Franziska van Almsick in großem Konflikt: "Konnte es nicht mehr ausblenden"

Als Schwimmerin schrieb Franziska van Almsick deutsche Sportgeschichte. Doch Erfolg und Ruhm gehen nicht selten auch mit Schattenseiten einher. Die zweifache Mutter spricht nun ganz offen über herausfordernde Zeiten – und verrät, wie sie heute über ihr Leben in der Öffentlichkeit denkt.
Eva Meeks
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Franziska van Almsick musste für den beruflichen Erfolg auch einige Opfer bringen.
Franziska van Almsick musste für den beruflichen Erfolg auch einige Opfer bringen. © dpa/Daniel Reinhardt

Franziska van Almsick (48) konnte als Profi-Schwimmerin zahlreiche Welt- und Europameistertitel einheimsen. Als sie ihre aktive Karriere im Jahr 2004 beendete, begann ein neues Kapitel für die gebürtige Berlinerin. Nun spricht sie ganz offen über die Zeit nach den großen Sporterfolgen – und räumt ehrlich ein, wie herausfordernd das mediale Interesse an ihrer Person zuweilen war.

Franziska van Almsick ehrlich: "Ich war ja nie zu Hause"

Nach den Olympischen Sommerspielen im Jahr 2004, gab Franziska van Almsick das Ende ihrer Schwimm-Karriere bekannt. Im Interview mit dem "Strive"-Magazin erinnert sie sich nun an diese Phase zurück: "Ich hatte keinen Plan und habe in der ersten Zeit einfach in den Moment hineingelebt. Ich habe mir Zeit genommen für Dinge, die ich vorher nie gemacht hatte: Ich bin auf Veranstaltungen gegangen, war bei Preisverleihungen, bin nach Bora Bora in die Südsee gereist und habe eine Reportage für einen TV-Sender gemacht."

Alles nicht selbstverständlich, wie die 48-Jährige heute erzählt: "Das war eine verrückte Zeit. Ich musste erst mal herausfinden, was ich wirklich wollte. Selbst Kleinigkeiten fand ich aufregend. Einfach mal ausschlafen oder auf einen Familiengeburtstag gehen: Wie fühlt sich das an? Das wusste ich nicht." Denn ihre Karriere hatte sie zuvor einige private Opfer gekostet: "Ich war ja nie zu Hause, selbst an Weihnachten und Silvester war ich meistens unterwegs", weiß Franzi van Almsick noch gut.

2004 zog sich Franziska van Almsick aus dem Profisport zurück. Damals war sie 26 Jahre alt.
2004 zog sich Franziska van Almsick aus dem Profisport zurück. Damals war sie 26 Jahre alt. © imago/Camera4

Medieninteresse an Franzi van Almsick: "Hat mich überfordert"

Als Ausnahmetalent stand Franziska van Almsick schon früh im Fokus der Öffentlichkeit – positive wie negative Presse inklusive. Dass das nicht immer ganz einfach war, gibt sie offen zu: "Der Rummel um meine Person hat mich in vielen Momenten überfordert. Schon als mich angeblich alle toll fanden, habe ich mich gefragt: Warum eigentlich?"

Denn die Wahl-Heidelbergerin erinnert sich an viele Selbstzweifel zurück: "Finden die Dich toll, weil Du so erfolgreich bist, weil Du so schöne Fotos machst und Kohle hast? Oder mögen die Dich um Deinetwillen?" Diese Zweifel hätten sie zuweilen sogar im Training eingeschränkt: "Ich habe mich einschüchtern lassen und konnte nicht mehr ausblenden, was über mich gesagt und geschrieben wurde", so die zweifache Mutter heute.

Ihre Beziehung zu den Medien beschreibt Franzi van Almsick daher so: "Ich mochte weder die gute noch die schlechte Presse. Bis heute mag ich es nicht, wenn man mir zu viele Komplimente macht. Aber ich mag es genauso wenig, wenn man mir sagt, ich sei zu fett oder meine Haare sähen nicht gut aus." Daher zieht sie das Fazit: "Die Zeit damals hat mich sehr geprägt. [...] Ich lese ab und zu ein paar Nachrichten, aber ich versuche, sehr bei mir zu bleiben."

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