Filmproduzent Jeremy Thomas stirbt mit 77 Jahren
Der britische Filmproduzent Jeremy Thomas (1949-2026) ist tot. Er starb am späten Freitagabend im Alter von 77 Jahren in seinem Landhaus in der Grafschaft Oxfordshire. Wie sein Team laut "Variety" in einem Statement mitteilte, sei er friedlich eingeschlafen, umgeben von seiner Familie und engen Angehörigen.
Filmografie umfasst über 80 Titel
Mehr als fünf Jahrzehnte lang prägte Thomas das internationale Kino und brachte mehr als 80 Spielfilme auf die Leinwand. Mit seiner Produktionsfirma Recorded Picture Company arbeitete er mit vielen renommierten Regisseuren zusammen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Bernardo Bertoluccis "Der letzte Kaiser", David Cronenbergs "Crash" und Nagisa Oshimas "Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence". Auch an Filmen von Werner Herzog und Wim Wenders wirkte er mit.
Seinen größten Triumph feierte Thomas mit "Der letzte Kaiser". Bertoluccis Historienepos gewann insgesamt neun Oscars, darunter die Auszeichnung als bester Film, die an Thomas ging. Mit Bertolucci arbeitete er über einen Zeitraum von 17 Jahren an insgesamt fünf Filmen.
Karriere führte ihn nach Australien
Jeremy Thomas wurde 1949 in London geboren und wuchs im Filmgeschäft auf. Sein Vater Ralph Thomas sowie sein Onkel Gerald Thomas waren Regisseure. Nach der Schule stieg Jeremy Thomas selbst in die Branche ein und arbeitete zunächst in Schneideräumen.
Eigentlich wollte auch er Regisseur werden. Stattdessen fand er seine Berufung als Produzent. Dafür verschlug es ihn sogar nach Australien. Mit gerade einmal 27 Jahren wurde er 1976 erstmals bei Philippe Moras "Mad Dog" als Produzent im Abspann genannt.
Cannes-Preis für die erste eigene Produktion
Zurück in Großbritannien gründete Thomas die Recorded Picture Company. Deren erste Produktion war Jerzy Skolimowskis Horrorfilm "Der Todesschrei" von 1978. Der Film lief im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes und wurde dort mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
Bis zuletzt blieb Thomas als Produzent aktiv. Werner Herzogs "Bucking Fastard" hatte erst in diesem Jahr in Venedig seine Premiere. Nach seinem Tod feiert ein weiteres seiner Werke seine Premiere: Beim laufenden Filmfestival in Toronto soll am 14. September "Bad Lieutenant: Tokyo", seine jüngste Zusammenarbeit mit Takashi Miike, gezeigt werden.
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