Eines der prunkvollsten Anwesen Roms

Ganz in der Nähe von Pompeji befand sich bis zum Vulkanausbruch des Jahres 79 n. Chr. eine der schönsten und größten Villen des antiken Roms. Ob die Prunkvilla zuletzt Sabina, der zweiten Gemahlin des Kaisers Nero gehörte, darüber wird bis heute gerätselt.
Hans Czerny |
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Trinkgelage gehörten zu den Vergnügungen der Römer in den Villen am Golf von Neapel.
ARTE / Go Button Media 5 Trinkgelage gehörten zu den Vergnügungen der Römer in den Villen am Golf von Neapel.
Die Frauen der Elite Roms waren in ihrem Alltag von Sklavinnen umgeben.
ARTE / Go Button Media 5 Die Frauen der Elite Roms waren in ihrem Alltag von Sklavinnen umgeben.
In den Villen am Golf von Neapel und deren Ländereien arbeiteten unzählige Sklaven, ohne die Bau und Instandhaltung der Villen undenkbar gewesen wären.
ARTE / Go Button Media 5 In den Villen am Golf von Neapel und deren Ländereien arbeiteten unzählige Sklaven, ohne die Bau und Instandhaltung der Villen undenkbar gewesen wären.
Sexszenen auf Fresken waren in Pompeji privat und in Thermen ein beliebtes Motiv.
ARTE / Go Button Media 5 Sexszenen auf Fresken waren in Pompeji privat und in Thermen ein beliebtes Motiv.
"Neros Stadt der Lüste": Fresko von einem Festgelage im antiken Badeort Baiae am Golf von Neapel.
ARTE / Lion TV 5 "Neros Stadt der Lüste": Fresko von einem Festgelage im antiken Badeort Baiae am Golf von Neapel.

Als im Jahr 79 v. Chr. der Vulkan Vesuv ausbrach und Pompeji unter sich begrub, sodass man heute das Schicksal der Bewohner der Stadt wie in einer Zeitkapsel erleben kann, wurde auch eine der schönsten Landwillen des antiken Rom zerstört. Die Villa von Oplontis, benannt nach dem damaligen Erholungsort der reichen römischen Elite (heute Torre Annunziata) wurde unter sechs Meter hohem Schlamm und Geröll verschüttet, im 16. Jahrhundert wiederentdeckt, aber erst in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter schwierigsten Umständen ausgegraben. Viele Bewohner mussten umgesiedelt werden.

Zum Vorschein kam, umgeben von modernen Gebäuden, eine römische Villa, die alles überstrahlt, eines der größten und luxuriösesten Anwesen des römischen Imperiums. Hier wohnte die Elite Roms in ihrem ländlichen Rückzugsgebiet am Meer, fern vom Getriebe der engen Stadt. 99 Räume zeugen vom ehemaligen Prunk, Gärten und Säulengänge desgleichen. Die penible Arbeit der Archäologen lässt anhand weniger Inschriften, etwa auf Amphoren, darauf schließen, dass die Sommerresidenz dem Geschlecht der Poppaer gehörte, zuletzt der Kaiserin Poppaea Sabina, der zweiten Frau Neros, die 65 n. Chr. ein schreckliches Schicksal durch Neros Hand erlitten haben soll. wie der Geschichtsschreiber Tacitus berichtet.

"Die schönste Frau Roms"

An dieser Poppaea, einer Femme fatale, die angeblich "die schönste Frau Roms" gewesen sein soll, hängt sich der Film von Daniel Oron (ZDF / ARTE) immer wieder auf. Stummes Reenactment und Digitaleffekte, welche die einstige Pracht dokumentieren, helfen über allerlei Bedenken der gestrengen Archäologen und Historiker hinweg. Eine Hausnummer hatte die Villa übrigens nicht. Die römische Oberschicht, Kaiser zumal, lebten mal hier, mal dort, wie es ihnen gefiel. Die bewusste Zurschaustellung des Reichtums signalisierte Status und Macht und somit die Überlegenheit gegenüber dem gewöhnlichen Bürger.

Im Anschluss (21.40 Uhr) widmet sich ARTE in Wiederholung von 2017 einem weiteren glamourösen Hotspot des alten Rom. Seit den 1960er-Jahren graben Unterwasserarchäologen im Golf von Neapel "Neros Stadt der Lüste" aus. Der exklusive Badeort Baiae könnte die erste Wellness-Oase der Geschichte gewesen sein. Der Ort des Lasters und eines ausschweifenden Lebens wurde erst in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesichts eines sinkenden Wasserspiegels wiederentdeckt.

Pompeji - Die Villa von Neros Kaiserin - Sa. 12.09. - ARTE: 20.15 Uhr

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