Felix Neureuther hegt Zweifel nach Rückschlägen: "Wollte nie so abhängig sein"
Im März 2019 gab Felix Neureuther sein Karriere-Aus als Skirennläufer bekannt. Der Bayer feierte große Erfolge und zählt im deutschen Wintersport zu den ganz Großen. Doch auch der 42-Jährige war im Laufe seiner Karriere nicht vor Rückschlägen gefeit. Wie jeder Leistungssportler hatte er Tiefpunkte und konnte nicht bei jedem Rennen so abliefern, wie er wollte. Frustration und Selbstzweifel waren vorprogrammiert. Wie ging Neureuther damit um?
Psychologische Hilfe: Felix Neureuther "wollte nie so abhängig sein"
Der Skistar meint, er sei vereinzelt mit "Mental-Coaches" ins Gespräch gekommen. Skiverband und Trainer hätten ihm einst entsprechende Termine ans Herz gelegt, so der 42-Jährige im Podcast "Wie geht's? Mit Robin Gosens". Felix Neureuther lobt, dass es auch für männliche Sportler normaler wurde, mit Mental-Experten in Kontakt zu treten und die Geschehnisse bei Wettbewerben besser zu verarbeiten. Zu seinen Hochzeiten sei das jedoch noch nicht die Regel gewesen: "Da hat sich natürlich wahnsinnig viel entwickelt, nur zum Positiven."
Zu Beginn habe es Neureuther durchaus als sinnvoll angesehen, mit Sportpsychologen zu sprechen. Doch das hat sich offenbar gewandelt. "Ich persönlich habe mich unheimlich schwergetan damit, mir das anzuhören, weil ich mir dachte, mir geht es ja sonst gut im Leben. Es ist der Sport, aber ich wollte halt nie so abhängig sein von anderen", schildert der einstige Skirennläufer. Nach ersten Gesprächen habe er demnach schnell daran gezweifelt, sich auf einen "Mental-Coach" zu verlassen. "Ich dachte mir, ich selbst muss aus den Dingen lernen [...] und ich habe viele Dinge ausprobiert für mich persönlich."

Felix Neureuther hegt Zweifel: "Du weißt nicht, wie es sich anfühlt da oben"
Felix Neureuther habe Sportpsychologen die fachliche Kompetenz nie abgesprochen. Dennoch habe er nicht nachvollziehen können, wie ein "Mental-Coach" wissen soll, welche Gefühle ihn "vor 40.000 oder 50.000 Menschen" auf der Skipiste beschäftigen. Der 42-Jährige meint: "Wie willst du mir erzählen, wie ich dann zu funktionieren habe? Du kannst dich nicht in meine Lage hineinversetzen, weil du nicht weißt, wie es sich anfühlt da oben." Er spricht im Weiteren von einem speziell psychologischen Austausch: "Ich konnte dann nicht mehr folgen, weil es da so ein paar Momente gegeben hat [...], da war ich auf einmal weg."
Skistar stellt fest: "Ich will selber damit klarkommen"
Der Bayer habe festgestellt, dass er "Niederlagen oder schwierige Momente" am liebsten selbst verarbeite. "Ich will selber damit klarkommen", hat Neureuther im Laufe der Jahre für sich erkannt. Er wisse, diese Vorgehensweise sei "nicht unbedingt das Gesündeste" gewesen. Doch der 42-Jährige habe durchaus die Erfahrung gemacht, dass er so "relativ gut" zurechtkam. Schlussendlich müsse jeder Sportler für sich selbst herausfinden, ob er psychologischen Austausch als sinnvoll erachtet oder nicht. Dies sei eine persönliche Entscheidung, die niemand einem abnehmen könne.
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