Ed Sheeran verliert alle Vorbands - und 200.000 Instagram-Follower
Ed Sheeran (35) hat innerhalb von 24 Stunden rund 200.000 Instagram-Follower verloren. Am Montag folgten dem britischen Sänger dort noch 47,6 Millionen Menschen, inzwischen weist sein Profil 47,4 Millionen Abonnenten aus, wie die britische "Daily Mail" berichtet. Gleichzeitig haben sich sämtliche verbliebenen Vorgruppen von seiner "Loop"-Tour zurückgezogen.
Auslöser der Kontroverse war ein Auftritt des US-Rappers Macklemore (43). Bei Sheerans Konzerten im MetLife Stadium in New Jersey am 4. und 5. September äußerte sich der Musiker auf der Bühne zur Lage in Gaza und im besetzten Westjordanland. "Ich will, dass diese Worte laut und deutlich sind, damit die Menschen von Gaza bis ins besetzte Westjordanland wissen, dass wir sie nicht vergessen haben", sagte er vor dem Publikum. Anschließend spielte er seinen Song "Hind's Hall", während im Hintergrund Aufnahmen aus Gaza zu sehen waren.
Auf den Auftritt folgte eine Petition, die Macklemores Ausschluss von der Tour forderte. Am Montag wurde schließlich bekannt, dass der Rapper bei den verbleibenden acht der ursprünglich zehn geplanten Konzerte nicht mehr als Voract auftreten wird.
Macklemore nennt einen Namen
In einer ausführlichen Stellungnahme auf Instagram schilderte Macklemore seine Sicht auf die Ereignisse. Demnach habe Sheeran ihm erzählt, dass Unternehmer Robert Kraft ihn persönlich angerufen habe. Kraft habe weitere Stadionbetreiber hinter sich versammelt und Sheeran vor die Wahl gestellt: Bleibe Macklemore Teil der Tour, werde der Brite nicht in ihren Stadien auftreten können. Macklemore betonte zugleich, seinem Freund keinen persönlichen Vorwurf zu machen. Sheeran sei in eine unmögliche Lage gebracht worden.
"Eine Seite zu wählen, kann dich etwas kosten", schrieb Macklemore. Er habe Geld, Werbedeals, Festivalauftritte und Beziehungen verloren. "Aber es gibt keine neutrale Position zwischen dem Unterdrücker und den Unterdrückten." Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass ihre 13-jährige Freundschaft die schmerzhafte Meinungsverschiedenheit überstehen werde.
Sheerans Erklärung: "Ich bin nicht mitverantwortlich"
Sheeran äußerte sich zwei Tage später auf Instagram. Er sei über den Konflikt zwischen Israel und Palästina entsetzt, das Leid auf beiden Seiten sei eine menschliche Tragödie. Nach den Konzerten in New Jersey hätten mehrere Veranstaltungsorte jedoch angekündigt, die kommenden Shows abzusagen, sollte Macklemore weiter Teil der Tour sein. Eine Woche lang habe er mit den Betreibern gesprochen, unter anderem mit Kraft, dazu mit Promotern und Aktivisten beider Seiten. Letztlich sei die Entscheidung des Veranstalters endgültig gewesen. Macklemores Vertrag habe zudem nicht mit ihm selbst bestanden.
Sheeran betonte, weder seine Fans noch seine Crew im Stich lassen zu wollen. Dass er sich öffentlich bislang zurückgehalten habe, bedeute nicht, dass er keine Haltung zu dem Konflikt habe. "Ich bin nicht mitverantwortlich", stellte er klar. Zu seinem Publikum gehörten junge Menschen und Kinder aus unterschiedlichsten Verhältnissen, die bei seinen Konzerten kein politisches Forum erwarteten. Macklemores Entschlossenheit respektiere er, zugleich könne man auf unterschiedlichen Wegen dasselbe Ziel verfolgen.
Vier Absagen an einem Tag
Bei den übrigen Vorbands stieß Macklemores Ausschluss von den weiteren Tourterminen dennoch auf deutlichen Widerspruch. Finneas (29), der Bruder und musikalische Partner von Billie Eilish, erklärte, Künstler dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie für Unterdrückte einträten. Der irische Sänger Aaron Rowe (geb. 1996) nannte Sheeran einen Freund, der sein Leben verändert habe, könne aber nicht zusehen, wie Milliardäre ihre Macht nutzten, um Stimmen zu unterdrücken.
Die dänische Band Lukas Graham schrieb, man müsse über Krieg und getötete Zivilisten sprechen können. Die irische Gruppe Beoga, die bei "Galway Girl" regelmäßig mit auf der Bühne steht, verwies auf mehr als zehn Jahre Freundschaft mit Sheeran. In Hallen zu spielen, die Befürworter eines freien Palästina zum Schweigen brächten, sei dennoch keine Option.
Sheerans Freund Myles Smith (28) stellte am Mittwochmorgen unterdessen klar, dass er ohnehin nicht mehr Teil der Tour sei. Zugleich nahm er den Sänger gegen persönliche Schuldzuweisungen in Schutz: Die Opfer seien die Palästinenser - Sheeran sei jedoch ebenfalls nicht der Täter.
Offene Fragen zur Tour
Kraft verteidigte unterdessen sein Vorgehen. Der Eigentümer des NFL-Teams New England Patriots erklärte, Macklemore habe aus seiner Sicht eine Grenze überschritten. Das Gillette Stadium werde keine Bühne für Hassrede bieten. Auch der US-Promoter Messina Touring Group bestätigte, dass Veranstaltungsorte Konzerte abgelehnt hätten, solange Macklemore Teil des Line-ups sei.
Wie Sheerans Tour nun weitergeht, ist offen. Bis zum Jahresende stehen noch 18 Konzerte auf dem Programm, das nächste am Freitag in Philadelphia. Eine Vorgruppe hat der Sänger derzeit nicht mehr.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@spot-on-news.de
- Themen:
