Glitzersticker und hochgezogene Augenbraue: Lego liefert zum Jubiläum Brücke der Original-"Enterprise"

Lego dringt in Marken-Welten vor, die nie ein Spielzeugkonzern zuvor erreicht hat: Pünktlich zu den Feierlichkeiten rund um das 60-jährige Bestehen der Science-Fiction-Serie "Star Trek" haben die Dänen das Set Lego Icons Star Trek: U.S.S. Enterprise NCC-1701 Brücke (11385) in den Handel gebeamt. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 179,99 Euro. Das Ganze ist nach dem Modell der Enterprise NCC-1701-D aus "Das nächste Jahrhundert" bereits die zweite Kooperation mit dem Lizenzgeber Paramount. Und schon die Teilezahl von 1.701 ist ein erster Gag, der die Registriernummer des Schiffs anspielt.
Das Diorama besteht aus zwei Bereichen, die sich verbinden lassen: der Kommandobrücke und dem Transporterraum. Dazu kommt ein eigenständiger Hauptbildschirm. Zum Spielen gibt es einen beweglichen Kommandosessel, Turbolifttüren, die sich per Hebel öffnen, und einen Transporter, den man über ein Drehrad aktiviert. Zudem liegt die gesamte Hauptcrew der Originalserie als Minifiguren bei: Kirk, Spock, Uhura, Sulu, McCoy, Chekov, Scotty und Chapel. Als Zubehör und charmante Easter Eggs enthält das Set unter anderem vier Tribbles, Kommunikatoren und Phaser, für die Lego ein neues Bauteil entworfen hat.
Charmant, aber nicht ohne Schwächen
Der Aufbau des Sets gleicht einem Nostalgiebad. Die violett Farbgebung mit rotorangen Akzenten trifft die Atmosphäre des damaligen Studiosets ziemlich gut. Die zehneckige Form der Brücke setzt Lego mit Scharnieren und Clips geschickt um. Als Highlight der Figuren gilt Spock: Seine beiden Gesichtsdrucke unterscheiden sich nur durch die hochgezogene Augenbraue. Fans können außerdem viele weitere Anspielungen auf die Serie entdecken, darunter versteckte Tribbles, Sulus Degen und die vulkanischen Waffen aus der Folge "Weltraumfieber". Auf einem Bildschirm ist zudem ein Gorn-Reptilienwesen abgebildet, mit dem sich Kirk einen legendär-fürchterlich inszenierten Kampf lieferte.
Getrübt wird der Eindruck allerdings durch eine Flut von Aufklebern - über 40, von denen allein 20 auf den Transporterraum entfallen. Warum Lego weiterhin auf diese Unart setzt, anstatt Teile konsequenz zu bedrucken, ist unklar und sorgt angesichts des Preises von rund 180 Euro für ungläubiges Kopfschütteln. Zumal das Set durchaus über eine Reihe bedruckter Elemente verfügt.
Beim Bau, der Lego-typisch nahezu narrensicher in der Anleitung illustriert und von wenigen unpassend bunten Steinen untermauert wird, wiederholen sich zudem einige Abschnitte. Ärgerlicher: So mancher Boden hängt nur an einer Noppe und ist entsprechend instabil. Hochheben sollte man das Set deshalb nur mit vielen helfenden Händen. Die Spielfunktionen fallen eher einfach aus, machen aber dennoch Spaß.
Unterm Strich ist das wackelige Set ein Vitrinen-Sammlerstück, das den Charme der 60er-Jahre versprüht, nur etwas für Fans der Originalserie. Der Preis ist allerdings - aufgrund der Lizenz und Popularität von "Star Trek" - geradezu astronomisch hoch angesiedelt.