Guttenbergs Frau gibt weiter Vollgas

Nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg könnte man denken, auch seine Frau würde sich aus dem Rampenlicht zurückziehen. Falsch gedacht!
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Nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg könnte man denken, auch seine Frau würde sich aus dem Rampenlicht zurückziehen.

Berlin – Falsch gedacht – das zeigte sich bei einer Buchvorstellung in Berlin. Fragen nach dem Rücktritt ihres Mannes sind nicht erwünscht. „Thema verfehlt, tut mir leid“, sagt die Moderatorin. Aber Stephanie zu Guttenberg bewahrt die Contenance. „Ich liebe das, was ich tue – und das geht in gleicher Taktzahl weiter.“ Mag ihr Mann Karl-Theodor nach der Plagiatsdebatte erst einmal in der Versenkung verschwinden, sie will sich weiter als Kinderschützerin engagieren. Am Dienstag stellt sie in Berlin als Präsidentin des Vereins Innocence in Danger ein Buch mit Tipps gegen Missbrauch von Kindern im Internet vor.

Nur wenige Monate ist es her, dass die Bismarck-Ururenkelin als heimliche First Lady gehandelt wurde. Wie jäh sie im März der Sturz des Verteidigungsministers und das vorläufige Ende der „fabelhaften Guttenbergs“ („Spiegel“) erwischt hat, lässt sich nur vermuten. An einen Rückzug aus der Öffentlichkeit denkt die 34-Jährige anscheinend nicht. Kurz nach dem Aus des CSU-Politikers hielt seine Frau einen Vortrag vor Wirtschaftsleuten in Mannheim und sagte schon dort, sie werde mit ihrer Arbeit weitermachen.

Bei der Buchvorstellung im Dussmann-Kaufhaus sollen die Schlagzeilen um „KT“ keine Rolle spielen. Die Atmosphäre ist gediegen, es gibt Croissants und Lachs-Häppchen. Die Freifrau kommt im Hosenanzug und mit High-Heels. „Machen Sie rechts, links, rechts, links“ – ein Scherzchen beim Posieren für die Fotografen. „Wahnsinnig nett für Berliner Verhältnisse“, sagt sie zu einem Fotoreporter.

Dann wird es ernst. Vergangenes Jahr veröffentlichte die Mutter zweier Töchter das Buch „Schaut nicht weg!“ über sexuellen Missbrauch und trat in der RTL-II-Sendung „Tatort Internet“ auf, was umstritten war. Nun hat sie das Vorwort zu dem Buch „Im Netz“ von Julia von Weiler geschrieben, der Geschäftsführerin von Innocence in Danger. Sie warnt vor Missbrauch im Internet: „Im Schutz der Anonymität ist viel Platz für Kriminelle.“ Das Buch sei als Ratgeber der „beste Elternabend“, den man sich vorstellen könne.

Guttenberg schwärmt von der Aufklärungsarbeit ihres Vereins: 4000 Schulen hätten sich für das kostenlose Präventionsmaterial interessiert. Für neue Buch- und Fernsehprojekte ist sie offen. Im Herbst gibt sie ein Buch für Kinder heraus – „Richtung Märchen“. Für den Kampf gegen Missbrauch will sie weiter öffentlich trommeln. „Ich bin immer für unbequeme Themen zu haben.“ Nach Abtauchen klingt das nicht.

 

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