Ein Serienkiller erschreckt die Elite: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Ein Blick durchs Schlüsselloch von superreichen Jugendlichen: Basierend auf diesem Erfolgsrezept avancierte in den vergangenen Jahren so manche Serie zum Publikumsliebling. Netflix ließ sich für die spanische Serie "Élite" feiern und fischte mit "Young Royals" gar in jungen, royalen Gefilden. Derweil glückte Prime Video mit der Bestseller-Adaption "Maxton Hall" ein internationaler Hit. Nun schickt sich auch Disney+ an, mit ähnlichem Stoff Streamingfans anzusprechen: Die Dramaserie "The Shards" kommt von FX. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"The Shards" - Disney+
In der zehnteiligen Dramaserie "The Shards" (ab Donnerstag, 6. August, Disney+) lässt Serienproduzent Ryan Murphy ("American Horror Story", "Dahmer") das Publikum in die 1980er-Jahre abtauchen. Viele Sorgen haben Bret (Igby Rigney) und seine Freunde von der renommierten Buckley-Privatschule auf den ersten Blick nicht. Außer vielleicht, dass der Bolide vom wohlhabenden Papa nicht sportlich genug durch die Hügel von Los Angeles zwischen den Nobelvierteln Bel-Air und Beverly Hills hin- und herkurvt.
Weil ein bloßer voyeuristischer Blick auf die privilegierten Jugendlichen samt ausschweifenden Partys, exzessivem Drogenkonsum und anderen Vergnüglichkeiten sich recht schnell erschöpfen würde, mischen zwei Neuankömmlinge den Alltag an der Buckley ziemlich auf. Einerseits stellt der charismatische wie geheimnisumwitterte Robert (Homer Gere, Sohn von Hollywood-Legende Richard Gere) lange eingeschärfte Hierarchien auf die Probe. Andererseits treibt der Serienmörder The Trawler sein ziemliches blutiges Unwesen im Umfeld des Abschlussjahrgangs.
So entfaltet Ryan Murphy in der Adaption des gleichnamigen und teils autobiografischen Romans von Bret Easton Ellis ("American Psycho") ein Coming-of-Age-Drama um Identitätssuche in einer zügellosen Welt mit vermeintlich keinen Sorgen. Diese heile Welt wird mit geheimen Liebschaften, psychischer Manipulation und der unmittelbaren Gefahr aufgrund des Serienmörders auf die Probe gestellt. Eingefangen ist diese Mischung aus Jugenddrama und Psychothriller in einer körnigen Vintage-Optik - Nostalgie ist Trumpf bei "The Shards".
"Ted Lasso", Staffel vier - Apple TV
Manchmal genügt ein kurzer Blick auf den Rasen, und man weiß sofort: Man ist wieder zu Hause. Drei Jahre nach seinem vermeintlichen Abschied kehrt "Ted Lasso" dorthin zurück, wo man noch an das Gute im Menschen glauben darf. Der liebenswerteste Fußballcoach der Serienwelt übernimmt das neu gegründete Frauenteam des Londoner Clubs AFC Richmond. Das Ergebnis ist ein kluger Perspektivwechsel: Die vierte Staffel des preisgekrönten Serienhits wird am Mittwoch, 5. August, bei Apple TV angepfiffen - mit der ersten von insgesamt zehn neuen Episoden.
Mittlerweile weiß Ted Lasso (Jason Sudeikis) immerhin, dass Abseits keine ansteckende Krankheit ist. Viel mehr Fußballfachmann ist der American-Football-Coach aber auch in Staffel vier nicht geworden. Zwar bleiben langjährige Weggefährten an seiner Seite. Wichtiger aber sind die Neuzugänge, allen voran Alice Chilton (Tanya Reynolds) Lassos herausragende, wenngleich ziemlich schroffe Co-Trainerin. Während Ted Menschen erreicht, versteht Alice das Spiel - und die besonderen Dynamiken in einer Frauenkabine.
Das Spielfeld gehört in der neuen Staffel den Lady Greyhounds im Speziellen und dem Frauenfußball im Allgemeinen. Und das ist längst überfällig. "Ted Lasso" nutzt den Neustart nicht nur für neue Figuren, sondern auch für neue Themen. Die Serie zeigt, mit welchen Hürden Frauenfußball bis heute kämpfen muss.
So teilen sich die Lady Greyhounds eine heruntergekommene Kabine mit Jugendteams, während die Männer luxuriöse Bedingungen genießen. Sponsoren sind schwer zu finden, Medieninteresse muss hart erarbeitet werden, und manchmal fehlt es sogar an den einfachsten Dingen wie Trikots. Hinzu kommen Fragen, über die der Männerfußball kaum nachdenken muss: Schwangerschaft, Mutterschaft oder Kinderbetreuung lassen sich nicht einfach aus dem Spielplan streichen. Nicht einmal, wenn man Ted Lasso heißt.
