Filmfest München: Münchner "Tatort"-Team feiert gelungene Premiere
Ein besseres Warm-up hätte sich das Filmfest München kaum wünschen können: Noch bevor am Samstagabend (27. Juni) die offizielle Eröffnungsgala stattfindet, wurde am Freitagabend die "Welturaufführung" des ersten gemeinsamen Falls des neuen Münchner "Tatort"-Teams gefeiert. Im voll besetzten Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film München präsentierten Ferdinand Hofer (33), Carlo Ljubek (50) und das Filmteam ihren Auftaktfall "Tatort: Zwischenwelten".
Während Ferdinand Hofer seit 2013 als Kalli Hammermann dabei ist, steigt Carlo Ljubek als SEK-Schichtleiter Nikola Buvak mit diesem Film neu ein. Zuvor erspielten sich Miroslav Nemec (72) und Udo Wachtveitl (67) als Batic und Leitmayr in 35 Jahren und 100 Fällen Kultstatus.
Schon vor Beginn der Vorführung herrschte Festivalstimmung. Fotografen drängten sich vor dem Eingang, Fans warteten geduldig auf Autogramme und Selfies mit den beiden Ermittler-Darstellern. Die Atmosphäre war gespannt und herzlich - ein Gefühl, das sich durch den gesamten Abend zog.
"Tatort"-Generationswechsel begeistert auch die Filmfestleitung
Dass der Generationswechsel beim Münchner "Tatort" ausgerechnet auf dem Filmfest seine Premiere feierte, war kein Zufall. Julia Weigl, Künstlerische Leiterin des Filmfests, sprach im Interview mit spot on news von einem besonderen Moment: Gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk dürfe man einen "tollen Neustart, einen Reboot" feiern. Der "Tatort" sei "ein Stück Kulturerbe und Kulturgut", dessen Erneuerung das Filmfest gerne begleite. Auch Festivalleiter Christoph Gröner unterstrich die Bedeutung der Weltpremiere: Der Münchner "Tatort" sei nach dem Abschied des langjährigen Teams eine "Zäsur" und ein "Neubeginn". Entsprechend neugierig sei das Publikum auf die Zukunft der traditionsreichen Krimireihe.
Vor der Vorführung war die Anspannung den Hauptdarstellern durchaus anzumerken - wenn auch auf unterschiedliche Weise. Ferdinand Hofer blieb gelassen und antwortete auf die Frage nach seiner Nervosität mit einem knappen: "Im Moment geht's noch." Carlo Ljubek zeigte sich emotionaler. "Ich bin immer aufgeregt bei so großen Veranstaltungen", gestand er. Diese Nervosität gehöre für ihn aber einfach dazu: "Ohne Aufregung und ohne ein bisschen dieser seltsamen Spielangst kann auch nichts Gutes und Schönes entstehen." Angst vor der Reaktion auf den Film habe er allerdings nicht. "Ich hoffe natürlich, dass die Leute den Film mögen und dass er eine schöne Resonanz findet, aber wie der jetzt dann wirklich angenommen wird, darauf habe ich ja gar keinen Einfluss mehr." Vielmehr sei er in solchen Situationen "manchmal scheuer, als man nach außen hin preisgibt", so Ljubek.
Große Erleichterung bei der Bühnenpräsentation
Umso größer war die Erleichterung nach dem Abspann. Der Auftaktkrimi kam beim Filmfest-Publikum hervorragend an. Aufmerksam verfolgte es, wie die beiden neuen Figuren zusammenfinden - an den richtigen Stellen wurde gezittert und gelacht. Und so viel sei schon mal verraten: Dieser Film macht definitiv Lust auf mehr Buvak und Hammermann.
Der lang anhaltende Applaus nach der Vorführung sprach für sich. Als anschließend das gesamte Team auf die Bühne gebeten wurde, war die Erleichterung allen Beteiligten anzusehen. Regisseurin Katharina Bischof (geb. 1985, "Tatort: Hackl") begrüßte Cast und Crew und machte deutlich, dass hinter dem Neustart zahlreiche Gewerke gemeinsam an einem Strang gezogen hätten.
BR-Redakteur Cornelius Conrad blickte auf die Entstehungsgeschichte zurück. Nach dem großen Erbe von Batic und Leitmayr sei die Suche nach einem neuen Team eine enorme Herausforderung gewesen. Mit Carlo Ljubek und Ferdinand Hofer sei die Entscheidung letztlich aber überraschend schnell gefallen. "Es macht jedes Mal großen Spaß", sagte Conrad. Der zweite Film sei bereits abgedreht und er glaube, "da kommt wirklich ganz, ganz viel ganz Tolles".
Fröhlicher Carlo Ljubek, geerdeter Ferdinand Hofer
Besonders bewegend geriet der Auftritt von Carlo Ljubek. Sichtlich erleichtert bedankte er sich zunächst beim Publikum dafür, an einem heißen Sommerabend den Weg ins Kino gefunden zu haben. "Ich find's großartig, dass wir die Chance bekommen haben, den Film hier auf so einer Leinwand zu sehen", sagte er. Die Zusammenarbeit mit Ferdinand Hofer beschrieb er nicht nur als beruflich bereichernd: "Ich freue mich natürlich, dass wir uns neben dem Beruflichen auch privat einfach sehr gut verstehen." Der Blick richte sich bereits nach vorne - der dritte gemeinsame "Tatort" werde schon vorbereitet. Auch der gewohnt bodenständige, ausgeglichene und sympathische Ferdinand Hofer fand persönliche Worte für seinen neuen Kollegen. "Es macht wirklich enorm viel Spaß mit dir", sagte er in Richtung Ljubek. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man einen Kollegen wie dich bekommt."
Dieses gegenseitige Vertrauen war am Premierenabend immer wieder spürbar. Statt großer Inszenierung dominierte eine angenehm familiäre Atmosphäre - passend zu dem Eindruck, den Carlo Ljubek bereits vor der Premiere beschrieben hatte. Für ihn gehöre dieser "Tatort" zum Filmfest München, weil er in der Stadt spiele und weil auch das Festival selbst einen so herrlich familiären Charakter habe.
"Tatort: Zwischenwelten" - TV-Publikum muss noch etwas warten
Im "Tatort: Zwischenwelten" erschüttert ein brutaler Raubmord Neuperlach. Bei der Festnahme wird der Tatverdächtige vom SEK angeschossen und ist nicht mehr vernehmungsfähig. Für Hauptkommissar Hammermann scheint der Fall zunächst klar - bis der SEK-Beamte Buvak, der im Viertel aufgewachsen ist, Hinweise auf eine unbekannte Person entdeckt...
Das Fernseh- und Mediathek-Publikum muss auf den "Tatort: Zwischenwelten" noch ein wenig warten, der Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest - aber den kleinen Test als Vorpremiere am Warm-up-Day des Filmfests hat das neue Team in jedem Fall bestanden.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
