EU-Vorgaben zum Trotz: Threema lehnt Anbindung an WhatsApp ab
Keine gemeinsame Sache zwischen Threema und WhatsApp: Obwohl die Europäische Union im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) Meta verpflichtete, WhatsApp für die Vernetzung mit Drittanbietern zu öffnen, arbeitet Threema an keiner entsprechenden Schnittstelle. Die Gründe dafür erläuterte der Schweizer Messengerdienst nun auf dessen Website.
Einerseits sorgt sich Threema bei einer Öffnung gegenüber WhatsApp, dass die Daten seiner Nutzer in Gefahr sein könnten. Eine Zusammenarbeit würde demnach bedeuten, "dass man sich bezüglich Datenschutzniveau und Metadatensparsamkeit am kleinsten gemeinsamen Nenner orientiert". Zudem sei die Ungewissheit, was WhatsApp mit den Nutzerdaten mache, ein Grund für Threema, der Zusammenarbeit einen Riegel vorzuschieben.
Threema sieht Geschäftsmodell in Gefahr
Abgesehen davon zweifelt Threema daran, dass die EU-Regelung ihr eigentliches Ziel erfüllen kann: Vielfalt und einen erhöhten Wettbewerb. "Wenn man direkt von WhatsApp aus mit seinen Kontakten bei Threema kommunizieren kann, verschwindet der Anreiz, Threema (oder eine andere Chat-App) herunterzuladen", schildert Threema auf der Website des Unternehmens.
Als Worst Case könnte das erhebliche Einnahmeneinbußen nach sich ziehen. Weil Threema anders als Wettbewerber sein Geld nach eigenen Angaben nur mit dem App-Verkauf verdient, wäre dann das gesamte Geschäftsmodell in Gefahr. "Um die App weiterzuentwickeln - und eine potenzielle Schnittstelle zu WhatsApp aufrechterhalten zu können -, sind wir entsprechend auf die Einnahmen aus den App-Käufen angewiesen", heißt es im Statement von Threema.
Letztlich kommt das Unternehmen in der Bekanntmachung zu dem Fazit: "Die Sicherheits- und Datenschutz-Standards sind, was Threema ausmacht - davon können und wollen wir nicht abweichen."
- Themen:
