Französischer Starregisseur Jean-Paul Rappeneau ist tot

Er verfilmte eine berühmte Nase der Literaturgeschichte und schickte Depardieu damit ins Oscar-Rennen: Jean-Paul Rappeneau ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit.
(stk/spot) |
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Jean-Paul Rappeneau wurde 94 Jahre alt.
Jean-Paul Rappeneau wurde 94 Jahre alt. © imago/Bestimage / Denis Guignebourg / Bestimage

Das französische Kino verliert einen seiner großen Erzähler. Jean-Paul Rappeneau ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Nachricht gab seine Familie laut übereinstimmenden Medienberichten bekannt.

Geboren wurde Rappeneau am 8. April 1932 in Auxerre im Zentrum Frankreichs. Was danach folgte, umspannt mehr als 50 Jahre französische Filmgeschichte.

Erst die Feder, dann die Kamera

Bekannt wurde er zunächst als Drehbuchautor. Für Louis Malle schrieb er 1960 an "Zazie" mit, zwei Jahre später am Bardot-Drama "Privatleben". Für Philippe de Broca lieferte er die Vorlage zu "Abenteuer in Rio", jenem Thriller mit Jean-Paul Belmondo, der bis heute als Klassiker gilt.

1966 setzte er sich erstmals selbst auf den Regiestuhl. Sein Debüt "Leben im Schloß", eine romantische Komödie, spielt am Vorabend der Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg. Die Hauptrolle übernahm Catherine Deneuve.

Wiedersehen mit Catherine Deneuve

Neun Jahre später arbeiteten die beiden erneut zusammen. In "Le Sauvage" von 1975 spielt Yves Montand einen Einsiedler, der auf seiner Karibikinsel eigentlich seine Ruhe haben will, bis ihm eine flüchtige Braut in die Quere kommt. Es folgten eine Komödie im Jahr 1982 und 1995 das Historiendrama "Der Husar auf dem Dach".

Fünf Oscar-Nominierungen für "Cyrano"

International verbindet man seinen Namen jedoch vor allem mit einem Film: der Kinofassung von Edmond Rostands Bühnenstück "Cyrano von Bergerac". Gérard Depardieu spielte darin den dichtenden Haudegen mit der großen Nase.

Die Vorführung 1990 in Cannes wurde zum Triumph, Depardieu nahm den Darstellerpreis mit nach Hause. Danach lief die Oscar-Kampagne mit fünf Nominierungen für die 63. Academy Awards an, unter anderem in den Kategorien "Bester Hauptdarsteller" und "Bester fremdsprachiger Film".

Beide Trophäen gingen am Ende an andere. Einen Oscar bekam das Team trotzdem: Franca Squarciapino wurde für die Kostüme ausgezeichnet.

Der letzte Film

Sein letzter abendfüllender Kinofilm von 2015, "Belles familles", drehte sich um eine französische Familiengeschichte. Mathieu Amalric spielt darin einen in Shanghai lebenden Finanzmann, der in die alte Heimat zurückkehrt und feststellen muss, dass das Anwesen der Familie verkauft werden soll. Komödie und Drama, dicht beieinander: Genau darin lag die Handschrift, die Rappeneau über fünf Jahrzehnte hinweg treu geblieben ist.

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