Erinnerung an Mutter (†81): Simon Pearce kommen bei Promi-Event in München die Tränen

Am Mittwochabend hat der Heimatkanal sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Warum Simon Pearce die Tränen gekommen sind und Rebecca Immanuel verspätet aufschlug – die AZ war vor Ort.
von  Daniela Schwan
In München haben die Promis das 30. Jubiläum des Heimatkanals gefeiert.
In München haben die Promis das 30. Jubiläum des Heimatkanals gefeiert. © API/Michael Tinnefeld

In einer der wohl schönsten Locations Münchens wurde am Mittwochabend (17. Juni) im Jagd- und Fischereimuseum in der Neuhauserstraße stilvoll das 30-jährige Bestehen des "Heimatkanals" zelebriert. Die Macher des deutschen Pay-TV-Senders mit Sitz in Grünwald (Mainstream Media AG), hatten unter dem Motto "Heimat ist ein Gefühl" rund 60 Wegbegleiter, Künstler und Geschäftspartner geladen. Geschäftsführer Tim Werner erklärte: "Heimat ist kein Ort allein. Heimat entsteht durch Menschen, Geschichten und gemeinsame Erlebnisse. Genau dieses Gefühl möchten wir auch in Zukunft für unser Publikum bewahren und weiterentwickeln."

Wechsel zwischen Stadt- und Landleben: "Bergretter"-Star spricht über Tochter

"Bergretterin" Luise Bähr, 46, scherzte: "Ich bin heute mal das Aschenputtel, das um Mitternacht gehen muss – und hoffentlich ihren Schuh nicht vergisst. Denn morgen früh um 6.30 Uhr ist Abholung zum Set." Bähr, seit zwölf Jahren im Hauptcast, freue sich immer, wenn sie "die Bergschuhe mal gegen Pumps tauschen dürfe", erzählte sie der AZ. Die Schauspielerin lebt in Berlin und in Ramsau am Dachstein nahe dem Drehort. "Meine Tochter geht in beiden Standorten zur Schule, wir lieben den Wechsel zwischen Stadt- und Landleben."

Zeitreise zu den Anfängen: Beim Bühnentalk der Moderatoren Susann Müller und Ralph Fürther mit den Medienpionieren Dr. Georg Kofler und Gottfried Zmeck, die den Sender von Beginn an begleitet haben, wurde deutlich, dass das Programm seit drei Jahrzehnten den Menschen ein Gefühl von Vertrautheit, Geborgenheit und eben Heimat vermittelt.

Verspätet zum Promi-Event in München: "Bergdoktor"-Star verpasst Zug

"Ich habe als Kind schon immer gerne Heimatfilme oder Filme mit Romy Schneider angeschaut, als Kinder haben wir noch die Fernsehzeitung aufgeblättert, überlegt, was wir uns angucken und mit Buntstiften angestrichen. Das war ein richtiges Ereignis, das mehrere Personen als Gemeinschaft verbunden hat", verriet Rebecca Immanuel (55), die eigens vom Wilden Kaiser angereist war; dort steht sie gerade für die 20-jährige Jubiläumsstaffel der ZDF-Serie "Der Bergdoktor" vor der Kamera. "Und wenn der eine Zug nicht ausgefallen wäre, wäre ich rechtzeitig hier gewesen und nicht erst verspätet", so die Schauspielerin. Von Anfang an wäre sie "schockverliebt" in die ZDF-Serie mit Hans Sigl gewesen und hätte sich nie träumen lassen, dass man ihr 2012 die Rolle der Ärztin und Klinikleiterin Dr. Vera Fendrich anbieten würde, sagte sie. Immanuel weiter: "Heute darf ich in dieser Postkartenidylle heimisch sein".

