Frist für Alfons Schuhbeck abgelaufen: Letztes Gutachten fehlt

Wie die Staatsanwaltschaft München im April dieses Jahres der AZ mitteilte, wurde die Haftstrafe von Alfons Schuhbeck (77) bis zum 4. September ausgesetzt. Der Stichtag ist seit Tagen vorbei und der einstige Society-Liebling befindet sich noch immer in Freiheit. Wurde bereits eine Entscheidung zu Schuhbecks Schicksal getroffen? Die AZ hat die Münchner Anklagebehörde kontaktiert.
Staatsanwaltschaft teilt mit: Entscheidung zu Schuhbeck "wird vorbereitet"
Vor knapp anderthalb Jahren wurde die Gefängnisstrafe von Alfons Schuhbeck vorübergehend ausgesetzt – der Star-Koch ist unheilbar an Krebs erkrankt. Mehrere Fristen verstrichen, ohne dass der 77-Jährige zurück hinter Gittern musste, um seine Haft von insgesamt vier Jahren und drei Monaten fortzusetzen. "Seit der Haftentlassung von Herrn Schuhbeck am 27.02.2025 hat die Staatsanwaltschaft München I nach den Vorgaben des § 455 StPO regelmäßig überprüft, ob die Voraussetzungen der Haftunterbrechung weiterhin vorliegen", teilt Juliane Grotz, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München I, der AZ am Dienstag mit.
Ob Alfons Schuhbeck zurück ins Gefängnis muss oder nicht, soll in naher Zukunft beurteilt werden. "Derzeit wird eine erneute Entscheidung über die Haftunterbrechung von Herrn Schuhbeck vorbereitet", erklärt Grotz zur aktuellen Lage. Das Problem: Es fehlt noch immer ein wichtiges Gutachten. "Das in diesem Zusammenhang in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten zur Frage der Haftfähigkeit liegt bislang noch nicht vor", teilt die Staatsanwaltschaft der AZ mit.
Alfons Schuhbeck: Warum der Star-Koch in München untergebracht werden muss
Warum gestaltet sich der abschließende Beschluss in der Causa Schuhbeck so schwierig? Nach Informationen der AZ muss der gefallene Promi-Koch in München gegen seine Krebserkrankung behandelt werden. Daher sei eine "ortsnahe Inhaftierung des Verurteilten" erforderlich, wie ein Staatsanwaltschaftssprecher vor wenigen Wochen mitteilte. Für Alfons Schuhbeck komme daher nur eine Unterbringung in der JVA Stadelheim infrage. Dort könne der 77-Jährige aktuell jedoch nicht entsprechend versorgt und behandelt werden.
Marcus Hegele, Leiter der JVA Straubing und JVA Passau, äußerte sich zuletzt im AZ-Gespräch stellvertretend für alle bayerischen Justizvollzugsanstalten und erklärte, dass eine mögliche Haftunfähigkeit eine Prüfung des "konkreten Einzelfalls" voraussetze. Eine Krankheit könne bei verschiedenen Personen unterschiedliche Auswirkungen haben. Daher müsse auch der Fall von Alfons Schuhbeck genauestens kontrolliert werden. Bis die Entscheidung über sein Schicksal getroffen wird, muss der einstige Society-Liebling wohl oder übel abwarten.