Guy Ritchies Gangster sind nun in Italien: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Was Guy Ritchie anfasst, wird in der Regel zu Gold: von "Bube, Dame, König, grAS" und "Snatch" über "Sherlock Holmes" bis hin zu "The Gentlemen" (2019). 2024 legte der britische Kultregisseur mit der gleichnamigen Serie nach - und landete einen Hit: über 100 Millionen Abrufe weltweit wurden verzeichnet, eine zweite Staffel der skurrilen, rasanten und charmanten britischen Gangsterkomödie war daher nur eine Frage der Zeit. Diese erscheint nun bei Netflix. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"The Gentlemen 2" - Netflix
Staffel eins von "The Gentlemen" begann für Edward "Eddie" Horniman (Theo James) mit einer Überraschung, als er anstelle seines gestörten Bruders Freddy (Daniel Ings) das Familienanwesen und den Titel des Herzogs von Halstead erbte. Da Freddy dem Drogendealer Tommy eine Menge Geld schuldete, beschloss Eddie, das Anwesen zu verkaufen - nur um von der resoluten Susie Glass (Kaya Scodelario) zu erfahren, dass sich unter dem Grund eine riesige Cannabis-Plantage befindet. Ein Deal zwischen Eddies verstorbenem und Susies im Knast sitzendem Vater, Gangsterboss Bobby Glass (Ray Winstone). Die Geldübergabe zwischen Freddy und Tommy lief völlig aus dem Ruder (Stichwort Hühnerkostüm!), Freddy tötete Tommy und löste damit eine Kettenreaktion aus, die die Brüder immer tiefer in kriminelle Machenschaften hineinzog. Am Ende erkannte Eddie, dass Drogenlord ja vielleicht nicht der schlechteste Titel ist, und übernahm mit Susie die operativen Geschäfte ihres Vaters.
Staffel zwei, deren acht Folgen ab Donnerstag, 3. September, bei Netflix abrufbar sind, setzt ein Jahr später ein. Eddie hat ein großes Ziel vor Augen, wie er seiner rechten Hand Geoff (der Coolste: Ritchie-Veteran Vinnie Jones) verrät: den vormals riesigen Landbesitz seiner Vorfahren wieder vollständig zurückzuholen. Eddie und Susie wundern sich über Bobbys seltsame Entscheidungen hinter ihrem Rücken, haben ihre Geschäfte aber mittlerweile nach Italien expandiert. Der Pate Marco Moretti (Sergio Castellitto) ist "not amused" und möchte mit 40 Millionen Euro im Jahr beteiligt werden, teilt sein zwielichtiger Handlanger "Cico" Maldini (Michele Morrone) Eddie und Susie mit. Unmöglich, es muss anders gehen! Cico steckt ihnen, dass Moretti Botticelli liebt. Zufälligerweise werde demnächst in London eines seiner Gemälde versteigert. Damit könnten sie den Paten womöglich besänftigen ...
Weder der typische schwarze Humor der ersten Staffel fehlt in den neuen Folgen, noch die britischen Eigenart und die Hochglanzoptik, die im sommerlichen Italien ganz besonders gut zur Geltung kommt. Der Hype wird wohl weitergehen. Eine dritte Staffel ist bereits angekündigt.
"Mayday" - Apple TV
"Echte" Kerle trotzen Widrigkeiten mit harten Fäusten und flotten Sprüchen: Apple TV lässt den Buddy Movie auferstehen. Ab Freitag, 4. September, versuchen Ryan Reynolds und Kenneth Branagh in der Actionkomödie "Mayday" dem sowjetischen Winter der 1980er-Jahre zu entkommen. Wie in Buddy Movies üblich, ist es ein ungleiches Paar, das da aufeinandertrifft: Nachdem der US-Marinepilot Leutnant Troy "Assassin" Kelly (Reynolds) auf geheimer Mission abstürzt, wird er von einem grimmigen Ex- KGB-Agenten (Branagh) gerettet. Dieser Nikolai Ustinov hat eine Schwäche für die US-Popkultur (und die Demokratie): Beide hoffen, dass sie es gemeinsam raus aus der Hölle und rein ins Paradies schaffen.
Wer Ryan Reynolds in den "Deadpool"- Filmen gesehen hat, kann sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, wie die Ausreisebemühungen von Troy und Nikolai ablaufen. Nämlich mit Action, Humor und einer Prise Nostalgie.
