Gegen Stress und Bluthochdruck: Baden im Wald

Was ist dran am Wohlfühl-Trend Waldbaden? Oder besser gesagt: drin? Viel, sagen immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für Körper, Geist und Seele.
Petra Esselmann |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Das Knacken von Zweigen hören, Blätter und Erde riechen, Moos und Rinde unter den Fingern spüren - an solche kleinen sensorischen Walderlebnisse kann sich wahrscheinlich beinahe jeder erinnern. Die Waldatmosphäre mit allen Sinnen zu erfassen, ist nicht nur angenehm, sondern für den der Natur heute zunehmend entfremdeten Menschen auch nachweislich gesund. Deshalb gehen jetzt viele "Waldbaden".
iStock/Smileus 21 Das Knacken von Zweigen hören, Blätter und Erde riechen, Moos und Rinde unter den Fingern spüren - an solche kleinen sensorischen Walderlebnisse kann sich wahrscheinlich beinahe jeder erinnern. Die Waldatmosphäre mit allen Sinnen zu erfassen, ist nicht nur angenehm, sondern für den der Natur heute zunehmend entfremdeten Menschen auch nachweislich gesund. Deshalb gehen jetzt viele "Waldbaden".
"Waldbaden" ist das deutsche Wort für "Shinrin-yoku". Der Begriff wurde in den 80-ern im Auftrag des japanischen Landwirtschaftsministeriums entwickelt und steht für das Eintauchen in die ganz spezifische Umgebung des Waldes. Seit der Zeit wird deren heilsame Wirkung auf den Menschen dort verstärkt wissenschaftlich erforscht. Mittlerweile wird dazu auch international vermehrt geforscht.
iStock/T_Mizuguchi 21 "Waldbaden" ist das deutsche Wort für "Shinrin-yoku". Der Begriff wurde in den 80-ern im Auftrag des japanischen Landwirtschaftsministeriums entwickelt und steht für das Eintauchen in die ganz spezifische Umgebung des Waldes. Seit der Zeit wird deren heilsame Wirkung auf den Menschen dort verstärkt wissenschaftlich erforscht. Mittlerweile wird dazu auch international vermehrt geforscht.
Verschiedentlich wissenschaftlich bestätigt ist: Sich achtsam durch den Wald zu bewegen und sämtliche Sinneseindrücke in diesem eigentümlichen Raum wahrzunehmen, kann sich auf mannigfache Weise positiv auf Körper, Geist und Seele des modernen Menschen auswirken.
iStock/U. J. Alexander 21 Verschiedentlich wissenschaftlich bestätigt ist: Sich achtsam durch den Wald zu bewegen und sämtliche Sinneseindrücke in diesem eigentümlichen Raum wahrzunehmen, kann sich auf mannigfache Weise positiv auf Körper, Geist und Seele des modernen Menschen auswirken.
Deshalb kann Waldmedizin in Japan heute als Spezialfach studiert werden. Waldbaden gehört zur gesundheitlichen Vorsorge und gibt es dort auf Rezept.
iStock/Inside Creative House 21 Deshalb kann Waldmedizin in Japan heute als Spezialfach studiert werden. Waldbaden gehört zur gesundheitlichen Vorsorge und gibt es dort auf Rezept.
Wie und warum kann bloßes Sein zwischen Bäumen wie Medizin wirken? Zum einen sorgt der Wald für Entspannung, zum anderen verhilft er zugleich zu Energie. Wer regelmäßig und ausreichend lange im Wald badet, kann dadurch erwiesenermaßen Glück und Gesundheit steigern. Die Empfehlungen reichen von mindestens zwei Stunden pro Woche bis besser noch vier Mal zwei Stunden pro Woche.
iStock/AvigatorPhotographer 21 Wie und warum kann bloßes Sein zwischen Bäumen wie Medizin wirken? Zum einen sorgt der Wald für Entspannung, zum anderen verhilft er zugleich zu Energie. Wer regelmäßig und ausreichend lange im Wald badet, kann dadurch erwiesenermaßen Glück und Gesundheit steigern. Die Empfehlungen reichen von mindestens zwei Stunden pro Woche bis besser noch vier Mal zwei Stunden pro Woche.
Wer sich Waldbaden zur Gewohnheit macht, kann dadurch den eigenen Blutdruck ebenso senken wie das Level des Stresshormons Cortisol im Blut. Das Immunsystem erfährt einen Kick, der Schlaf kann sich verbessern, Konzentration und Kreativität können gesteigert werden. Sogar bei psychischen Erkrankungen wie Angst oder Depression kann Waldbaden zusätzlich zu einer Therapie helfen.
iStock/demaerre 21 Wer sich Waldbaden zur Gewohnheit macht, kann dadurch den eigenen Blutdruck ebenso senken wie das Level des Stresshormons Cortisol im Blut. Das Immunsystem erfährt einen Kick, der Schlaf kann sich verbessern, Konzentration und Kreativität können gesteigert werden. Sogar bei psychischen Erkrankungen wie Angst oder Depression kann Waldbaden zusätzlich zu einer Therapie helfen.
