre Ehrlichkeit und ihren enormen Mut."
Keine Einigung in drei Prozessen
Im vorherigen Verfahren hatten sich die Geschworenen nach mehreren Tagen Beratung nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen können. Mann hatte auch im dritten Prozess mehrere Tage lang ausgesagt. Sie schilderte eine zunächst einvernehmliche Beziehung, 2013 sei sie jedoch von Weinstein vergewaltigt worden. Weinsteins Verteidigung sprach von einer einvernehmlichen Beziehung.
Die Anwälte des ehemaligen Produzenten sagten nach der Entscheidung über das Verfahren: "Die Anklagen von Jessica Mann gegen Mr. Weinstein hätten niemals erhoben werden dürfen, da Harvey und Jessica eine fünf Jahre dauernde, liebevolle Beziehung führten. Die Tatsache, dass drei Jurys diesen Fall verhandelt haben, ohne zu dem Schluss zu kommen, dass Mr. Weinstein eine Straftat begangen hat, ließ dem Bezirksstaatsanwalt kaum eine andere Wahl, als die Anklagen fallenzulassen." Weinstein selbst bestreitet alle Vorwürfe.
Weinstein sitzt weiterhin im Gefängnis
Weinstein war 2020 in New York wegen Sexualdelikten und Vergewaltigung verurteilt worden, dieses Urteil wurde jedoch 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Dennoch befindet er sich weiterhin in Haft: In einem separaten Verfahren in Kalifornien wurde er 2022 wegen weiterer Sexualdelikte, darunter Vergewaltigung, zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
- Themen:
