Dunja Hayali: TV-Doku über die Deutsche Bahn sorgt für Sprachlosigkeit

In der ZDF-Doku der "Am Puls"-Reihe "Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?" forscht Dunja Hayali nach, woher die vielen Verspätungen der Deutschen Bahn kommen. Als die Moderatorin von den Digitalisierungs-Plänen erfährt, verschlägt es ihr die Sprache.
Gianluca Reucher |
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Dunja Hayali spricht in der "Am Puls"-Doku mit Deutsche-Bahn-Experte Hans Leister.
ZDF 2 Dunja Hayali spricht in der "Am Puls"-Doku mit Deutsche-Bahn-Experte Hans Leister.
In der "Am Puls"-Doku des ZDF geht Dunja Hayali dem Chaos bei der Deutschen Bahn auf den Grund.
ZDF / Jonny Müller-Goldenstedt 2 In der "Am Puls"-Doku des ZDF geht Dunja Hayali dem Chaos bei der Deutschen Bahn auf den Grund.

"Immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die Deutsche Bahn. Warum klappt hier gefühlt fast gar nichts?" Das fragt sich Dunja Hayali in der neuen ZDF-Doku der "Am Puls"-Reihe "Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?". Die Moderatorin sucht das Gespräch mit Experten, Angestellten und auch der Chefin der Deutschen Bahn. Sie will herausfinden, warum die Zuverlässigkeit der Züge ein so großes Problem ist.

ZDF-Doku "Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?"

Dunja Hayali weiß selbst: Wer viel mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, hat es regelmäßig mit Verspätungen, Ausfällen und sonstigen Problemen zu tun. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr betrage gerade einmal 60 Prozent, heißt es in der ZDF-Doku. Ein Grund dafür sei sehr häufig die veraltete Infrastruktur. Gerade einmal zwei Prozent des gesamten Strecken-Netzwerkes der Deutschen Bahn sind digitalisiert - dabei ist Deutschland bei der Produktion der Digitaltechnik weltweit führend.

"Wir setzen auf die Uralt-Technik von vorgestern. Nämlich menschliche Augen, die versuchen, Lichter zu erkennen, Lämpchen zu erkennen", erklärt Bahn-Experte und Ex-Angestellter Hans Leister. Gemeint sind die Signalanlagen, die den Lokführern mit roten oder grünen Lichtern anzeigen, ob der folgende Streckenabschnitt gerade befahrbar ist oder nicht. "Das klingt für mich wie aus der alten Welt", entgegnet Dunja Hayali im Gespräch sichtbar irritiert. Zumal bei den Sanierungen zwischen Berlin und Hamburg wieder diese 50 Jahre alte Technik verbaut werden soll, statt auf modernere Methoden zu setzen.

Und das ist nicht alles: Eine einzige dieser Signalanlagen kostet laut Hans Leister 100.000 Euro. Zur Einordnung: Zwischen Berlin und Hamburg werden 700 dieser Signale neu gebaut - für ungefähr 70 Millionen Euro. "Alter Schwede!", ist die Journalistin fassungslos.

Was für einen Unterschied eine Modernisierung machen kann, zeigt Lokführer Ringo Jurado-Sanchez in der ZDF-Doku. Er fährt mit Dunja Hayali eine der ganz wenigen Strecken in Deutschland, die ohne die Signalanlagen auskommen - zumindest für 130 Kilometer. "Diese Strecke hier mit diesem System, die ist nicht anfällig - im Gegensatz zu anderen Strecken", gibt der Lokführer zu verstehen. In zehn Jahren sei es zu nicht einmal einer Handvoll schwerwiegender Störungen gekommen.

Bahn-Experte: "Es ist absurd"

Zehn Jahre ist es her, da wurde diese 130-Kilometer-Strecke als eine von ganz wenigen digitalisiert. Dabei habe es durchaus den Plan gegeben, eine umfassende Digitalisierung umzusetzen, wie Bahn-Experte Hans Leister weiß. Für die 70 Millionen Euro, mit denen zwischen Berlin und Hamburg gerade die alte Technik wieder verbaut wird, hätten laut dem ehemaligen Angestellten der Deutschen Bahn wahrscheinlich auch jegliche Züge, welche diese Strecke befahren, modernisiert werden können.

"Ich weiß nicht mehr, was ich sagen oder fragen soll", kann Dunja Hayali das kaum glauben. Hans Leister bestätigt: "Es ist absurd." Ein Problem: Wie der Experte sagt, habe sich der Bundesfinanzminister jahrelang dagegen gewährt, diese Digitalisierung vorzufinanzieren. "Damit wurde viel Zeit vergeudet."

Jetzt will die Deutsche Bahn in den nächsten zehn Jahren 40 große Korridore bundesweit sanieren. Dabei soll die Digitalisierung der Schienen-Netze, wie die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, sagt, "vorbereitet werden". Das bedeutet kurz- und mittelfristig erst einmal: noch mehr Bauarbeiten - und noch mehr Verspätungen.

Die komplette "Am Puls"-Doku "Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?" wird am Dienstag, 21. Juli, um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt und ist ab sofort in der Mediathek verfügbar.

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  • Wolff vor einer Stunde / Bewertung:

    Keine Überraschung - auch dass Kommentare mal wieder spurlos verschwinden.

    Kleiner Tipp an die Zensur - Hammer der Woche beim ZDF-Länderspiegel (Deutsche Bahn wie sie leibt und lebt):

    Sinnlose Umbauten: Teure Modernisierungen von Bahnübergängen, die kurz darauf wieder abgerissen und durch Brücken ersetzt werden (wie im mittelfränkischen Laubenzedel/Ansbach).

    Unzureichende Absprachen: Sanierungen von Gleisen, bei denen Anschlüsse an Straßen oder Wege nachher nicht mehr passen und Kommunen auf Kosten sitzen bleiben.

    Gesperrte Übergänge: Streckensanierungen, bei denen historische oder wichtige Wegeübergänge für Anwohner ohne Not dauerhaft geschlossen werden.

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