Gläserweise Vorfreude: So kochen Sie richtig ein

Heute Spaß beim Zubereiten und noch nach einem Jahr Genuss beim Öffnen: Die Popularität des Haltbarkeits-Verfahrens Einkochen hat sich selbst sehr lange gehalten, nämlich seit über 120 Jahren.
Petra Esselmann |
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Johann Weck ist der Namensgeber für die Bezeichnung "Einwecken". Das Patent für diese Methode hatte zwar 1892 der Chemiker Rudolf Rempel angemeldet. Weck aber erwarb es 1895 und fertigte die entsprechenden Gläser dafür an, auf denen noch immer sein Name zu lesen ist: Ein Glasdeckel wird mithilfe von Federklemmen auf das Glas gedrückt, dazwischen schaut die "Anfasszunge" des Einmachgummis heraus.
iStock/citizenswain 18 Johann Weck ist der Namensgeber für die Bezeichnung "Einwecken". Das Patent für diese Methode hatte zwar 1892 der Chemiker Rudolf Rempel angemeldet. Weck aber erwarb es 1895 und fertigte die entsprechenden Gläser dafür an, auf denen noch immer sein Name zu lesen ist: Ein Glasdeckel wird mithilfe von Federklemmen auf das Glas gedrückt, dazwischen schaut die "Anfasszunge" des Einmachgummis heraus.
Einwecken oder Einkochen funktioniert nach dem Prinzip, möglichst keimfreie Lebensmittel in einem möglichst hygienischen Behältnis luftdicht zu verwahren. Wenn der Prozess funktioniert, kann das Eingekochte sehr lange haltbar sein. Beim Einkochen tötet die Hitze schädliche Mikroorganismen ab und sorgt außerdem dafür, dass im Glas Unterdruck entsteht. Der verhindert das Ansiedeln neuer Keime.
iStock/Bojsha65 18 Einwecken oder Einkochen funktioniert nach dem Prinzip, möglichst keimfreie Lebensmittel in einem möglichst hygienischen Behältnis luftdicht zu verwahren. Wenn der Prozess funktioniert, kann das Eingekochte sehr lange haltbar sein. Beim Einkochen tötet die Hitze schädliche Mikroorganismen ab und sorgt außerdem dafür, dass im Glas Unterdruck entsteht. Der verhindert das Ansiedeln neuer Keime.
Wird der Inhalt im Glas erhitzt, dehnt sich die Luft darin aus und entweicht teilweise. Während des Abkühlens zieht sich die Luft zusammen und sorgt auf diese Weise für den Unterdruck. So ist das Eingekochte luftdicht im Glas eingeschlossen. Ob das funktioniert hat, lässt sich leicht beim Aufmachen feststellen ...
iStock/megakunstfoto 18 Wird der Inhalt im Glas erhitzt, dehnt sich die Luft darin aus und entweicht teilweise. Während des Abkühlens zieht sich die Luft zusammen und sorgt auf diese Weise für den Unterdruck. So ist das Eingekochte luftdicht im Glas eingeschlossen. Ob das funktioniert hat, lässt sich leicht beim Aufmachen feststellen ...
Ein Knacken beim Schraubglas mit Blechdeckel ist ebenso ein sicheres Zeichen für das Vakuum im Glasinneren wie ein Zischen oder Ploppen, wenn an der Gummilasche eines typischen Weckglases gezogen wird. Sollte allerdings nichts zu hören sein, war ein luftdichter Verschluss wohl nicht (mehr) gegeben. Essen Sie den Inhalt in diesem Fall nicht, er könnte verunreinigt sein!
iStock/Sarsmis 18 Ein Knacken beim Schraubglas mit Blechdeckel ist ebenso ein sicheres Zeichen für das Vakuum im Glasinneren wie ein Zischen oder Ploppen, wenn an der Gummilasche eines typischen Weckglases gezogen wird. Sollte allerdings nichts zu hören sein, war ein luftdichter Verschluss wohl nicht (mehr) gegeben. Essen Sie den Inhalt in diesem Fall nicht, er könnte verunreinigt sein!
