Eltern, erzieht eure Söhne richtig!
Zum zehnten Mal ermittelt Hauptkommissarin Judith Mohn (Christina Hecke) mit ihrem Kollegen Freddy (Robin Sondermann) im deutsch-französischen Grenzgebiet. Anfangs waren ihre Fälle meistens an wahre Verbrechen angelehnt, und auch "In Wahrheit: Die Liebe und der Tod" (Regie: Kirsten Laser, Drehbuch: Dinah Marte Golch, Isabell Serauky) am Samstagabend im ZDF behandelt einen Fall, wie er immer wieder geschieht: eine Beziehungstat, der Stalking vorausging. So scheint es zumindest. Der Krimi wurde im April bei ARTE erstausgestrahlt und nun im ZDF erneut gezeigt.
Tobias Schrickers Leiche wird in der Wohnung seiner Ex-Freundin Katrin Sommer (Maude Andrey) gefunden, sie selbst ist offenbar untergetaucht. Während Sommers Mutter (Eva Medusa Gühne) erzählt, dass Katrin schon häufiger von einem Mann verlassen wurde und jedesmal heftig litt, berichtet Schrickers Vater (Holger Daemgen), dass sich Tobias von Katrin getrennt habe, weil er sich noch nicht fest binden wollte.
Seit Kurzem war Katrin mit Hannes Großmann (Pascal Houdus) neu liiert. Doch seit einem Streit vor wenigen Tagen überhäuft sie ihn digital mit Beschimpfungen und Drohungen, zuletzt flog sogar ein Stein durch sein Fenster. Bald erhält auch Hannes' Umfeld Morddrohungen - seine Exfreundin Laura (Nurit Hirschfeld), seine Exfrau Natascha (Morgane Ferru), der gemeinsame Sohn ... Es nimmt Züge an, wie man sie aus dem Filmklassiker "Eine verhängnisvolle Affäre" mit Glenn Close als rachsüchtiger Stalkerin kennt.
Jedem vierten Beziehungsmord geht Stalking voraus
Um Katrin in eine Falle zu locken, soll Großmann sie zu einer Tango-Veranstaltung, ihrem gemeinsamen Hobby, einladen. Überraschenderweise sagt sie zu, taucht dann jedoch nicht auf. Ihre Attacken aber gehen weiter. Warum tickt sie nur ausgerechnet jetzt so aus? Es kostet einiges an Überredung, bis Katrins Psychiater die Ermittler schließlich auf die vermeintlich richtige Spur bringt, die alle überraschen wird ...
Jeder zehnte Mensch in Deutschland ist einmal im Leben von Stalking betroffen, Frauen häufiger als Männer. In Deutschland gibt es zwar mittlerweile ein Stalking-Gesetz, doch "wir haben trotzdem 23.000 Anzeigen im Jahr", erklärt Judith Mohn ihrem Lebensgefährten Alain (Pierre Kiwitt). Die Dunkelziffer schätze man auf 600.000. Und jedem vierten Beziehungsmord gehe Stalking voraus.
Auch sie selbst sei in jungen Jahren von einem Kollegen gestalkt worden, habe es aber aus Angst, ihren Job zu verlieren, nicht angezeigt. "Das würde ich heute definitiv anders machen." Zum Glück sei heutzutage ein "nein" ein "nein", fügt Alain hinzu. Judith protestiert, er rudert zurück: Zumindest sei es besser geworden. Aber ja, es werde noch "ein bisschen dauern, bis alle Söhne richtig erzogen werden". Das muss Judith gelten lassen, denn Alains Mutter habe "einen richtig guten Job gemacht". Möge es immer mehr Mütter wie sie geben ...
"In Wahrheit - Die Liebe und der Tod" - Sa. 12.09. - ZDF: 20.15 Uhr
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