Italien-Enttäuschung: Hape Kerkeling will "dort nicht mehr sein"

Hape Kerkeling spricht in einem neuen Interview offen darüber, warum er Italien verlassen hat. Der Entertainer berichtet über die Diskriminierung, die er als schwuler Mann erlebt hat, über "tagtägliche" Demütigungen und darüber, was er an Deutschland besonders schätzt.
(ili/spot) |
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Entertainer Hape Kerkeling kehrte Italien den Rücken.
Entertainer Hape Kerkeling kehrte Italien den Rücken. © imago/APress / A-way!/ Sabina Spoettel

Lange äußerte sich Hape Kerkeling (61) nicht öffentlich dazu, weshalb er Italien verlassen hat. Nun erklärt er im Interview mit dem Magazin "stern" (Ausgabe vom 19. März): "Ich wurde in Italien als schwuler Mann so diskriminiert, dass ich dort nicht mehr sein wollte."

Der deutsche Entertainer hatte über Jahre hinweg mehrere Monate im Jahr in Italien verbracht. Was er dort erlebte, beschreibt er im Doppelinterview mit Comedienne Tahnee (33) als "tagtägliche" Dauerbelastung: "Das war unterirdisch. Italien ist nicht auf der Höhe der Zeit", sagt er. Mit Blick auf die aktuelle Regierung in Rom fällt sein Urteil noch schärfer aus: "Jede Kooperation mit der Regierung unter Meloni ist ein Schritt in die falsche Richtung." Die rechtsnationale Politikerin Giorgia Meloni (49) ist seit Oktober 2022 Italiens erste Ministerpräsidentin; die Legislaturperiode endet 2027.

Kerkeling zieht dabei auch einen Vergleich zu anderen Ländern. In Skandinavien, so seine Beobachtung, falle ein schwules Paar kaum auf. Deutschland verortet er irgendwo dazwischen: "In Deutschland werden Augenbrauen hochgezogen. Menschen, die dem nie ausgesetzt sind, begreifen das nicht, aber auch das ist diskriminierend."

 

Hape Kerkeling: "Ich liebe meine Heimat"

So kritisch Kerkeling manche Entwicklungen in Deutschland betrachtet, so herzlich fällt sein Bekenntnis zu diesem Land aus. "Was ich an diesem Land liebe, ist meine Heimat: das Ruhrgebiet und das Rheinland", sagt er. Konkretisierend fügt er hinzu: "Und dass wir nach dem Abgrund, den dieses sogenannte Dritte Reich verursacht hat, ein Land aufgebaut haben, in dem wir uns frei entfalten können. Darauf sollten wir stolz sein. Ich kann hier sitzen und laut in die Welt hinausposaunen: Ich bin schwul!"

Er kehrt als "Horst Schlämmer" zurück

Hape Kerkelings neuer Film "Horst Schlämmer sucht das Glück" kommt am 26. März in die Kinos. Darin begibt sich "der stellvertretende Chefredakteur des 'Grevenbroicher Tagblatts'" auf eine "Reise durch die Republik und tut das, was er am besten kann - knallhart recherchieren und nachfragen". An seiner Seite sind unter anderem Tahnee, Meltem Kaptan und Jochen Busse zu sehen.

Für Hape Kerkelings Kultfigur ist es bereits das zweite Kinoabenteuer. In "Horst Schlämmer - Isch kandidiere" suchte er 2009 noch das persönliche Glück in der großen Politik. Über 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher lockte Schlämmer damals in die Kinos.

Erstmals tauchte Horst Schlämmer im Jahr 2005 in der RTL-Sendung "Hape trifft" auf. Im deutschen Fernsehen der 2000er Jahre erfreute sich die Figur danach großer Beliebtheit.

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