"Gängiger Irrglaube": Bruce Willis' Frau klärt über seine Demenz auf

Eine Frage stellen ihr offenbar besonders viele Menschen: Erkennt Bruce Willis (71) seine Ehefrau überhaupt noch? Emma Heming Willis (47) hat darauf eine deutliche Antwort. Im Podcast "The Bossticks" stellte sie am Montag klar, dass der "Stirb langsam"-Star sehr wohl weiß, wer sie ist.
"Wenn Leute fragen: 'Weißt du, erinnert er sich noch an dich?', dann ja, denn er hat keine Alzheimer-Krankheit, sondern FTD", sagte die 47-Jährige, die seit 2009 mit Bruce Willis verheiratet ist. "Ich glaube, es ist ein gängiger Irrglaube, dass man bei Demenz gleich an Gedächtnisverlust denkt." Bei dem Schauspieler wurde 2022 eine Aphasie diagnostiziert, im Jahr darauf folgte die Diagnose einer frontotemporalen Demenz (FTD). Emma Heming-Willis legt Wert auf die Unterscheidung zur weitaus bekannteren Alzheimer-Erkrankung. "Es ist etwas anderes als Alzheimer. Alzheimer ist zwar die häufigste Form der Demenz, aber FTD ist die häufigste Form der Demenz bei Menschen unter 60 Jahren."
Der heute 71-jährige Willis, bekannt aus Filmen wie "Pulp Fiction", "The Sixth Sense" und der "Stirb langsam"-Reihe, beendete seine Schauspielkarriere nach der Diagnose. Seine Frau setzt sich seither öffentlich für ihn und für pflegende Angehörige ein.
"Permanenter Trauerzustand"
Wie belastend der Alltag mit der fortschreitenden Krankheit ist, beschreibt Heming-Willis offen. Betreuende Angehörige von Demenzkranken befänden sich in ständiger Trauer. "Ich glaube, was man bei jeder Form von Demenz erlebt, ist, dass es einfach alles wegnimmt. Diese Krankheiten fordern immer mehr - manchmal sehr langsam - und man trauert ständig um verschiedene Verluste. Man befindet sich also in einem permanenten Trauerzustand." Inzwischen sei sie geübter im Umgang damit als früher, auch wenn man der Situation letztlich nur beiwohnen und mit ihr mitgehen könne.
Erkrankung bleibt ihm verborgen
Bereits im Januar hatte Heming-Willis im Podcast "Conversations With Cam" erklärt, dass ihr Mann sich seines Zustands gar nicht bewusst sei. Verantwortlich dafür sei ein neurologisches Phänomen namens Anosognosie, bei dem das Gehirn nicht mehr erkennen könne, was mit ihm geschehe. Es handele sich dabei nicht um Verdrängung, sondern um einen Teil der Krankheit selbst. Willis habe nie realisiert, dass er erkrankt sei - worüber sie nach eigenen Worten froh sei.