Elke Sommer: Ein Zufall verhalf ihr zur Welt-Karriere

Durch einen Zufall wurde Elke Sommer in den 60er-Jahren zur international erfolgreichen Schauspielerin. Nun ist das "deutsche Fräuleinwunder der 60er-Jahre" im Alter von 85 Jahren gestorben - rund zwei Monate nach ihrem Ehemann.
von  Jan-Niklas Jäger
Elke Sommer auf ihrem Anwesen in Beverly Hills. 1964 zog sie nach Los Angeles - dem Jahr ihres Golden-Globe-Triumphs.
Elke Sommer auf ihrem Anwesen in Beverly Hills. 1964 zog sie nach Los Angeles - dem Jahr ihres Golden-Globe-Triumphs. © Harry Benson/Express/Getty Images

Im Sommer 1958 machte Renate Schletz mit ihrer Tochter Elke Urlaub in der italienischen Toskana. Ein lokaler Schönheitswettbewerb in der Stadt Viareggio erwies sich als Wendepunkt im Leben der Tochter: Obwohl sie gar nicht aus der Gegend kam, wurde sie zur "Miss Viareggio" gekürt. Durch einen Zufall sah der italienische Star-Regisseur Vittorio De Sica Bilder von dem Wettbewerb. De Sica sah Starpotenzial und lud die 17-Jährige nach Rom ein.

Der Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Aus Elke Schletz wurde Elke Sommer, ein Weltstar, wie ihn die Deutschen nur selten hervorgebracht haben. Nun ist die Schauspiel-Ikone im Alter von 85 Jahren in ihrem Zuhause in Bel Air, dem Luxusstadtteil von Los Angeles, gestorben. Das berichtet "Bild" unter Berufung auf den engsten Freundeskreis der Star-Schauspielerin.

Elke Sommer - der Künstlername war international greifbarer als der Geburtsname, verwies aber auch auf die deutschen Wurzeln der in Berlin geborenen Schauspielerin, die in Franken aufgewachsen war: Familie Schletz war während des Zweiten Weltkriegs dorthin evakuiert worden.

Nach ein paar kleineren Rollen in italienischen Produktionen gab sie 1959 ihr Debüt im deutschen Film. Im Abenteuerfilm "Das Totenschiff" spielte sie an der Seite von Horst Buchholz ein französisches Mädchen. Ihre erste Hauptrolle spielte sie 1962 in Jürgen Goslars "Das Mädchen und der Staatsanwalt".

Elke Sommers Ehemann starb im August dieses Jahres

Ein Jahr später folgte der große Triumph in Hollywood: In Mark Robsons "Der Preis" spielte Sommer die schwedische Schönheit an der Seite von Paul Newman - und gewann für ihre Leistung einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. 1964, im Jahr ihres Golden-Globe-Gewinns, zog sie nach Beverly Hills. Weitere Rollen in der Traumfabrik, die sich gerade im letzten Jahrzehnt ihres sogenannten "Goldenen Zeitalters" befand, sollten folgen. So wirkte sie mit Blake Edwards' "Ein Schuss im Dunkeln" aus der "Der rosarote Panther"-Reihe und Billy Wilders Kalter-Krieg-Satire "Eins, Zwei, Drei" in zwei der großen Comedy-Klassiker der Dekade mit.

Bis Ende der 70er-Jahre spielte Elke Sommer regelmäßig in internationalen Film- und TV-Produktionen mit, auch in der "Muppet Show" hatte sie einen Gastauftritt. Gleichzeitig etablierte sie sich in den 70er-Jahren als Theaterschauspielerin. Überhaupt war Sommer, die als Schauspielerin oft auf ihre äußeren Reize reduziert wurde, um einiges vielseitiger, als ihr Image es verrät. So war sie unter dem Pseudonym E. Schwartz als Malerin tätig. Seit sie 1966 mit der Malerei begann, sind ihre Werke weltweit in Ausstellungen gezeigt worden.

Ab den 80er-Jahren verlagerte sich der Großteil ihrer Arbeit als Schauspielerin ins deutsche Fernsehen. Ab der Jahrtausendwende war sie immer seltener vor der Kamera zu sehen. 2010 spielte Sommer ihre letzte Rolle in der Komödie "Das Leben ist zu lang" des Schweizer Regisseurs Dani Levy. Seit 1993 war sie mit Wolf Walther verheiratet. Der Hotelier starb im August dieses Jahres im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit. Nun ist ihm seine langjährige Ehefrau nachgefolgt.

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