Er entdeckte Whitney Houston: US-Musikmanager Clive Davis ist tot

Der US-Musikmanager Clive Davis ist tot. Der Gründer der Plattenfirmen Arista und J Records prägte über Jahrzehnte die Karrieren von Stars wie Whitney Houston, Bruce Springsteen und Alicia Keys. Wie seine Sprecherin bestätigte, starb er im Alter von 94 Jahren in New York.
von  (jom/spot)
Clive Davis wurde 94 Jahre alt.
Clive Davis wurde 94 Jahre alt. © Imago images/Everett Collection

Clive Davis (1932-2026), einer der einflussreichsten Musikmanager der USA, ist tot. Der Gründer der Plattenfirmen Arista Records und J Records starb am Montag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in New York. Das berichtet das Magazin "Rolling Stone". Den Tod bestätigte seine langjährige Sprecherin Aliza Rabinoff. Davis sei "friedlich an einer altersbedingten Erkrankung im Kreis seiner Familie und seiner Liebsten" gestorben.

In den vergangenen Jahren hatte er mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ende Mai war er nach einer Erkrankung der Atemwege in New York im Krankenhaus, durfte es aber wenige Tage später wieder verlassen. 2021 war bei ihm eine Fazialislähmung diagnostiziert worden.

Sieben Jahrzehnte im Musikgeschäft

Davis' Laufbahn erstreckte sich über rund sieben Jahrzehnte und mehrere Musikrichtungen. 1967 wurde er mit 35 Jahren Präsident von Columbia Records. In jedem folgenden Jahrzehnt landete er Hits mit Künstlerinnen und Künstlern wie Janis Joplin, Barry Manilow, Whitney Houston, The Notorious B.I.G., Alicia Keys und Kelly Clarkson.

Zu den Stars, deren Karrieren er prägte, zählten zudem Bruce Springsteen, Aretha Franklin, Carlos Santana und Carrie Underwood. Franklin nannte ihn laut "Rolling Stone" "den größten Plattenmann aller Zeiten". Springsteens Manager Jon Landau sagte 2008 dem "Rolling Stone", Davis sei seit den 1960er-Jahren ein Label-Chef gewesen und stehe Jahrzehnte später noch immer an der Spitze - das werde man so kein zweites Mal erleben.

Vom Anwalt zum Plattenboss

Geboren wurde Davis am 4. April 1932 in Brooklyn, wo er in einer jüdischen Familie im Viertel Crown Heights aufwuchs. Mit 18 Jahren hatte er bereits beide Eltern verloren, die innerhalb von elf Monaten starben. Sein Studium an der New York University und der Harvard Law School finanzierte er über Stipendien.

Nach dem Jura-Abschluss arbeitete Davis zunächst als Anwalt, ehe er zum Sender CBS wechselte und dort Chefjurist der Musiksparte wurde. 1967 stieg er zum Präsidenten von Columbia Records auf. Ein Schlüsselerlebnis wurde im selben Jahr das Monterey Pop Festival: Dort verpflichtete er Janis Joplin. In den folgenden Jahren baute er Columbia zu einem der erfolgreichsten Rock-Labels der Welt aus und nahm unter anderem Santana, Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd sowie Earth, Wind and Fire unter Vertrag.

Der Aufstieg von Whitney Houston

1974 gründete er Arista Records. Dort verpflichtete er Acts wie die Grateful Dead, Lou Reed, Patti Smith und Annie Lennox; der Erfolg von Barry Manilow ebnete später den Weg zu Dionne Warwick, Aretha Franklin und schließlich Whitney Houston.

Mit keiner Künstlerin wurde Davis enger verbunden als mit Houston. Erstmals sah er sie 1983 auftreten. Unter seiner Führung wurde sie zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen der Musikgeschichte. Nachdem ihn der Konzern BMG im Jahr 2000 bei Arista verdrängt hatte, gründete Davis das Label J Records. 2002 kaufte BMG seine Anteile für geschätzt 20 Millionen Dollar; anschließend wurde er Präsident und Geschäftsführer der RCA Music Group. In den 2000er-Jahren feierte er Erfolge mit Alicia Keys und Usher, verhalf Rod Stewart zu einem Comeback und brachte über eine Kooperation mit "American Idol" Alben von Gewinnerinnen wie Carrie Underwood und Kelly Clarkson heraus.

2013 veröffentlichte Davis seine Memoiren "The Soundtrack of My Life", in denen er sich im Alter von 80 Jahren öffentlich als bisexuell bezeichnete. Aus zwei Ehen hatte er vier Kinder. Bis zuletzt blieb die Musik der Mittelpunkt seines Lebens; auch seine berühmte alljährliche Pre-Grammy-Party richtete er bis zu seinem Tod aus.

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