Felix Neureuther über Stress und Überforderung: "Erkenne Anzeichen"

Möglichst lange fit und gesund leben – dieser Maxime haben sich Anhänger der Longevity-Bewegung verschrieben, darunter auch Felix Neureuther. Die AZ hat den ehemaligen Ski-Star auf einem Event in München getroffen und mit ihm über die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit gesprochen. Dabei gab er auch einen kleinen Einblick in sein privates Leben.
von  Sven Geißelhardt
Felix Neureuther wirbt für Longevity – und spricht mit der AZ über seine eigene Sterblichkeit.
Felix Neureuther wirbt für Longevity – und spricht mit der AZ über seine eigene Sterblichkeit. © Sven Geißelhardt

In der Küche scheint Felix Neureuther (42) kein Naturtalent zu sein. Dennoch zauberte der einstige Ski-Rennfahrer am Dienstagmorgen (19. Mai) für geladene Gäste in München eine Guacamole und einen Hafer-Bananen-Drink – stets unter der wachsamen Anleitung von Dr. Bettina Graf, Marketingchefin der Firma Vorwerk. Das Unternehmen, das vor allem für den Thermomix bekannt ist, hatte zum Longevity-Event geladen. Ganz nach dem Motto "länger besser leben" verfolgt diese Bewegung das Ziel, die eigene Lebensspanne möglichst gesund und fit zu verlängern.

"Nicht nur Schwarz oder Weiß denken": Was Felix Neureuther über seine Kinder verrät

Obwohl aus Felix Neureuther wohl nie ein Profi-Koch wird, zeigte er sich in der Show-Küche bestens gelaunt. Zu Hause überlässt der 42-Jährige den Kochlöffel lieber Ehefrau Miriam (35), die als studierte Ernährungsberaterin gerne die Familie versorgt. Neureuther verriet der AZ aber augenzwinkernd: "Ich mache für meine Kinder Müsli."

Was landet in den Schalen seiner Töchter Matilda (8) und Lotta (4) sowie seiner Söhne Leo (6) und Mats (2)? Sein sogenanntes "Zaubermüsli" setzt sich aus Haferflocken, Äpfeln, Bananen, Datteln, Pfirsichen, Nüssen und etwas Zucker zusammen, verrät Neureuther der AZ.

Zucker!? Bei den gesundheitsbewussten Neureuthers? "Man darf nicht nur in Schwarz oder Weiß denken", betonte Neureuther im AZ-Gespräch. Ein bisschen Süße könne schließlich jeder vertragen und so müssen auch seine Kinder nicht ganz darauf verzichten. Wenn man sich das vernünftig einteile, sehe der 42-Jährige darin kein Problem.

Auch wenn Felix Neureuther in der Küche offenbar kein geborener Profi ist, zaubert er beim Event in München kurzerhand eine Guacamole zusammen.
Auch wenn Felix Neureuther in der Küche offenbar kein geborener Profi ist, zaubert er beim Event in München kurzerhand eine Guacamole zusammen. © Sven Geißelhardt

Felix Neureuther pfeift auf Zeichen des Alterns: "Ist mir total wurscht"

Dennoch sollte man bewusst auf sein Essen und die Fitness achten, erklärte Felix Neureuther: "Wenn man sich bewegt, entwickelt man ein Bewusstsein für gesunde Ernährung. Nach dem Sport entfaltet sich meist auch ein Zufriedenheitsgefühl – das will man sich nicht kaputtmachen, indem man sich direkt einen Schokoriegel reinknallt."

Longevity setzt sich aber nicht nur aus Ernährung, Sport und Mindset zusammen – für viele geht es dabei auch um ein möglichst jugendliches Aussehen, um den äußeren Anzeichen des Alterns Einhalt zu gebieten. Von diesem Ansatz hält Felix Neureuther wenig: "Das ist mir prinzipiell total wurscht. Ich glaube, dass es völlig egal ist, ob man älter oder jünger aussieht." Eine Sache sei ihm dabei allerdings beim Blick in den Spiegel doch wichtig: "Ich erkenne bei mir in stressigen Momenten, wenn ich viel unterwegs bin und mich zu wenig bewege, dass ich dunkle Augenringe bekomme. Dann merke ich: Hoppla, da musst du aber wieder was machen. Auch an meiner Haut erkenne ich die Anzeichen von Stress."

Beim Panel-Talk haben neben Felix Neureuther auch Dr. Bettina Graf, Moderator Chris Wackert, Therapeutin Nora Dietrich und Ex-Bachelor David Jackson gesprochen.
Beim Panel-Talk haben neben Felix Neureuther auch Dr. Bettina Graf, Moderator Chris Wackert, Therapeutin Nora Dietrich und Ex-Bachelor David Jackson gesprochen. © Sven Geißelhardt

Eigene Sterblichkeit im Fokus: So denkt der einstige Ski-Star darüber

Als ehemaliger Leistungssportler hat Felix Neureuther ein sensibles Körperbewusstsein und merkt durch sein äußeres Erscheinungsbild, wenn etwas nicht rund läuft. "Man erkennt die Anzeichen für Überforderung. Wenn man etwa nicht gut schläft, dann läuft in diesem Moment im Körper etwas nicht richtig. Da muss man schauen, dass man das adaptiert und durch Sport und Ernährung wieder etwas zur Ruhe kommt." Für ihn hat das mit Eitelkeit oder Jugendwahn nur wenig zu tun: "Das Aussehen kann man sowieso nicht ändern."

Der Fokus auf ein verlängertes Leben geht meist auch mit der Auseinandersetzung der eigenen Sterblichkeit einher. Ist das ein Gedanke, der dem ehemaligen Ski-Star Angst macht? "Ich sehe das als den ganz normalen Weg im Leben", sagte er entspannt der AZ. "Älter werden ist nichts Schlimmes. Wir alle werden älter. Man kann nur versuchen, aus dem, was einem gegeben ist, das Beste zu machen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, älter zu werden." Mit dieser Einstellung scheint Felix Neureuther für sich, Ehefrau Miriam und die gemeinsamen vier Kinder vieles richtig zu machen.

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