Grobe Verwechslung? Donald Trump verhöhnt Anna Wintour

Anna Wintour ist seit 30 Jahren Chefredakteurin der "Vogue". Zu Donald Trump scheint das allerdings noch nicht durchgedrungen zu sein. Seine neueste Twitter-Attacke geriet deshalb zum Bumerang.
| (nam/spot)
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Anna Wintour ist seit 30 Jahren Chefredakteurin der Vogue. Zu Donald Trump scheint das allerdings noch nicht durchgedrungen zu sein. Seine neueste Twitter-Attacke geriet deshalb zum Bumerang.

Donald Trumps (71, "Wie ich Amerika retten werde") Twitter-Tiraden sind mittlerweile berühmt-berüchtigt. Nicht zuletzt, weil die Social-Media-Attacken des US-Präsidenten manchmal zum Bumerang werden. So auch an diesem Donnerstag: Diesmal wollte Trump das bekannte Magazin Vanity Fair unter Beschuss nehmen und erweiterte seinen Spott auch gleich auf Anna Wintour (68). Die ist allerdings seit mehr als 30 Jahren die ikonische Chefredakteurin der Vogue – und nicht etwa der Vanity Fair.


 

Hintergrund des Wut-Tweets ist ein über die Feiertage gepostetes Video der Vanity Fair, in dem das Magazin Trumps früherer Wahlkampf-Kontrahentin Hillary Clinton nahelegte, 2017 lieber zu stricken, als noch einmal eine Präsidentschaft ins Auge zu fassen. Wenig später entschuldigte sich das Blatt angesichts heftiger Sexismus-Vorwürfe, wie unter anderem die BBC berichtete. (Ein ausführliches Porträt der Vogue-Legende Anna Wintour gibt es auf der DVD "The September Issue")

Twitter spottet: "Der Idiot wird das falsche Korea bombardieren"

 

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"'Vanity Fair', das aus dem letzten Loch zu pfeifen scheint, reißt sich ein Bein aus, um sich für den kleinen Seitenhieb auf die betrügerische Hillary zu entschuldigen", ätzte Trump in gewohnt herbem Duktus – der US-Präsident feuert auch gut ein Jahr nach seinem Wahlsieg beinahe täglich Spitzen gegen Clinton ab. Auch die erklärte Clinton-Unterstützerin Anna Wintour sei "außer sich, und bettele um Vergebung", fügte Trump hinzu.

In den US-Medien und vor allem auf Twitter war der Spott daraufhin groß. People Magazin, Newsweek und CNBC veröffentlichten Artikel zur Verwechslung, "Trump verteidigt 'Vanity Fairs' kontroverses Video und bringt irgendwie Anna Wintour mit rein", titelte das Magazin The Week süffisant. "Anna Wintour ist bei Vogue und nicht bei Vanity. Ich sag's euch, der Idiot wird das falsche Korea bombardieren", spöttelte ein Twitter-User. "Das ist sie, wie sie Magazin hält, nur für den Fall, dass Sie das für Fake-News halten", schrieb ein anderer über ein Foto, auf dem Wintour eine Ausgabe der Vogue in die Höhe hält. "Eines muss man ihm lassen: Er verliert sich nicht in Detailfragen", hieß es anderenorts.

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Bei allem Spott könnte sich Trump allerdings mit einem anderen Detail verteidigen: Seit einiger Zeit ist Wintour als künstlerische Direktorin für den gesamten Condé-Nast-Verlag zuständig – dieser gibt sowohl Vogue als auch Vanity Fair heraus. Ob Trump bei seinem Tweet so weit dachte, wird aber wohl im Dunklen bleiben. Klar ist immerhin: Ein offizielles Statement oder eine Entschuldigung Anna Wintours zu dem Shitstorm um das Vogue-Video gab es bislang nicht.

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