Einer, der für junge Flüchtlinge kämpft
Der 1959 im Spessart geborene Michael Stenger erkannte irgendwann, wie sehr sich junge Flüchtlinge hierzulande verlassen fühlen können. Oft sind die Jugendlichen von Krieg, Gewalt und Hunger traumatisiert. Stenger, zuvor als Deutschlehrer in vielen Sprachinstitutionen unterwegs, erkannte, dass man ihnen auch im fortgeschrittenen Alter von 16 Jahren (Berufsschulpflicht) die neue Sprache und damit Selbstvertrauen beibringen könnte. Die "Lebenslinien"-Reihe des BR widmet Stenger und der von ihm gegründeten "SchlaU-Schule" (das Kürzel steht für Schulanalogen Unterricht) ihre neue Ausgabe.
Schon vor der Gründung seiner privaten Schule in München im Jahr 2.000 war Stenger politisch aktiv, demonstrierte gegen Rassismus und nahm bei seinem Engagement für Geflüchtete gar Morddrohungen in Kauf. Etwa 60 Geflüchtete absolvieren jährlich die von ihm und seinen Mitstreitern gegründete Schule. Bereits 2014 bekam er den Integrationsbambi und 2016 das Bundesverdienstkreuz dafür. Sein Rede- und Organisationstalent hatte er da längst entdeckt. Über die Auszeichnungen freute er sich riesig, "weil ich weiß, dass uns das einen unglaublichen Auftrieb geben wird - nicht nur der Schule, sondern der ganzen Flüchtlingsarbeit."
Doch sein unermüdlicher Einsatz forderte irgendwann seinen Tribut. Er erlitt einen Herzinfarkt. Gegenwärtig steht Michael vor der Frage, wie sehr er trotz alldem weitermachen kann.
Lebenslinien: Mein Talent, mich einzumischen - Michael Stenger - Mo. 12.10. - BR: 22.00 Uhr
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