Dazu tragen verschiedene Elemente der Waldatmosphäre bei, wie zum Beispiel Terpene: chemische Verbindungen, die häufig als angenehme Düfte in der Luft wahrgenommen werden - zumindest vom Menschen. Bäume senden diese Botenstoffe aus, um sich vor Schädlingen zu schützen. Für den Menschen sind sie eine Wohltat.
iStock/Patricia Bates 21 Dazu tragen verschiedene Elemente der Waldatmosphäre bei, wie zum Beispiel Terpene: chemische Verbindungen, die häufig als angenehme Düfte in der Luft wahrgenommen werden - zumindest vom Menschen. Bäume senden diese Botenstoffe aus, um sich vor Schädlingen zu schützen. Für den Menschen sind sie eine Wohltat.
Den Terpenen, die Menschen im Wald einatmen oder über die Haut aufnehmen, wird zum Beispiel eine positive Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben. Doch die Heilmittel des Waldes liegen nicht nur in der Luft.
iStock/robertsrob 21 Den Terpenen, die Menschen im Wald einatmen oder über die Haut aufnehmen, wird zum Beispiel eine positive Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben. Doch die Heilmittel des Waldes liegen nicht nur in der Luft.
Das gedämpfte, durch Blätter gefilterte Licht im Wald ist vermutlich für das Absinken des Stresslevels dort mit verantwortlich. Dennoch wird empfohlen, zu Beginn des Waldbades die Augen einmal zu schließen. Wenn der Sehsinn pausiert, springen andere Sinne umso stärker an. Umso umfassender kann der Mensch die Natur um sich herum wahrnehmen.
iStock/AntonioGuillem 21 Das gedämpfte, durch Blätter gefilterte Licht im Wald ist vermutlich für das Absinken des Stresslevels dort mit verantwortlich. Dennoch wird empfohlen, zu Beginn des Waldbades die Augen einmal zu schließen. Wenn der Sehsinn pausiert, springen andere Sinne umso stärker an. Umso umfassender kann der Mensch die Natur um sich herum wahrnehmen.
Das Gehör kann sich auf ungewohnte Geräusche konzentrieren: das Gehämmer eines Spechts vielleicht oder den Gesang eines Rotkehlchens, Geraschel von Blättern und Geplätscher von Wasser.
iStock/Gerd Harder 21 Das Gehör kann sich auf ungewohnte Geräusche konzentrieren: das Gehämmer eines Spechts vielleicht oder den Gesang eines Rotkehlchens, Geraschel von Blättern und Geplätscher von Wasser.
Wer die Augen schließt, nimmt Gerüche noch intensiver wahr. Da muss es gar nicht der dominante Duft von Bärlauch sein. Man kann viel Zeit damit verbringen, im Potpourri der Waldluft einzelne Aromen bewusst zu erschnüffeln: Erde, Blüten, Moos, Blätter, Holz, Pilze ...
iStock/Frank Kuschmierz 21 Wer die Augen schließt, nimmt Gerüche noch intensiver wahr. Da muss es gar nicht der dominante Duft von Bärlauch sein. Man kann viel Zeit damit verbringen, im Potpourri der Waldluft einzelne Aromen bewusst zu erschnüffeln: Erde, Blüten, Moos, Blätter, Holz, Pilze ...
Weich, hart, rau, glatt, feucht, trocken: Der Tastsinn findet hinreichend Beschäftigung im Wald. Wie unterschiedlich fühlen sich frisches Moos, strukturierte Rinde oder trockene Blätter an, feuchte Zapfen oder sonnengewärmte Steine unter der Hand.
iStock/happyphoton 21 Weich, hart, rau, glatt, feucht, trocken: Der Tastsinn findet hinreichend Beschäftigung im Wald. Wie unterschiedlich fühlen sich frisches Moos, strukturierte Rinde oder trockene Blätter an, feuchte Zapfen oder sonnengewärmte Steine unter der Hand.
Es muss nicht allein den Händen überlassen bleiben, sich an den vielfältigen Oberflächenstrukturen im Wald zu erfreuen: Barfuß ist der Wald beinahe ein doppeltes sinnliches Erlebnis. Fans von "Grounding" schwören außerdem auf den Energieaustausch zwischen Körper und Erde.
iStok/Halfpoint 21 Es muss nicht allein den Händen überlassen bleiben, sich an den vielfältigen Oberflächenstrukturen im Wald zu erfreuen: Barfuß ist der Wald beinahe ein doppeltes sinnliches Erlebnis. Fans von "Grounding" schwören außerdem auf den Energieaustausch zwischen Körper und Erde.
