Eike Immel: Ex-Torhüter zu Bewährungsstrafe verurteilt

Er war deutscher Meister und Nationalspieler - dann folgte der tiefe Absturz. Vor dem Landgericht Marburg sprach Eike Immel über seine Kokainsucht und 107 Betrugsfälle. Statt ins Gefängnis muss er nun eine Drogentherapie absolvieren und gemeinnützige Arbeit leisten.
von  (ncz/spot)
Eike Immel stand wegen 107 Betrugsfällen vor Gericht. Dort sprach er offen über seine Kokainsucht.
Eike Immel stand wegen 107 Betrugsfällen vor Gericht. Dort sprach er offen über seine Kokainsucht. © imago images/Gartner

Eike Immel (65) hat vor Gericht offen über eine dunkle Phase seines Lebens gesprochen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, äußerte sich der frühere Nationaltorwart im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Marburg ausführlich zu seiner Kokainabhängigkeit. Dabei erklärte Immel auch, dass er sich bei Bekannten Geld geliehen beziehungsweise erschlichen habe, um unter anderem seine Sucht zu finanzieren.

Insgesamt geht es in dem Verfahren um 107 Betrugsfälle und rund 34.000 Euro Schaden. Im August 2025 war Immel deshalb vom Amtsgericht Marburg zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein.

Immels Karriere begann früh. Mit gerade einmal 17 Jahren stand er erstmals für Borussia Dortmund in der Bundesliga im Tor. Später wechselte er zum VfB Stuttgart, wurde 1992 deutscher Meister und absolvierte 19 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. 1980 gehörte er zum Europameisterschaftskader.

Körperliche Beschwerden und Suchtprobleme

Nach Angaben der "Bild" berichtete Immel vor Gericht, sein Kontakt mit Kokain habe 2007 begonnen. Damals habe er nach verschiedenen Trainerstationen ohne Job dagestanden. Auch die körperlichen Folgen seiner langen Karriere als Profifußballer hätten ihm zu schaffen gemacht.

Besonders schwierig sei die Situation während der Corona-Pandemie geworden. Private Probleme hätten schließlich zu einem Rückfall geführt. Gleichzeitig verschärften sich seine finanziellen Schwierigkeiten.

Immel lieh sich bei Bekannten immer wieder Geld und versprach teilweise, es zurückzuzahlen. In einem Fall soll er beispielsweise Tickets für DFB-Spiele angeboten haben, obwohl er diese nicht besorgen konnte. Insgesamt soll er so mehr als 34.000 Euro erlangt haben.

Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Im Berufungsverfahren zeigte sich Immel laut "Bild" reumütig. Er entschuldigte sich bei den Menschen, die er um Geld gebracht hatte, und sprach über seinen Wunsch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Das Gericht verurteilte den ehemaligen Nationaltorhüter schließlich zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Zusätzlich muss Immel eine ambulante Drogentherapie absolvieren, sich regelmäßigen Drogentests unterziehen, eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Damit bleibt ihm der Gang ins Gefängnis zunächst erspart. Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre.

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