Fanliebling Sigmar Solbach: Rote Teppiche sind nichts für ihn

Anfang Oktober feiert Sigmar Solbach seinen 80. Geburtstag. Doch ans Aufhören denkt der beliebte Schauspieler noch lange nicht. Derzeit steht er in seiner Wahlheimat München in dem Theaterstück "Der Abschiedsbrief" mit Michaela May (73) vor der Kamera.
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, fühlt er sich wohl, anders ist das jedoch mit roten Teppichen großer Promi-Events. "Rote Teppiche sind nicht meine Welt. Da habe ich eine Phobie entwickelt. Diese Selbstdarstellung bereitet mir körperliche Schmerzen", erklärt er der "Bild"-Zeitung. Und er wird noch deutlicher: "Ich bekomme Atemnot, wenn ich mich in Räumen befinde, die mit Egos angefüllt sind. Wie bei Filmbällen. Diese Schwingungen von Menschen, die nach Aufmerksamkeit buhlen, die wichtig sein und gesehen werden wollen, tun mir seelisch weh", so Solbach.
Als Dr. Stefan Frank wurde er zum Fanliebling
Nach seiner Ausbildung an der Schauspielschule Bochum war Solbach zunächst an verschiedenen Theatern engagiert, bevor er ab den 1970er-Jahren in über 90 Fernsehproduktionen einem Millionenpublikum bekannt wurde. Frühere TV-Erfolge feierte er unter anderem im Dreiteiler "Der Winter, der ein Sommer war" sowie in Reihen und Serien wie "Das Traumschiff", "Diese Drombuschs" und "Das Erbe der Guldenburgs".
Bundesweit in die Herzen der Zuschauer spielte er sich vor allem als Dr. Stefan Frank in der RTL-Serie "Dr. Stefan Frank - Der Arzt, dem die Frauen vertrauen". Die Rolle verkörperte er von Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre in über 100 Folgen.
"Ich spiele lieber Theater"
"Eine Rolle muss mich berühren, mir die Haare aufstellen. Sonst mache ich es nicht", sagt Solbach heute. Gedreht habe er schon lange nicht mehr, obwohl er das "körperlich locker schaffen würde. Ich habe dreimal mit dem Segelschiff den Atlantik überquert", erklärt der gebürtige Olpener und lacht. "Ich spiele lieber Theater. Zu spüren, wie die Menschen dir zuhören, wie du ihnen direkt etwas vermitteln kannst, ist das schönste Geschenk." In dem Stück in München ist er noch bis 19. April zusehen.