Tränen bei Simon Pearce: "Das Weinen wollte ich mir eigentlich für später aufheben"

Comedian Simon Pearce, 45, wischte sich im Gespräch mit der AZ sogar ein paar Tränen aus den Augen. "Ach Mist, das Weinen wollte ich mir eigentlich für später aufheben", erklärte er. Denn seine Mutter, die unvergessene Volksschauspielerin Christiane Blumhoff, 2023 verstorben, wäre am 17. Juni 83 Jahre alt geworden. Der Heimatkanal mit den Formaten wie "Steiners Theaterstadl", "Komödienstadl" oder "Königlich Bayerisches Amtsgericht", welche der Sender ausstrahlt und in denen Blumhoff mitwirkte, sei für ihn eine Möglichkeit, seiner Mama nahe zu sein.

Pearce, der im September zum zweiten Mal Vater wird, hat gerade auch sein neues Programm "Funny Bones" (u.a. am 24. Juli im Lustspielhaus zu sehen) auf die Bühne gebracht. Worum geht es? "Um Alltagsbeobachtungen, natürlich immer wieder um die Mama, sie hat ja immer so viel Stoff geliefert und um meinen Körper, weil ich im November eine riesige Schulter-OP hatte. Mir war ein Muskel gerissen, der nicht mehr herstellbar war. Jetzt haben sie den Latissimus von unten um die Schulter hochgezogen und das verarbeite ich natürlich", gab der bayerische Kabarettist offen zu. Und wenn er an seine Mama denke, denke er sofort an das Wort "Klapperl – und wie sie sagte: Simon, zieh deine Klapperl – also die Birkenstock-Sandalen – an, deine Füße wollen auch atmen." Simon Pearce wischte sich erneut eine Träne aus den Augen.

Gerda Steiner neben ihm verriet: "Ich bin auch so nah am Wasser gebaut". Was macht die 73-jährige Schauspielerin und Theaterintendantin, die 40 Jahre lang eng mit Christiane Blumhoff befreundet war, derzeit? "Ich habe ein neues Projekt, aber generell tritt bei mir ein bisserl mehr Ruhe ein. Kein Ruhestand, um Gottes willen, das nicht, aber ich mache ein bisserl weniger". Steiner weiter: "Ich bin dankbar und sehr glücklich, dass ich dieses Leben leben durfte. Mit allen Höhen und Tiefen, das gehört ja auch dazu."

Ronja Forcher: "Mit 30 fängt man an, seinen Weg zu finden"

Zu den Stargästen zählten unter anderem auch die Schauspieler Timothy Peach (u.a. "Die Löwengrube") und Ronja Forcher. Die "Bergdoktor"-Tochter (im schwarzen, nachhaltigen Overall von "Blutsgeschwister"), Autorin und Sängerin verriet der AZ: "Der Heimatkanal ist ein großer Grund, dass der Bergdoktor auch in Polen und Tschechien so erfolgreich ist". Die Tirolerin hat ganz frisch einen neuen Song namens "Herzensmensch" veröffentlicht. "Ein Dankeschön für alle tolle Menschen, die immer 110 Prozent geben in dieser Gesellschaft, in Ehrenämtern und in Vereinen." So wie sie selbst.

Seit 20 Jahren spielt Ronja Forcher die "Lilli Gruber" in der ZDF-Erfolgsserie. "Und letzte Woche bin ich 30 Jahre alt geworden", sagte sie zur AZ. Hat sich ihr Leben durch den Start in ein neues Lebensjahrzehnt verändert? Ronja Forcher nickte: "Ja! Ich hatte gedacht, dass es vielleicht einfach so weitergeht wie in den Zwanzigern. Aber ich merke schon, dass eine andere Energie da ist. Mit 30 habe ich jetzt das Gefühl, es fällt mit leichter, noch mehr ich zu sein! Und noch mehr zu sagen, was mir wichtig ist; was ich will und was ich nicht will. Ich finde, das ist eine ganz tolle neue Energie und gibt noch mehr Selbstbewusstsein", sinniert sie. Und das wären "alles so Sachen, die man irgendwie lernen muss. In den Zwanzigern findet man sich selbst, mit 30 fängt man an, seinen Weg zu finden."

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