Forscher errechnet Sterbe-Risiko: Sogar zu Hause bleiben ist gefährlicher als fliegen
15 Prozent der Deutschen leiden an Flugangst - weitere 20 Prozent fühlen sich laut Umfragen an Bord einer Maschine unwohl. Dabei gibt es fast keine menschliche Betätigung, in der das Unfallrisiko niedriger ist, als ein Flugzeug zu besteigen. Zu dem Ergebnis kommt Mihhail Berezovski, Mathematiker und Datenwissenschaftler an der Embry-Riddle Aeronautical University im US-Bundesstaat Florida. Dabei handelt es sich um eine der renommiertesten Luftfahrt-Hochschulen der Welt.
Für seine Studie, über die der "Spiegel" berichtet, wertete Berezovski Zahlen zu Todesfällen im US-Luftverkehr zwischen 2016 und 2025 aus. In fast allen Jahren lag sie bei null. Der Forscher schließt, dass Flugzeuge die mit Abstand sichersten Verkehrsmittel seien. Auf die zurückgelegte Wegstrecke hochgerechnet sei eine Fahrt im Überlandbus neunmal so gefährlich, eine Zugfahrt gar 239-mal. Und wer im eigenen Auto reist, trage ein im Vergleich zum Luftverkehr 626-fach höheres Risiko, das Fahrtziel nicht lebend zu erreichen.
Was Flugangst-Geplagte auch interessieren dürfte: Nicht zu reisen, ist keinesfalls sicherer, als ein Flugzeug zu besteigen. So belegen es die Zahlen des US-Wissenschaftlers. Auf einer Skipiste etwa lauert eine 73-mal höhere Todesgefahr als über den Wolken, eine Geburt wird als 20.000-fach riskanter ausgewiesen. Und auch die Weisheit "Die meisten Unfälle passieren im Haushalt" bestätigt die Studie indirekt: Wer einfach zu Hause bleibt, habe ein achtfach erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu einem Flug-Passagier.
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