"München Beats" - ZDF.de
Die vierteilige Miniserie "München Beats" (ab Freitag, 7. August, auf zdf.de) ist ein Mainstream-kompatibles Melodram um zwei Familien. Aber eben auch der Versuch, etwas über Münchener Zeit- und Kulturgeschichte Mitte der 90-er zu erzählen. Im Mittelpunkt steht die 20-jährige Bauerntochter Linda (Jule Hermann), die Techno und Clubkultur entdeckt - und DJ werden will.
Lindas Vater Georg (Frederic Linkemann) baut wie viele Landwirte aus dem Münchener Umland Kartoffeln für Pfanni-Unternehmer Theo Meinhardt (Tobias Moretti) an. Die beiden Familien sind seit langem befreundet. Lindas Mutter Veronika (Marlene Morreis) und Alicia Meinhardt (Sophie von Kessel), sind Partnerinnen vom "alten Schlag", die den Männern den Rücken frei halten. Doch die Zeiten ändern sich.
Mitte der 90-er funktioniert das Geschäftsmodell von Patriarch Theo nicht mehr. Ein Industriestandort mitten in München ist nicht mehr rentabel. Theos Sohn Marius (Klaus Steinbacher) verschleudert laut Theos Meinung Geld mit Geschäften im Internet. Als Marius abgebrannt aus New York zurückkehrt, fühlt sich Traditionalist Theo bestätigt.
Besser in die neue Zeit schafft es die musikbegeisterte Linda. Sie zieht bei den Eltern aus und im traditionellen Münchener Schwulentreff Hotel Deutsche Eiche ein. Hier erhält sie einen Gastro-Job vom fürsorglichen Rudi Dreiseitl (Michael A. Grimm). Dies soll jedoch nur eine Zwischenstation darstellen, denn Linda möchte nach dem Erleben einer Techno-Nacht unbedingt DJ werden. Als sie ihren Kindheitsfreund Marius nach vielen Jahren wieder trifft, entsteht zwischen den beiden jungen Leuten eine besondere Chemie.
"München Beats" versucht, all dies Mainstream-gerecht zu erzählen: alte Wirtschaft gegen neue Geschäftsmodelle rund um Internet und Clubkultur, traditionelle Familienstrukturen versus diverse sexuelle Orientierung. Dazu die Münchener Stadtentwicklung rund um das heutige Werksviertel oder auch die Zwischennutzung des Flughafens München Riem und was sie für den kulturellen Wandel Münchens bedeutete. Man kennt diese Erzählweise von Serien wie "Ku'damm".
"The Last House" - Netflix
Eine Handvoll Menschen, plötzlich eingesperrt in ihren eigenen vier Wänden: Dieses Szenario hat Netflix schon einmal in einem Film verarbeitet: Die deutsche Produktion "Brick" erschien im Juli 2025 und war mit Matthias Schweighöfer, Ruby O. Fee und Frederick Lau ziemlich prominent besetzt. Ein gutes Jahr später erscheint mit "The Last House" (ab Freitag, 7. August) ein ähnlicher Film. Diesmal wird eine vierköpfige Familie eingesperrt.
Es beginnt mit einem ganz normalen Morgen, wie ihn wohl viele Familien aus ihrem eigenen Leben kennen: Die Eltern Ann (Greta Lee) und Jason ("Narcos"-Star Wagner Moura) und ihre Kinder Graham (Noah Alexander Sosnowski) und Ruth (Riley Chung) machen sich fertig für den Tag. Doch dann lässt sich plötzlich die Haustür nicht mehr öffnen. Auch alle Fenster sind wie von Zauberhand verriegelt. Die Familie sitzt fest, tage-, wochen-, jahrelang. Je mehr Zeit vergeht, umso beschwerlicher wird das Leben: die Vorräte gehen langsam zur Neige, und die Familie muss kreativ werden, um zu überleben. Außerdem wird bald klar: Wie der vierköpfigen Familie ist es vielen Menschen, vielleicht sogar allen Menschen auf der Welt ergangen. Und dahinter steckt eine noch unbekannte Macht ...
Der französische Regisseur Louis Leterrier inszenierte unter anderem bereits einzelne Episoden der Erfolgsserie "Lupin" und den Actionkracher "Fast & Furious 10". In "The Last House" lädt der 53-jährige Sohn des Regisseurs François Leterrier nun zu einem unter die Haut gehenden Horrortrip.