Eishockey-Star und Skisprung-Ass: Die deutschen Olympia-Fahnenträger
Die Entscheidung ist gefallen: Skispringerin Katharina Schmid (29) und Eishockey-Superstar Leon Draisaitl (30) werden das deutsche Team bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 anführen, gab der Deutsche Olympische Sportbund gestern bekannt. Gerade NHL-Profi Draisaitl dürfte hierzulande nur wenigen ein Begriff sein, obwohl der 30-Jährige der erfolgreichste deutsche Eishockeyspieler der bisherigen Geschichte der nordamerikanischen Profiliga ist.
"Was für eine Ehre" - Draisaitl zeigt sich überwältigt
Der gebürtige Kölner, Sohn des früheren Nationalspielers Peter Draisaitl (60), wechselte früh in die National Hockey League (NHL), nachdem er im Draft 2014 an dritter Stelle von den Edmonton Oilers gewählt wurde. Schon hier schrieb Draisaitl Geschichte, denn an höherer Position wurde vor ihm noch kein Deutscher in der jährlichen Auswahl der Nachwuchsspieler gedraftet.
In den vergangenen zehn Jahren stieg Draisaitl zu einem der dominierenden Offensivakteure der NHL auf. Mit 110 Scorerpunkten gewann er in der Saison 2019/2020 die Art Ross Trophy als Topscorer der spielstärksten Eishockey-Liga der Welt. Im selben Jahr wurde er auch als wertvollster Spieler (MVP) der regulären Saison ausgezeichnet. Als erster deutscher Spieler erhielt er diese beiden bedeutenden Individualpreise der NHL.
In den folgenden Jahren bestätigte er sein Niveau mit mehreren Spielzeiten jenseits der 100-Punkte-Marke und regelmäßigen Berufungen ins NHL All-Star Game. Besonders in den Playoffs zeigte er außergewöhnliche Leistungen, unter anderem mit rekordverdächtigen Tor- und Punkteserien.
Draisaitl ist heute eines der Gesichter der National Hockey League. In Edmonton bildet er gemeinsam mit Connor McDavid (29) eines der gefährlichsten Offensivduos der Liga. In Kanada und den USA genießt Draisaitl längst Star-Status, gilt als einer der besten Spieler weltweit.
Auf Instagram ließ er seiner Freude angesichts der Fahnenträger-Entscheidung freien Lauf. "Ich kann nur sagen: Wow, was für eine Ehre. Vielen, vielen Dank an alle, die mich gewählt haben", schrieb er dort. "Bei dem Gedanken, am Freitagabend als Fahnenträger zusammen mit dem deutschen Team im San Siro einzulaufen, bekomme ich Gänsehaut. Das ist ein Höhepunkt meiner Karriere."
Vor Draisaitl ist noch nie ein Eishockeyspieler zum Fahnenträger der deutschen Mannschaft bei einer Eröffnungsfeier bestimmt worden.
Eine Allgäuerin mit olympischer Klasse
Auch für Katharina Schmid aus Oberstdorf ist es eine historische Premiere. Sie ist die erste Skispringerin, die die deutsche Fahne tragen wird. Die 29-Jährige bringt im Gegensatz zu Neuling Draisaitl reichlich Olympia-Erfahrung mit. Die Skispringerin, die bis 2023 unter ihrem Geburtsnamen Althaus bekannt war, holte bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking von der Normalschanze die Silbermedaille.
Für Schmid ist es in doppelter Hinsicht eine große Ehre: Sie hat angekündigt, dass es sich 2026 um ihre vierte und letzte Teilnahme bei den Olympischen Spielen handelt wird. "Ich versuche, alles aufzusaugen, alles noch einmal mitzunehmen und das richtig zu feiern."
Im Fahnenträger-Voting setzte sich Schmid gegen Snowboarderin Ramona Hofmeister und Bobfahrerin Laura Nolte durch. Bei den Männern stach Draisaitl den Kombinierer Johannes Rydzek und Rodler Tobias Wendl aus. Das Ergebnis war in beiden Fällen eindeutig: Schmid sammelte fast die Hälfte aller öffentlichen Stimmen und zusätzlich 37 Prozent der teaminternen Stimmen. Draisaitl kam auf rund 51 Prozent bei den Fans und 41 Prozent innerhalb der Mannschaft.
Vier Feiern zur selben Zeit
Die Eröffnung der Winterspiele in Mailand-Cortina geht in diesem Jahr einen ungewohnten Weg. Neben der zentralen Zeremonie im Mailänder San Siro finden parallel in Cortina d'Ampezzo, Livigno und Predazzo drei weitere Feiern inklusive Nationenparaden statt. Die Nationen sollen an allen vier Orten gleichzeitig einlaufen - ein Novum in der olympischen Geschichte, das trotz räumlicher Trennung ein gemeinschaftliches Erlebnis schaffen soll.
Während Schmid die Fahne bei der Nationenparade im norditalienischen Predazzo tragen wird, fällt Draisaitl die Ehre bei der zentralen Zeremonie im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand zu.
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