Goldener Löwe für das Lebenswerk: George Clooney dankt Ehefrau Amal

George Clooney hat in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk bekommen. In seiner Dankesrede sprach er nicht nur über autoritäre Kräfte, sondern dankte auch Ehefrau Amal. Am Nachmittag hatte er bei der Pressekonferenz verraten, warum er derzeit keine Filme mehr inszeniert.
(jom/spot) |
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George Clooney posierte mit seinem Goldenen Löwen und mit Ehefrau Amal für die Fotografen in Venedig.
George Clooney posierte mit seinem Goldenen Löwen und mit Ehefrau Amal für die Fotografen in Venedig. © Imago images/Independent Photo Agency Int. / Manuele Mangiarotti / ddp/CAMERA PRESS/Theodore Wood

George Clooney (65) hat zur Eröffnung der 83. Filmfestspiele von Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk entgegengenommen. Seine Dankesrede am Mittwochabend geriet zu einer Warnung vor autoritärer Politik. Man lebe in einem Moment, in dem die Mächtigen und die Vermögendsten den Menschen einredeten, sich voreinander zu fürchten, sagte der 65-Jährige laut "Variety". "Aber wir wissen es besser, oder? Denn die Geschichte lehrt uns durchaus etwas."

"Es sind Journalisten, die Fragen stellen"

Er betonte: "Die ersten Menschen, die Autoritäre zum Schweigen bringen wollen, sind keine Politiker. Es sind Journalisten, die Fragen stellen, es sind die Künstler, die sich einfachen Antworten verweigern, die Filmemacher, Autoren, Schauspieler und Musiker, die darauf beharren, dass jemand, den man nie getroffen hat, unser Mitgefühl verdient."

Filme beendeten keine Kriege und senkten keine Inflation, räumte Clooney ein. Sie leisteten trotzdem etwas Bemerkenswertes: "Sie erinnern uns daran, dass ein Fremder nie ganz fremd ist und dass er vielleicht der Held in der Geschichte eines anderen ist. Und wenn wir immer noch zusammen im Dunkeln sitzen und uns um Menschen kümmern können, die wir nie getroffen haben, dann kommen wir schon klar."

Zwischen Selbstironie und Liebeserklärung

Ganz ohne Spott über sich selbst kam der Abend nicht aus. Gleich zu Beginn erzählte Clooney, zwei Gedanken kämen einem in den Sinn, wenn man von einem Preis für das Lebenswerk erfahre. "Der erste ist, was für eine unglaubliche Ehre das ist. Und der zweite ist: Wissen die etwas, das ich nicht weiß?" Seine 45 Jahre im Geschäft nannte er eine Reihe glücklicher Zufälle.

Überreicht wurde ihm die Trophäe von Laura Dern (59), seiner Kollegin aus "Jay Kelly". Sie würdigte ihn als Mann von Menschlichkeit und Integrität und erinnerte daran, dass er zweimal zum "Sexiest Man Alive" gewählt wurde. Auch Brad Pitt (62) meldete sich per Grußwort zu Wort. Sein Freund altere so würdevoll wie ein alter Gouda, ließ Pitt ausrichten, nur von der Tanzfläche solle man ihn bitte fernhalten.

Am Ende dankte Clooney seiner Frau Amal (48), die im Saal saß. Er finde keine Worte dafür, wie sehr er sie liebe und wie stolz er auf sie und die beiden Kinder sei. Und dann noch ein Witz auf eigene Kosten: Seine Kinder seien die einzigen zwei Menschen, die ihn in "Batman" gut gefunden hätten. "Ich habe sie den Film nicht ganz sehen lassen. Schaut ihn euch nicht bis zum Ende an, er ist furchtbar."

Warum er derzeit nicht Regie führt

Bei der Pressekonferenz am Nachmittag hatte Clooney erklärt, warum hinter der Kamera seit einiger Zeit Pause ist. "Der einzige Grund, warum ich nicht Regie führe, was ich sehr gern tue, sind meine beiden neunjährigen Kinder", sagte er laut "Deadline". Um Zeit mit ihnen zu verbringen, gehe das schlicht nicht.

Die Rechnung ist für ihn simpel: Ein Dreh als Schauspieler dauere drei Monate, dazwischen könne er hin und her reisen. Eine Regiearbeit binde ihn ein Jahr lang an einen Ort. Zuletzt habe ihn ein Theaterstück am Broadway für längere Zeit von zu Hause weggeholt. Aus der Schule nehmen wolle er die Zwillinge nicht mehr. "Es macht Spaß, wieder Schauspieler zu sein."

Schutz für Mark Ruffalo, Sorge vor KI

Politisch wurde es schon im Pressesaal. Für den Zustand der USA hatte Clooney ein Wort parat, das er den Journalisten gleich erklärte: Kakistokratie, ein Land, das von den am wenigsten Qualifizierten regiert wird. Die Kongresswahl im November solle als Korrektiv wirken, 2028 hoffe er auf eine Rückkehr zur Normalität. Scharf griff er Verteidigungsminister Pete Hegseth (46) an, der sich in einem Social-Media-Post über Frauen im kanadischen Kadettenprogramm lustig gemacht hatte. "Wo bleibt der Anstand bei alledem? Ich schäme mich für all das."

Mark Ruffalo (58), dem ein Paramount-Sprecher nach seiner Kritik an der Fusion mit Warner Bros. Discovery Antisemitismus vorgeworfen hatte, nahm Clooney in Schutz. Er unterstütze Ruffalos Recht, frei zu sprechen, auch dort, wo er anderer Meinung sei. Bei Zusammenschlüssen großer Konzerne sorge er sich stets um Arbeitsplätze, sagte er zur geplanten Fusion.

Auch die künstliche Intelligenz treibt ihn um. Rund 30 Prozent der Jobs in der Branche könnten wegfallen, schätzte er laut "Deadline". Für sich selbst formulierte er den Wunsch trockener: Er wolle vermeiden, 20 Jahre nach seinem Tod in einem Tampon-Werbespot aufzutauchen.

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