Um die Haltbarkeit zu gewährleisten, müssen die Gläser vollkommen intakt sein. Die Dichtungsringe sollten keine porösen Stellen aufweisen. Kurz vor dem Befüllen müssen auch die Behälter gründlich von Keimen gereinigt werden. Geben Sie etwas Essig in sehr heißes Wasser und waschen Sie darin die Gummis ab. Die Gläser sollten Sie abkochen.
iStock/Ulf Wittrock 18 Um die Haltbarkeit zu gewährleisten, müssen die Gläser vollkommen intakt sein. Die Dichtungsringe sollten keine porösen Stellen aufweisen. Kurz vor dem Befüllen müssen auch die Behälter gründlich von Keimen gereinigt werden. Geben Sie etwas Essig in sehr heißes Wasser und waschen Sie darin die Gummis ab. Die Gläser sollten Sie abkochen.
Bedecken Sie Gläser und Deckel - gläserne ebenso wie metallene - in einem Kochtopf vollständig mit Wasser und bringen Sie dieses zum Kochen. Zehn Minuten sollten sich die Behälter in der sprudelnden Hitze befinden.
iStock/smileitsmccheeze 18 Bedecken Sie Gläser und Deckel - gläserne ebenso wie metallene - in einem Kochtopf vollständig mit Wasser und bringen Sie dieses zum Kochen. Zehn Minuten sollten sich die Behälter in der sprudelnden Hitze befinden.
Auch der Backofen eignet sich, um die Einkochgläser zu desinfizieren. Stellen Sie die Gläser bei 120 Grad für eine Viertelstunde in den Ofen. Deckel aus Metall sollten allerdings draußen bleiben und extra abgekocht werden.
iStock/piovesempre 18 Auch der Backofen eignet sich, um die Einkochgläser zu desinfizieren. Stellen Sie die Gläser bei 120 Grad für eine Viertelstunde in den Ofen. Deckel aus Metall sollten allerdings draußen bleiben und extra abgekocht werden.
Kochen Sie nur frisches, makelloses Obst und Gemüse ein und waschen sie alles vorher gut ab. Zerquetschte Beeren kommen besser direkt in einen Kuchen oder Smoothie als ins Einweckglas. Druckstellen sollten Sie großflächig herausschneiden. Benutzen Sie hierfür auch saubere Messer und Brettchen und arbeiten Sie grundsätzlich nur mit gründlich gereinigten Küchenwerkzeugen weiter.
iStock/zdenkam 18 Kochen Sie nur frisches, makelloses Obst und Gemüse ein und waschen sie alles vorher gut ab. Zerquetschte Beeren kommen besser direkt in einen Kuchen oder Smoothie als ins Einweckglas. Druckstellen sollten Sie großflächig herausschneiden. Benutzen Sie hierfür auch saubere Messer und Brettchen und arbeiten Sie grundsätzlich nur mit gründlich gereinigten Küchenwerkzeugen weiter.
Haben Sie die Gläser mit Gemüse befüllt, gießen Sie mit abgekochtem Wasser auf. Bei Früchten wird dafür in der Regel Zuckerwasser verwendet. Schütten Sie keine kalten Inhalte in heiße Gläser oder umgekehrt. Sind die Temperaturunterschiede zwischen Behälter und Füllung zu groß, kann es passieren, dass das Glas reißt.
iStock/Bychykhin_Olexandr 18 Haben Sie die Gläser mit Gemüse befüllt, gießen Sie mit abgekochtem Wasser auf. Bei Früchten wird dafür in der Regel Zuckerwasser verwendet. Schütten Sie keine kalten Inhalte in heiße Gläser oder umgekehrt. Sind die Temperaturunterschiede zwischen Behälter und Füllung zu groß, kann es passieren, dass das Glas reißt.