Irgendwann sollen die Augen auch wieder dabei sein, beim Fest für die Sinne unterm Blätterdach. Schließlich soll schon allein die Farbe Grün in sämtlichen vorhandenen Schattierungen beruhigend wirken.
iStock/Smileus 21 Irgendwann sollen die Augen auch wieder dabei sein, beim Fest für die Sinne unterm Blätterdach. Schließlich soll schon allein die Farbe Grün in sämtlichen vorhandenen Schattierungen beruhigend wirken.
Das bewusste Hineinspüren in den Wald mit Haut, Ohren, Nase und Augen trainiert die damit verbundenen Sinne. Darüber hinaus lassen sich auch noch andere Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen im Wald bewusst erproben: das Gefühl für Temperatur, für den eigenen Körper in seiner Umgebung und der Gleichgewichtssinn.
iStock/Halfpoint 21 Das bewusste Hineinspüren in den Wald mit Haut, Ohren, Nase und Augen trainiert die damit verbundenen Sinne. Darüber hinaus lassen sich auch noch andere Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen im Wald bewusst erproben: das Gefühl für Temperatur, für den eigenen Körper in seiner Umgebung und der Gleichgewichtssinn.
Nicht jedem fällt es leicht, vom Ständig-Erreichbar-Modus an mehreren Bildschirmen gleichzeitig aufs bloße achtsame Sein zwischen Bäumen umzuschalten. Entspannungsübungen wie zum Beispiel Meditation können den Übergang erleichtern.
iStock/Marcin Wiklik 21 Nicht jedem fällt es leicht, vom Ständig-Erreichbar-Modus an mehreren Bildschirmen gleichzeitig aufs bloße achtsame Sein zwischen Bäumen umzuschalten. Entspannungsübungen wie zum Beispiel Meditation können den Übergang erleichtern.
Darüber hinaus finden sich inzwischen auch hierzulande zahlreiche Angebote für Waldbaden unter Anleitung von ausgebildetem Personal in Waldführung und Waldtherapie. Denn der asiatische Trend hat den Westen längst erreicht und erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Wald gibt es in Deutschland zur Genüge.
iStock/U. J. Alexander 21 Darüber hinaus finden sich inzwischen auch hierzulande zahlreiche Angebote für Waldbaden unter Anleitung von ausgebildetem Personal in Waldführung und Waldtherapie. Denn der asiatische Trend hat den Westen längst erreicht und erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Wald gibt es in Deutschland zur Genüge.
Waldbaden besteht nicht nur im stillen Verharren und Fühlen, die Bewegung durch den Wald gehört durchaus dazu. Besonders im Gegensatz zum Sonntagsspaziergang im Wald sind dabei Ziellosigkeit und Geschwindigkeit ...
iStock/Tero Vesalainen 21 Waldbaden besteht nicht nur im stillen Verharren und Fühlen, die Bewegung durch den Wald gehört durchaus dazu. Besonders im Gegensatz zum Sonntagsspaziergang im Wald sind dabei Ziellosigkeit und Geschwindigkeit ...
Denn ohne vorgegebene Strecke wird sich möglichst langsam beim Waldbaden fortbewegt, um Eindrücke in Ruhe wirken zu lassen und generell zu entschleunigen.
iStock/lolostock 21 Denn ohne vorgegebene Strecke wird sich möglichst langsam beim Waldbaden fortbewegt, um Eindrücke in Ruhe wirken zu lassen und generell zu entschleunigen.
Auch wenn eine App zur Identifikation verschiedener Pflanzen sicherlich hilfreich wäre und die Gelegenheit, sich selbst beim Waldbaden in den sozialen Netzwerken zu posten, verlockend - bei dieser Gelegenheit bleibt das Smartphone aus oder gleich zu Haus.
iStock/erikreis 21 Auch wenn eine App zur Identifikation verschiedener Pflanzen sicherlich hilfreich wäre und die Gelegenheit, sich selbst beim Waldbaden in den sozialen Netzwerken zu posten, verlockend - bei dieser Gelegenheit bleibt das Smartphone aus oder gleich zu Haus.
Wer im Wald badet, möchte gerade nicht, dass Meldungen auf einem Bildschirm Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern sich eine Pause von der Technik gönnen und der Natur zuwenden.
iStock/Pheelings Media 21 Wer im Wald badet, möchte gerade nicht, dass Meldungen auf einem Bildschirm Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern sich eine Pause von der Technik gönnen und der Natur zuwenden.

Die wohltuende Wirkung eines Waldspaziergangs haben wohl die meisten schon einmal erlebt. Seit einigen Jahren ist der Wald als Therapeut immer öfter Gegenstand wissenschaftlicher Studien weltweit. Beim sogenannten Waldbaden lassen sich die unterschiedlichen Heilmittel, die er zu bieten hat, noch bewusster und intensiver auskosten. Das achtsame Sein im Wald hat messbare positive Effekte auf Blutdruck, Immunsystem, Konzentrationsfähigkeit und Psyche.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.