Feines Blendwerk: Apple stellt iPhone 18 Pro und 18 Pro Max vor

Neben dem ersten faltbaren iPhone Duo präsentierte Apple bei seinem firmeneigenen Event die neuen Top-Modelle iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max. Äußerlich bauen beide auf dem großen Redesign des iPhone 17 Pro aus dem Vorjahr auf: Aluminiumgehäuse, Dampfkammer-Kühlung und das durchgehende Kameramodul, das Apple "Plateau" nennt, bleiben erhalten. Neu sind hingegen zwei von vier Farben: Burgunderrot und ein helles Blau namens Glacier ergänzen Schwarz und Silber.
Variable Blende als Kernstück
Apple bewirbt die neue Hauptkamera als größte fotografische Neuerung seit Jahren, und tatsächlich ist der technische Aufwand beachtlich: Die 48-Megapixel-Hauptkamera erhält erstmals bei einem iPhone eine variable Blende. Sechs lasergeschnittene Lamellen, laut Apple dünner als ein menschliches Haar, regeln den Lichteinfall zwischen vier feesten Stufen - f/1,48, f/1,8, f/2,8 und f/4. Die Blende passt sich je nach Motiv automatisch an, lässt sich über neue "Pro Controls" in der Kamera-App aber auch manuell steuern, zusammen mit Verschlusszeit, Weißabgleich und einem Histogramm. Bei Videos ist zudem erstmals 4K-Zeitraffer in Dolby-Vision-HDR möglich.
Neu ist außerdem die Funktion Apple Referenzbild: Ein Sensor signiert die Bilddaten direkt bei der Aufnahme, Apples Private-Cloud-Compute-System verarbeitet sie zu einem laut Apple unveränderlichen Referenzbild, mit dem sich nachträgliche Bearbeitungen nachweisen lassen. Ein Zeichen gegen KI-manipulierte Bilder. Zusätzlich kündigte Apple Unterstützung für Googles Authentifizierungsstandard SynthID an, die allerdings erst mit einem späteren Software-Update in diesem Jahr folgen soll.
A20 Pro mit doppelter KI-Leistung
Angetrieben werden beide Modelle vom neuen A20-Pro-Chip, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren. Die Sechs-Kern-CPU mit zwei Leistungs- und vier Effizienzkernen soll bis zu 20 Prozent schneller sein als der Vorgänger A19 Pro, die Sieben-Kern-GPU bis zu 40 Prozent. Eine zweite Neural Engine bringt die NPU auf insgesamt 32 Kerne und verdoppelt laut Apple die KI-Rechenleistung. Eine neue Dampfkammer mit dreifacher Fläche gegenüber dem iPhone 17 Pro soll den A20 besser kühlen und damit die Leistung auch unter Dauerlast konstanter halten.
Längere Akkulaufzeit - aber nicht überall gleich lang
Apple nennt für das iPhone 18 Pro Akku-Laufzeiten für bis zu 36 Stunden Videowiedergabe, für das iPhone 18 Pro Max bis zu 45 Stunden. Diese Werte gelten allerdings nur für reine eSIM-Modelle, wie sie etwa in den USA verkauft werden. Da Apple Deutschland nicht zu den eSIM-only-Märkten zählt und hierzulande weiterhin ein Nano-SIM-Schacht verbaut ist, fallen die Laufzeiten etwas kürzer aus: 34 Stunden beim 18 Pro, 43 Stunden beim 18 Pro Max. Beim Laden verspricht Apple für das iPhone 18 Pro 50 Prozent Akkustand nach 15 Minuten am Kabel oder 30 Minuten kabellos. Das iPhone 18 Pro Max lädt in nur fünf Minuten am Kabel genug für rund sieben Stunden Videowiedergabe nach.
Siri AI und Referenzbild-Aufnahme fehlen in der EU
Zum Start bringt eine wichtige Einschränkung Ernüchterung für europäische Käufer: Die neue, generativ überarbeitete Siri AI erscheint ab dem 14. September zunächst nur auf Englisch und wird in der EU auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst gar nicht verfügbar sein. Auch das Aufnehmen eigener Apple-Referenzbilder ist in der EU zum Marktstart nicht möglich. Einen Termin für die Freischaltung nennt Apple bislang nicht.
Kleinere Dynamic Island, weiterhin Face ID
Anders als beim faltbaren iPhone Duo bleibt bei den Pro-Modellen Face ID erhalten. Verändert hat sich hingegen die Dynamic Island: Sie ist rund 35 Prozent schmaler geworden und kann nun bis zu drei Live-Aktivitäten gleichzeitig anzeigen, was im Alltag mehr Platz für Inhalte lässt.
Preise und Verkaufsstart
Das iPhone 18 Pro startet in Deutschland bei 1.449 Euro für 256 GByte, Varianten mit mehr Speicherplatz kosten 1.699 Euro (512 GB), 2.199 Euro (1 TB) und 2.949 Euro (2 TB). Das iPhone 18 Pro Max beginnt bei 1.599 Euro und reicht über 1.849 Euro und 2.349 Euro bis 3.099 Euro für 2 TByte Speicher - jeweils ein spürbarer Aufpreis gegenüber der Vorgängergeneration. Vorbestellungen sind ab Samstag, 12. September, möglich, der Verkauf startet am 18. September.