Füllen Sie die Gläser so, dass etwa zwei Zentimeter unterhalb des Randes frei bleiben und ohne den Rand zu bekleckern. Dabei hilft ein Einfülltrichter. Falls etwas daneben geht, wischen Sie den Glasrand sauber. Sind die Deckel geschlossen, kann das eigentliche Einkochen beginnen. Dafür können Sie einen großen Kochtopf verwenden, den Backofen oder einen Einkochautomaten, der auf Knopfdruck alles richtig macht.
iStock/Amy Sparwasser 18 Füllen Sie die Gläser so, dass etwa zwei Zentimeter unterhalb des Randes frei bleiben und ohne den Rand zu bekleckern. Dabei hilft ein Einfülltrichter. Falls etwas daneben geht, wischen Sie den Glasrand sauber. Sind die Deckel geschlossen, kann das eigentliche Einkochen beginnen. Dafür können Sie einen großen Kochtopf verwenden, den Backofen oder einen Einkochautomaten, der auf Knopfdruck alles richtig macht.
Die Gläser sollten im Kochtopf nicht direkt auf dem Boden stehen. Ein Metallrost oder ein zusammengelegtes Geschirrtuch können dazwischen gelegt werden. Nun wird der Topf mit Wasser gefüllt, bis drei Viertel der Gläserhöhe (bei unterschiedlichen Größen gemessen am höchsten Glas) im Wasser stehen. Bei kaltem Inhalt benutzen Sie dafür kaltes Wasser, bei bereits erhitzten Lebensmitteln entsprechend heißes Wasser.
iStock/pstivers68 18 Die Gläser sollten im Kochtopf nicht direkt auf dem Boden stehen. Ein Metallrost oder ein zusammengelegtes Geschirrtuch können dazwischen gelegt werden. Nun wird der Topf mit Wasser gefüllt, bis drei Viertel der Gläserhöhe (bei unterschiedlichen Größen gemessen am höchsten Glas) im Wasser stehen. Bei kaltem Inhalt benutzen Sie dafür kaltes Wasser, bei bereits erhitzten Lebensmitteln entsprechend heißes Wasser.
Im Backofen können die Gläser zum Beispiel in einem tiefen Blech oder in einer Auflaufform stehen. Diese wird nur bis zu einer Höhe von etwa drei Zentimetern mit Wasser gefüllt. Drehen Sie die Temperatur auf, bringen Sie das Wasser und somit die Lebensmittel im Glas zum Kochen.
iStock/Christian Horz 18 Im Backofen können die Gläser zum Beispiel in einem tiefen Blech oder in einer Auflaufform stehen. Diese wird nur bis zu einer Höhe von etwa drei Zentimetern mit Wasser gefüllt. Drehen Sie die Temperatur auf, bringen Sie das Wasser und somit die Lebensmittel im Glas zum Kochen.
Je nach Obst- oder Gemüsesorte können sich die Garzeiten und auch die Temperatur, bei der eingekocht werden soll, sowohl im Backofen als auch im Topf deutlich unterscheiden. Es kommt auch sehr darauf an, ob die Lebensmittel roh oder schon gekocht sind. Orientieren Sie sich dazu an den Angaben im Rezept, das Sie benutzen.
iStock/funix 18 Je nach Obst- oder Gemüsesorte können sich die Garzeiten und auch die Temperatur, bei der eingekocht werden soll, sowohl im Backofen als auch im Topf deutlich unterscheiden. Es kommt auch sehr darauf an, ob die Lebensmittel roh oder schon gekocht sind. Orientieren Sie sich dazu an den Angaben im Rezept, das Sie benutzen.
Die Einkochzeit läuft erst, wenn der Glasinhalt sichtbar kocht. Der Kochtopf wird dabei übrigens mit einem Deckel verschlossen. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit werden die Gläser aus dem Wasser geholt und auf einem feuchten Geschirrtuch zum Auskühlen abgestellt. Damit man sich dabei keine Brandblasen holt, gibt es für diesen Zweck eigene Glashebe-Zangen.
iStock/MaxCab 18 Die Einkochzeit läuft erst, wenn der Glasinhalt sichtbar kocht. Der Kochtopf wird dabei übrigens mit einem Deckel verschlossen. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit werden die Gläser aus dem Wasser geholt und auf einem feuchten Geschirrtuch zum Auskühlen abgestellt. Damit man sich dabei keine Brandblasen holt, gibt es für diesen Zweck eigene Glashebe-Zangen.
