Ex-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle warnt vor alpinen Gefahren

Evi Sachenbacher-Stehle hat eine klare Botschaft für Wanderer: Die Olympiasiegerin appelliert dringend, sich in den Bergen nicht zu überschätzen. "Wenn ihr unsicher seid, dreht lieber um", fordert sie.
(eyn/spot) |
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Evi Sachenbacher-Stehle appelliert an unerfahrene Wanderer.
Evi Sachenbacher-Stehle appelliert an unerfahrene Wanderer. © IMAGO/Fotostand

Die ehemalige Langläuferin und Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle (45) warnt Bergwanderer eindringlich vor Selbstüberschätzung. Auf Instagram veröffentlichte die zweifache Olympiasiegerin ein Video ihres Hundes Friedl, der mühelos über steiniges Gelände klettert. Für das Tier sei das normal, erklärt sie dazu - für untrainierte Wanderer allerdings nicht. "Nur weil etwas auf Social Media leicht aussieht, heißt das nicht, dass es leicht ist", stellt Sachenbacher-Stehle klar.

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Alpiner Tourismus ohne Vorbereitung

Jedes Jahr müssen mehr Menschen aus den Bergen geholt werden, weil sie sich überschätzt haben, erklärt sie weiter: "Weil sie irgendwo ein Bild gesehen haben, da auch hinwollten und unterwegs gemerkt haben, dass es doch nicht so einfach ist." Deswegen ist es ihr enorm wichtig, dass die Wanderer sich selbst ehrlich einschätzen, sich vorher über die Tour informieren und die Wetterverhältnisse im Blick behalten.

Ausrüstung und Wissen müssten zudem zur geplanten Strecke passen. "Wenn ihr unsicher seid, dreht lieber um. Der Berg läuft nicht weg", appelliert Sachenbacher-Stehle. "Die Berge sind das Schönste, was es gibt. Aber nur, wenn man ihnen mit Respekt begegnet."

Immer mehr Einsätze für die Bergrettung

Die Statistik gibt der Sportlerin recht. Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins, der sich auf die Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs beruft, wurden 2025 in den Schweizer Bergen fast 4.000 Menschen gerettet. Das sind elf Prozent mehr als im Schnitt der Jahre 2020 bis 2024. Auffällig ist dabei, dass immer mehr von ihnen nicht verletzt sind, sondern wegen Erschöpfung nicht mehr weiterkommen.

Auch in Bayern zeigt sich diese Entwicklung: Wie BR24 berichtet, rückte die Bergwacht im Sommer 2015 in sieben Prozent der Fälle wegen Unverletzter aus, neun Jahre später lag der Anteil um fünf Prozent höher.

In den Bergen zuhause

Evi Sachenbacher-Stehle kennt sich in den Bergen bestens aus. Sie zählte über Jahre zu den bekanntesten deutschen Wintersportlerinnen. Als Langläuferin holte sie 2002 in Salt Lake City mit der Staffel olympisches Gold, 2010 in Vancouver gewann sie gemeinsam mit Claudia Nystad den Teamsprint. 2012 wechselte sie zum Biathlon und konnte auch hier große Erfolge erzielen.

Überschattet wurde ihre Laufbahn von einem positiven Dopingtest bei den Spielen in Sotschi 2014, durch den ihre Erfolge im Wettbewerb aberkannt wurden. Ihre Sperre wurde später vom Sportgerichtshof CAS von zwei Jahren auf sechs Monate verkürzt. Im November desselben Jahres erklärte Sachenbacher-Stehle aber ihren Rücktritt vom Profisport.

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