Ex-Prinz Andrew nach Festnahme aus Polizeigewahrsam entlassen

Andrew Mountbatten-Windsor ist am Abend des 19. Februar aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Vor den Fotografen wollte sich der ehemalige Prinz offenbar verstecken.
(wue/spot) |
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Andrew Mountbatten-Windsor (m.) bei seiner Rückkehr nach Sandringham am Abend des 19. Februar.
Andrew Mountbatten-Windsor (m.) bei seiner Rückkehr nach Sandringham am Abend des 19. Februar. © Peter Nicholls/Getty Images

Andrew Mountbatten-Windsor (66) hat die Polizeistation wieder verlassen, zu der er gebracht wurde, nachdem er am Donnerstagmorgen festgenommen worden war. Der einstige Prinz wurde am Abend des 19. Februar entlassen. Er hat der BBC zufolge rund elf Stunden in Polizeigewahrsam verbracht.

Wie die britische Rundfunkanstalt zuvor berichtet hatte, war Andrew gegen 08:00 Uhr morgens auf dem Gelände des Landsitzes Sandringham festgenommen worden. Kurz nach 19:00 Uhr habe ein Range Rover, in dem sich der 66-Jährige befand, die Polizeistation verlassen. Das Fahrzeug sei an wartenden Reportern und Fotografen vorbeigerast. Eine von britischen Medien veröffentlichte Aufnahme zeigt Andrew, wie er versunken auf dem Rücksitz des Wagens offenbar versucht, sich vor Schaulustigen und Kameras zu verstecken.

Durchsuchungen teils abgeschlossen

Die Thames Valley Police bestätigt, dass man am Donnerstag, am 66. Geburtstag von Ex-Prinz Andrew, "einen Mann in seinen Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen" habe. Unter nicht näher benannten Auflagen sei der festgenommene Mann mittlerweile entlassen worden. Untersuchungen in Norfolk seien abgeschlossen, weitere in Berkshire dauerten noch an.

Ein Korrespondent der BBC hatte zuvor bereits erklärt, dass Andrew wohl noch am 19. Februar freikommen werde. Festnahmen bei Verdacht auf eine solche Straftat gebe es in Großbritannien für gewöhnlich für nur wenige Stunden, damit Durchsuchungen von Beamten ungestört unternommen werden können. In der Regel würden festgenommene Personen gegen Kaution freigelassen und müssten sich für weitere Befragungen zu einem späteren Zeitpunkt bereithalten. Noch später, vermutlich in einigen Wochen, würden Polizei und Staatsanwaltschaft entscheiden müssen, ob Andrew wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs angeklagt wird.

Palast möchte mit der Polizei kooperieren

Die Polizei hat am Donnerstag laut britischer Berichte Gebäude im Windsor Great Park in Berkshire und auf dem Landsitz Sandringham in Norfolk durchsucht. Andrew hatte in der Royal Lodge im Windsor Great Park gewohnt, bevor er kürzlich nach Sandringham umziehen musste. Die Untersuchungen rund um die Royal Lodge laufen also laut Polizei noch. Andrew könnte in seiner einstigen Funktion als Handelsbeauftragter vertrauliche Regierungsdokumente an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) weitergeleitet haben, lautet der Verdacht.

Britischen Medien nach sei angeblich nicht einmal König Charles III. darüber unterrichtet worden, dass Andrew am Donnerstag festgenommen werden sollte. "Ich habe mit tiefster Besorgnis die Nachricht über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht des Amtsmissbrauchs erfahren", steht in einer von "Charles R." unterzeichneten Mitteilung, die kurz nach Bekanntwerden der Festnahme veröffentlicht wurde. Was folge, sei "der vollständige, faire und ordnungsgemäße Prozess, durch den diese Angelegenheit in angemessener Weise und von den zuständigen Behörden untersucht wird". Charles betonte ausdrücklich, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse und die Krone den Ermittlern ihre "volle und aufrichtige Unterstützung und Kooperation" zusichere.

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