Spannend wird es einen Tag später, denn dann ist es Zeit für den Vakuum-Test. Lässt sich ein Metalldeckel nicht mehr eindrücken und ist eine Mulde nach innen entstanden, ist der gewünschte Unterdruck zustande gekommen. Beim Weckglas werden die Federklammern abgenommen. Sitzt der Glasdeckel immer noch fest obendrauf, war die Prozedur erfolgreich.
iStock/Hazal Ak 18 Spannend wird es einen Tag später, denn dann ist es Zeit für den Vakuum-Test. Lässt sich ein Metalldeckel nicht mehr eindrücken und ist eine Mulde nach innen entstanden, ist der gewünschte Unterdruck zustande gekommen. Beim Weckglas werden die Federklammern abgenommen. Sitzt der Glasdeckel immer noch fest obendrauf, war die Prozedur erfolgreich.
Hat die Probe ergeben, dass in einem der Gläser kein Vakuum entstanden ist, eignet es sich nicht für die Lagerung. Das Eingekochte sollte dann sofort verkostet werden - sozusagen ein Geschmackstest vorab.
iStock/philipimage 18 Hat die Probe ergeben, dass in einem der Gläser kein Vakuum entstanden ist, eignet es sich nicht für die Lagerung. Das Eingekochte sollte dann sofort verkostet werden - sozusagen ein Geschmackstest vorab.
Wie lange der Inhalt der luftdicht verschlossenen Gläser nun haltbar ist, hängt auch von der richtigen Lagerung ab: Dunkel, trocken und kühl sollten sie stehen oder zumindest an einem Ort ohne starke Temperaturschwankungen. Hat man keinen Keller zur Verfügung, erfüllt diesen Zweck auch ein Küchenschrank. Ein Glas, das geöffnet wurde, sollte danach im Kühlschrank aufgehoben werden.
iStock/zazamaza 18 Wie lange der Inhalt der luftdicht verschlossenen Gläser nun haltbar ist, hängt auch von der richtigen Lagerung ab: Dunkel, trocken und kühl sollten sie stehen oder zumindest an einem Ort ohne starke Temperaturschwankungen. Hat man keinen Keller zur Verfügung, erfüllt diesen Zweck auch ein Küchenschrank. Ein Glas, das geöffnet wurde, sollte danach im Kühlschrank aufgehoben werden.
Um sich ans Einkochen heranzutasten, bieten sich zum Beispiel Äpfel oder Tomaten an. Grundsätzlich eignen sich für das traditionelle Verfahren nicht nur Früchte oder Gemüse, sondern auch Saucen und Suppen, für Fortgeschrittene auch Fleisch. Selbst Kuchen oder Brot lassen sich einwecken. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf diese Weise einen vielfältigen Vorrat zusammenstellen.
iStock/beats3 18 Um sich ans Einkochen heranzutasten, bieten sich zum Beispiel Äpfel oder Tomaten an. Grundsätzlich eignen sich für das traditionelle Verfahren nicht nur Früchte oder Gemüse, sondern auch Saucen und Suppen, für Fortgeschrittene auch Fleisch. Selbst Kuchen oder Brot lassen sich einwecken. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf diese Weise einen vielfältigen Vorrat zusammenstellen.

Hitze und Unterdruck sorgen im Einkochglas dafür, dass sich die Lebensmittel sehr viel länger halten, als sie das sonst tun würden. Die Methode, Obst, Gemüse und andere Genüsse auf diese Weise keimfrei zu verpacken, wird seit über 120 Jahren praktiziert. Wer sie korrekt anwendet, kann sich für lange Zeit einen bunt gemischten Vorrat anlegen und auf das Ploppen freuen, wenn wieder ein Glas aufgemacht wird.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

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