Herausforderung für Christine Neubauer: "Fällt mir schwer, in Worte zu fassen"
Für Christine Neubauer (64) ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Gemeinsam mit Ehemann José Campos arbeitet die bayerische Filmikone in Chile aktuell an einem gemeinsamen Film. Neubauer spielt in dem internationalen Roadmovie "La Puta Vida" nicht nur die Hauptrolle, sie hat mit ihrem Liebsten noch eine weitere Position übernommen: "Wir sind beide Co-Produzenten dieses Projekts", richtet die 64-Jährige stolz der AZ aus. Doch neben all der Freude wurde es für die Münchnerin auch besonders emotional.
Dreharbeiten in der Atacama-Wüste: Christine Neubauer verrät in der AZ Details
Die Dreharbeiten in Südamerika sind für Christine Neubauer schon weit fortgeschritten: "Wir haben Santiago de Chile hinter uns gelassen und sind in die Atacama-Wüste weitergezogen." Die Kälte und den Dauerregen des chilenischen Winters hat die Aktrice gegen "die Wärme und diese unglaubliche Weite der Wüste eingetauscht". Dabei betont Neubauer: "Nachts kann es hier immer noch empfindlich kalt werden."
Christine Neubauer spielt in "La Puta Vida" eine Frau, die nach ihren Wurzeln sucht. Als Kind wurde sie ihrer Familie entrissen und wuchs in der Sekte "Colonia Dignidad" auf. Gemeinsam mit einer Trickbetrügerin begibt sich Neubauers Figur auf eine Reise in ihre Vergangenheit – und wird dabei von einem Auftragskiller verfolgt. Für die Schauspielerin ist der Film "ein Roadmovie mit Action, genau so, wie ich es mir gewünscht habe, aber gleichzeitig mit ganz viel Herz, Emotion, Tiefe und innerer Verbundenheit", schwärmt sie im AZ-Interview.

Emotionale Begegnung für Christine Neubauer: "Haben gelacht und geweint"
Zur Vorbereitung sprach Christine Neubauer mit realen Opfern des "Colonia Dignidad"-Sektenführers Paul Schäfer, um die biografischen Hintergründe ihrer Rolle besser zu verstehen. "Dieser eine Tag hat mich emotional komplett aus den Angeln gehoben", erklärt die Münchnerin. Für sie sei es eine der "intensivsten und emotionalsten Erfahrungen" gewesen, die sie bislang für einen Film gemacht habe. "Wir haben miteinander gesprochen, wir haben gelacht und wir haben geweint. Und bis heute fällt es mir schwer, wirklich in Worte zu fassen, was diese Begegnung in mir ausgelöst hat. Sie hat etwas mit mir gemacht, nicht nur als Schauspielerin, sondern als Mensch."
Für "La Puta Vida" steht Christine Neubauer vor einer weiteren großen Herausforderung: Die 64-Jährige dreht den Film komplett in spanischer Sprache. Sie spreche inzwischen zwar sehr gut Spanisch, "aber es ist eben nicht meine Muttersprache". Nach drei Wochen Drehzeit passierte für die Schauspielerin dann "etwas Wunderschönes", wie sie der AZ verrät: "Ich denke, die Sprache beim Spielen nicht mehr. Sie kommt einfach. Sie kommt aus mir und aus der Figur." Das sei für sie besonders wichtig, denn: "Sprache schafft Nähe, gerade bei einem solchen Film."

Besonderer Moment mit Partner José Campos: "Schöner kann sich ein Kreis kaum schließen"
Chile ist für Christine Neubauer nach München und Mallorca längst zu einer Art dritter Heimat geworden, denn Ehemann José Campos stammt gebürtig aus dem südamerikanischen Land. "José und ich versuchen, jedes Jahr eine gewisse Zeit hier zu verbringen, natürlich auch, um seine Familie zu sehen", betont die Münchnerin im AZ-Interview. Mit ihrer gemeinsamen Arbeit als Co-Produzenten für "La Puta Vida" haben sich Neubauer und ihr Partner einen ganz besonderen Traum erfüllt: "Dort, wo wir uns vor vielen Jahren bei Dreharbeiten kennengelernt haben – in der Atacama-Wüste –, endet nun unser Film." Die Schauspielerin ist sich sicher: "Schöner kann sich ein Kreis eigentlich kaum schließen."
- Themen:
- Christine Neubauer

