Silvester für Bedürftige: Wiesnwirtefamilie serviert Drei-Gänge-Menü

Die Wiesnwirte-Familie Steinberg hat im Hofbräukeller Bedürftige mit einem Drei-Gänge-Menü erfreut – freilich mit prominenter Unterstützung. Welche Promis mitangepackt haben und was die Aktion für sie bedeutet.
Daniela Schwan |
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Servieren eifrig Schnitzel für Bedürftige: Schauspieler Francis Fulton-Smith und Partnerin Salomea.
Servieren eifrig Schnitzel für Bedürftige: Schauspieler Francis Fulton-Smith und Partnerin Salomea. © Marille Rüb

Dankbarkeit, Emotionen und strahlende Gesichter am Mittwochmittag im Hofbräukeller am Wiener Platz: Bereits zum 25. Mal verköstigte die Wiesnwirtefamilie Günter, Margot und Silja Steinberg ("Hofbräu-Festzelt") zum Jahreswechsel mehr als 400 Bedürftige der Münchner Tafel mit einem festlichen Drei-Gänge-Menü.

"Eine Tradition, eine Herzensangelegenheit, die künftig unsere Tochter Silja weiterführt, darüber sind wir sehr froh", sagte Günter Steinberg (86) gleich zu Beginn der AZ. Und Silja fügte an: "Wir möchten den Menschen in München einen würdevollen und schönen Abschluss des Jahres ermöglichen und ihnen zeigen, dass sie Teil unserer Gemeinschaft sind."

Seit Anbeginn immer dabei: Moderatorin Carolin Reiber ist (auch) fürs Süße zuständig.
Seit Anbeginn immer dabei: Moderatorin Carolin Reiber ist (auch) fürs Süße zuständig. © Marille Rüb

Eifrig jonglierte Carolin Reiber (85) gut gefüllte Teller, erst mit Schnitzel und Kartoffelsalat, später mit Apfelstrudel und Vanillesoße durch die Menschenmenge und hatte für jeden ein freundliches Wort und ein Lächeln. "Ich war von Anfang an jedes Jahr dabei, die Aktion zu unterstützen gehört für mich zu Silvester einfach dazu, das ist ein Ritual geworden – genau wie später die Andacht in der Kirche, das Essen mit den Nachbarn und das Treffen um Mitternacht mit der Nachbarschaft auf der Straße, egal bei welchem Wetter", verriet die Moderatorin der AZ.

Edda Moser: "Carolin Reiber war für mich immer ein Vorbild"

Früher, erinnerte sich Reiber, habe sie jedes Jahr erst das Neujahrskonzert, dann das Neujahrsskispringen im Fernsehen moderiert. "Und hatte immer nur eine Minute Zeit, um mich umzuziehen. Da wurde so manches Mal der dicke Skipulli hinten einfach aufgeschnitten, damit es schneller ging". Ferner unter den prominenten Unterstützern: Käfer-Witwe und Tierschützerin Uschi Ackermann ("Gutes tun tut gut!"), Stadtrat Andreas Babor (CSU) und die ehemalige Star-Sopranistin und Kammersängerin Edda Moser (87), die gerade ihre Freundin Carolin Reiber besucht.

Moser, die vor 20 Jahren das "Festspiel der Deutschen Sprache" im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt ins Leben gerufen hat, sagt: "Wir haben uns vor vielen Jahrzehnten übers Fernsehen kennengelernt. Ihre Intelligenz, ihre Liebenswürdigkeit, ihre Schönheit – Carolin Reiber war für mich immer ein Vorbild. Und Jahr für Jahr helfen wir hier mit, eine großartige, sinnvolle Einrichtung, ein Lichtblick für die Armen."

Käfer-Witwe Uschi Ackermann (l.) mit Mops Willy und Opernstar Edda Moser.
Käfer-Witwe Uschi Ackermann (l.) mit Mops Willy und Opernstar Edda Moser. © Marille Rüb

In ihrer Ansprache dankte Hannelore Kiethe der Familie Steinberg "für das Vertrauen und die Anerkennung". 1994 hat sie die Münchner Tafel gegründet. Jede Woche werden über 180.000 Kilo Lebensmittel eingesammelt und an 30 Ausgabestellen verteilt. "Dadurch erreichen wir jede Woche mehr als 22.000 bedürftige Menschen in München", gab sie preis.

Kiethe: "Seit dem letzten Jahr ist die Armut noch mehr gestiegen"

Vor zwei Jahren wurde Kiethe die Ehrenbürgerwürde verliehen. Für ihr Engagement für Menschen in Not und ihren Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit in München. Der AZ sagt sie: "Seit dem letzten Jahr ist die Armut noch mehr gestiegen, vor allem auch bei älteren Menschen. Wir haben verstärkt Notfälle, Menschen, die gar nichts mehr zu essen haben, wir haben sehr viel zu tun. Unser ältester Gast heute ist 94, er ist so unglaublich gut drauf und so dankbar. Wir tun alles, was wir können."

Hannelore Kiethe (v. l.) mit Margot, Silja und Günter Steinberg.
Hannelore Kiethe (v. l.) mit Margot, Silja und Günter Steinberg. © Jasmin Mörth/Hofbräukeller

Francis Fulton-Smith (59) war zum dritten Mal mit von der Partie und hatte diesmal Lebensgefährtin Salomea (31), dabei. "Bedürftigen etwas Gutes zu tun ist ganz toll zum Jahresende, als Silvesterauftakt, da geht einem das Herz auf! Ich habe auch keinerlei Berührungsängste, hatte schon immer Volksnähe", fasste er es zusammen. Seit drei Jahren ist er mit Salomea happy, die beiden haben sich via Instagram kennengelernt und leben mittlerweile zusammen. "Wir sind sehr glücklich, genießen uns und das Leben und hoffen, dass es weiterhin so enthusiastisch läuft."

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