Fehldiagnose: Christina Applegate hat doch kein MS

Fünf Jahre lang glaubte Christina Applegate, an Multipler Sklerose zu leiden. Jetzt stellte sich die Diagnose als falsch heraus. Erleichtert ist die Schauspielerin nicht. Sie weiß weiterhin nicht, was ihre Beschwerden verursacht.
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Christina Applegate fragt sich, welche Erkrankung hinter ihren Beschwerden steckt.
Christina Applegate fragt sich, welche Erkrankung hinter ihren Beschwerden steckt. © imago/ZUMA Press Wire / Kathy Hutchins

Christina Applegate (54) hat offenbar jahrelang mit einer falschen Diagnose gelebt. Die Schauspielerin, bei der 2021 Multiple Sklerose (MS) festgestellt worden war, leidet doch nicht an der Erkrankung. Das hat sie in zwei neuen Folgen ihres Podcasts "MeSsy" öffentlich gemacht, den sie mit Jamie-Lynn Sigler (45) betreibt. Beide sprechen dort sonst über ihr Leben mit der Krankheit.

Ihr geht es schlechter

Eine Ärztin habe ihr eröffnet, dass die Diagnose von 2021 falsch gewesen sei, erzählte Applegate unter Tränen. "Sie kam in mein Zimmer und sagte: 'Glückwunsch, Sie haben kein MS'", erinnerte sie sich. Glücklich sei sie darüber nicht gewesen. "Alle anderen haben sich so gefreut", berichtete Applegate, die zum ersten Mal seit März wieder im Podcast auftrat.

Doch die Erkenntnis ändere nichts an ihrem Zustand. "Man erfährt nicht von einer Fehldiagnose und plötzlich geht es einem besser", sagte Applegate. "Mir geht es nicht besser, Jamie! Wenn überhaupt, ist es schlimmer geworden", gab sie ein Update. Sie sei weiterhin auf einen Rollstuhl angewiesen. Den Weg vom Auto ins Behandlungszimmer schaffe sie nicht zu Fuß. "Jetzt stehe ich also wieder ganz am Anfang und weiß nicht, was mit mir los ist", klagte die 54-Jährige.

"Sehr beunruhigend und sehr verwirrend"

Zu schaffen macht ihr auch die Rolle, die sie in den vergangenen Jahren eingenommen hat. Mit Sigler sei sie so etwas wie das Aushängeschild für MS geworden, nun habe sie das Gefühl, alle im Stich gelassen zu haben. Bisher habe sie immer gewusst, warum jeder ihrer Tage so schlecht war. "Und jetzt habe ich keinen Grund mehr und das ist sehr beunruhigend und sehr verwirrend für mich", erzählte Applegate.

Sie stehe noch immer unter Schock. Die Pause vom Podcast habe sie gebraucht, um die Nachricht zu verarbeiten und weitere gesundheitliche Probleme anzugehen.

Fehldiagnosen kommen häufig vor

Ein Einzelfall ist Applegate nicht. In der zweiten Folge erklärte Marwa Kaisey, Neurologin am Cedars-Sinai Medical Center, solche Fehldiagnosen kämen "ziemlich häufig" vor. Einen eindeutigen Test wie bei einer Schwangerschaft gebe es für MS nicht, Ärzte arbeiteten stattdessen eine Liste von Kriterien ab. Fast jeder Fünfte mit MS-Diagnose habe die Krankheit gar nicht, manche lebten seit Jahrzehnten mit dem falschen Befund. Die meisten von ihnen bekämen sogar Medikamente dagegen.

Vier Monate in der Klinik

Hinter Applegate liegen belastende Monate: Im Frühjahr war sie in ein Krankenhaus in Los Angeles gekommen. Erst im August konnte sie nach Hause zurückkehren. Auf Instagram teilte sie wenig später ein Foto einer Girlande mit dem Schriftzug "Yay, you're home!".

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