Gaby Köster: Der Schlaganfall nahm ihr die Tränen

Neun Jahre liegt ihr Schlaganfall nun schon zurück, doch noch immer kämpft Gaby Köster mit den Folgen, wie sie im Doppelinterview mit Anna Schudt verrät.
| (ln/spot)
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Neun Jahre liegt ihr Schlaganfall nun schon zurück, doch noch immer kämpft Gaby Köster mit den Folgen, wie sie im Doppelinterview mit Anna Schudt verrät.

Wie findet man zurück ins Leben, wenn einem der eigene Körper nicht mehr gehorchen will? Gaby Köster (55) sagt: "Manchmal steh ich heute im Treppenhaus und denk, ich würde jetzt gern einfach losrennen, schnell sein. Geht aber nicht."

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Die Kölnerin war die erfolgreichste deutsche Comedy-Frau, als sie Anfang 2008 plötzlich von der Bildfläche verschwand. Erst drei Jahre später erfuhr die Öffentlichkeit, dass Gaby Köster am 8. Januar 2008 einen schweren Schlaganfall erlitten und zeitweise im Koma gelegen hatte. Sie musste mühsam wieder lernen zu sprechen, ihren linken Arm kann sie bis heute nicht bewegen.

Ihr Schicksal kommt als TV-Film


Anna Schudt (li.) spielt Gaby Köster in der Bestseller-Verfilmung Foto:RTL / Wolfgang Ennenbach

Nun wurde ihre Autobiografie "Ein Schnupfen hätte auch gereicht - Meine zweite Chance" verfilmt (14. April, 20:15 Uhr bei RTL), die Rolle der Gaby Köster hat die renommierte Schauspielerin Anna Schudt (43, "Tatort") übernommen. In einem Doppelinterview mit dem Nachrichtenmagazin "stern" schildern beide Frauen ihre Gefühle bei den Dreharbeiten und beim Anschauen des fertigen Films.

Anna Schudt war "nach jedem Drehtag unendlich glücklich, dass ich aufstehen und nach Hause gehen konnte. Das war jedes Mal wieder: Danke, lieber Gott!" Gaby Köster: "Das ist eins der Dinge, über die ich mich anfangs geärgert habe: dass ich das nicht so geschätzt habe."

"Ich kann leider nicht mehr weinen"

Kösters Sohn kamen die Tränen, als er den Film sah. "Ich selbst kann leider nicht mehr weinen, das ist ja auch kaputt seit dem Schlaganfall." Bei der Heilung hätten ihre Haustiere eine große Rolle gespielt. "Ohne meine Hunde wäre ich vor dieselben gegangen."

Auch das Laufen musste Köster wieder lernen. "Ich habe mir das gleich nach dem Koma gesagt, als ich hirnmäßig noch in Watte war: Scheißegal, was passiert, du gehst hier zu Fuß wieder raus!" Ihr linker Arm ist bis heute gelähmt. "Er macht den ganzen Tag nichts". Manchmal brülle sie ihn an: "Mach jetzt, verdammt noch mal!"

Begegnung mit ihrem toten Vater

Im Film ruft Anna Schudt aus: "Meine Schädeldecke ha'm se beim Käpt'n Iglo eingefroren." Die wahre Gaby Köster sagt: "Genau! So war das auch." Auch ihr toter Vater sei ihr begegnet, er habe sie in die Welt der Lebenden zurückgeschickt. Dazu Gaby Köster: "Ich dachte, boah, der ist noch nicht reinkarniert, der ist noch unterwegs. Wie auch einer meiner Hunde. Seine Ansprache fand ich allerdings etwas schroff: 'War mähst du dann he? Dat geht aber nicht!' Scheinbar habe ich wohl noch einen Auftrag."

Sie fände es jetzt beruhigend "zu wissen, man wird abgeholt, wenn es so weit ist. Vom Vater, von Verwandten. Ich sag meinem Freundeskreis im Himmel immer, wenn einer von uns geht: Passt auf, da kommt einer. Holt den mal."

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