"Spyon" - zdf.de
Der Bundesnachrichtendienst (BND) gilt nicht unbedingt als der schillerndste Geheimdienst der Welt. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch sehr wenige Serien oder Filme über ihn. Ganz anders als bei den vergleichsweise viel bespielten CIA (USA), MI6 (Großbritannien), Mossad (Israel) oder FSB (Russland). Das Autorenduo Hannah Schopf und Christof Pilsl möchte diese Lücke - vor allem in der komödiantischen Ausrichtung des Genres - nun füllen und hat die achtteilige Sitcom "Spyon" für die ZDF-Mediathek (ab Freitag, 4. September) produziert.
In ihr sollen fünf junge Menschen mit Inselbegabung - aber auch vielen Defiziten - von den Profi-Spionen Voss (Götz Otto), Haberland (Sophie von Kessel) und Kocabay (Alexander Beyer) zu fähigen deutschen Agenten ausgebildet werden. In jeder der knapp 25-minütigen Episoden steht ein anderer Lerninhalt im Mittelpunkt: vom Außeneinsatz über die Kunst der Manipulation und Undercover-Missionen bis hin zu anderen simulierten Einsätzen unter Extrembedingungen.
Ein wenig ursächlich für den Humor der Serie ist die kühne Theorie von Ausbilder Voss: Demnach haben die fünf Schüler zwar individuell große Schwächen, wenn sie jedoch ihre Stärken vereinen, ergäbe dies den perfekten Spion! Sami (Sogol Faghani) ist ungeheuer empathisch, aber auch ein wenig gutgläubig. Victoria (Lea Zoë Voss) ist leistungsorientiert und hochintelligent, leidet aber unter Versagensangst. Yuki (Nhung Hong) ist so unauffälig, dass sie immer übersehen wird. Andi (Klaus Steinbacher) schafft es, Menschen als charmanter Womanizer um den Finger zu wickeln. Aber ist er nicht zu selbstverliebt für den Job des Getarnten? Schließlich ist da noch Asel (Lukas Zumbrock): hochintelligent und so präzise wie ein Computer, aber leider auch mit der Empathie eines solches ausgestattet. Können die Ausbilder, selbst alles andere als perfekt, den BND-Nachwuchs fit für's Agentenleben machen?
"Star Wars: The Mandalorian and Grogu" - Disney+
"Wir alle kennen die Geschichten über den mandalorianischen Kopfgeldjäger und dieses Kind", heißt es im Trailer zu "Star Wars: The Mandalorian and Grogu" (ab Mittwoch, 2. September, Disney+). "Wir alle" ist vielleicht etwas übertrieben, aber der Hype, den die erste Staffel von "The Mandalorian" 2019 auslöste, war doch gewaltig. Vor allem dank Grogu, vielfach auch "Baby Yoda" genannt, entwickelte die Serie sich zu einem absoluten Fan-Favoriten.
Eine Kenntnis der bislang drei Staffeln umfassenden Serie scheint hilfreich für das Verständnis von "The Mandalorian and Grogu" zu sein, aber nicht zwingend notwendig. Das alte Galaktische Imperium ist zusammengebrochen, im Zuge der Aufräumarbeiten soll Din Djarin (Pedro Pascal) einige verbliebene Warlords einfangen. Gleichzeitig kümmert er sich um "dieses Kind", den knuffigen Grogu. Wer die Serie nicht gesehen hat: Ursprünglich war auch Grogu ein Ziel des Mandalorianers, ehe dieser sich entschied, den kleinen Yoda-Artverwandten zu verschonen und unter seinen Schutz zu stellen. Es geht aber um viel mehr als nur diese spezielle Bromance: In dem Film, der Auftakt für eine ganze neue Kino-Reihe sein könnte, droht ein neuer intergalaktischer Krieg.
Die Macher von "The Mandalorian and Grogu" - allen voran Regisseur Jean Favreau und Autor Dave Filoni, die zuletzt auch die Serie federführend betreuten - verrieten vorab wenig Konkretes über die Handlung ihres 165-Millionen-Dollar-Films. Die Trailer aber deuteten wieder genau das an, was man von einem "Star Wars"-Film erwartet. Man sah X-Wings und AT-ATs, eklige Hutts und gigantische Weltraum-Monster, Gaststar Sigourney Weaver - und das Gesicht von Pedro Pascal. In der Serie blieb der Protagonist bislang meist hinter seinem Visier verborgen, entsprechend der Gepflogenheit, dass mandalorianische Kopfgeldjäger ihr Gesicht nie zeigen dürfen. Im Film soll Pedro Pascal, immerhin einer der angesagtesten Hollywood-Stars der Gegenwart, den Helm aber angeblich doch etwas häufiger abnehmen.