Diese kuriosen Blüten treibt der "GTA 6"-Hype schon jetzt

Seitdem Rockstar Games einen rund 25 Minuten tiefen Einblick in das Gameplay von "GTA 6" gegeben hat, dreht das Netz durch. Das sind die merkwürdigsten und überraschendsten Reaktionen:
Das Wohnhaus von Lucia und Jason - die reale Vorlage wurde inzwischen abgerissen
Auch wenn Vice City, der Schauplatz von "GTA 6", eine fiktive Stadt ist: Die Inspiration ist unverkennbar Miami. Entsprechend ist der fiktive US-Bundesstaat Leonida aus dem kommenden Open-World-Gangster-Epos an Florida angelehnt. Dennoch ist bekannt, dass Rockstar Games die echte Umgebung über Jahre hinweg fotografisch dokumentiert und digitalisiert hat. Zwar achteten die Macher der Kultreihe darauf, dass keine Gebäude 1:1 im Spiel abgebildet werden, doch kann man mit einer gewissen Ortskenntnis besonders markante Architektur und das Stadtbild an sich durchaus wiedererkennen.
Das dachten sich auch Hardcore-Fans, als sie das rund 25-minütige Special auf Netflix und YouTube sahen, das vor wenigen Tagen mehr Einblicke in die Spielwelt und das Gameplay von "GTA 6" zeigte als je zuvor. Auch die bisher erschienenen Trailer werden nach solchen Hinweisen auf das echte Miami und Florida beobachtet. Auf der Suche nach den echten Gebäuden, die sie in den Ausschnitten zu erkennen glaubten, machten sich selbsternannte Gamedesign-Detektive daher auf den Weg durch Florida. Ein Fan behauptet sogar, das reale Haus identifiziert zu haben, in dem die Hauptfiguren Lucia Caminos und Jason Duval angeblich virtuell leben.
Auf Instagram berichtete prettyboycuh stolz, er habe das Apartment von Lucia und Jason zweifelsfrei gefunden. Das gelang ihm laut eigener Aussage, indem er das gegenüberliegende Gebäude mit seinem auffälligen türkisfarbenen Ton per Apple Maps suchte und fand! Beziehungsweise genau genommen nicht fand, denn der Haken an der Sache war: Rockstar Games hat die Spieler so lange auf den sechsten Teil der Reihe warten lassen, dass das erwähnte Haus in Miami während der langen Entwicklungszeit von "GTA VI" abgerissen wurde. Das fand der Instagram-User heraus, indem er mit Apples Kartendienst eine Zeitreise ins Jahr 2013 machte - dem Jahr, in dem der Startschuss zu "GTA 6" erfolgte. Erst nach diesem Hack kam der ockerfarbene Apartment-Block "Belmar Condo" zum Vorschein, der 1973 gebaut wurde.
Kein Einzelfall: Auch viele andere Gebäude, die in "GTA 6" zu sehen sind, existieren in der Wirklichkeit nicht mehr, weil das Spiel über 13 Jahre Entwicklungszeit auf dem Buckel hat, wenn man die Vorproduktion mitrechnet. Eins steht fest: Viele andere Hobby-Detektive vergleichen Miami und Vice City und werden garantiert noch konkrete reale Orte in der Open World entdecken und mit der Community teilen.
Eifersucht auf eine Spielfigur? Warum Lucia nicht allen gefällt
Die Protagonisten Lucia Caminos und Jason Duval aus "GTA VI" erinnern auf den ersten Blick an das Gangsterpaar Bonnie und Clyde. Laut ersten Berichten soll ihre romantische Bindung allerdings nicht vom Spiel strikt vorgegeben sein, sondern einen dynamischen Verlauf nehmen können - je nachdem, wie sich die beiden zueinander verhalten. Kurios: Bereits jetzt hat das virtuelle Duo offenbar einen Einfluss auf reale Partnerschaften.
Zu den Reaktionen, die das Paar auslöst, zählen laut viralen Berichten auf TikTok, Facebook, Instagram und Co, auch eifersüchtige Kommentare von Frauen, die ihrem Partner das Spielen von "GTA 6" aufgrund der attraktiven Lucia verbieten wollen. Das fühle sich an wie echtes Fremdgehen, so die steile These. Viele der Kommentare sind augenzwinkernd gemeint, aber scheinbar gibt es auch Damen, deren Eifersucht auf Lucia realer als jedes Videospiel ist. Darunter auch ein bekannter Name: Die Creatorin Shelby Haas sorgte für Aufsehen mit der Aussage: "Auf keinen Fall wird mein Verlobter 'GTA 6' spielen!"
Kritiker der überzogenen Reaktionen aus der Damenwelt argumentieren: Wer Angst hat, dass eine unechte Frau dem eigenen Partner gefährlich werden kann, hat ernsthafte Probleme. Viele Paare reagieren auch mit Humor und bekunden online ihre Toleranz für die Spielfiguren, die man gut findet. So macht ein Ehemann darauf aufmerksam, dass seine Frau für Leon aus "Resident Evil" schwärmt, während viele Kommentatoren daran erinnern, wie viele weibliche Gamer in Sims "fremdgehen" oder für Geralt von Riva aus "Witcher" schwärmen würden. Versöhnliche Töne: Partnerinnen erklären, sie freuen sich darauf, bald gemeinsam mit ihrem Freund die Lovestory von Lucia und Jason zu erleben.
Michael de Santa-Schauspieler beschimpft Teile der Community
Ned Luke ist die Stimme und der Schauspieler hinter einem der drei Protagonisten von "GTA 5": Michael De Santa. Für Aufsehen sorgt er gerade, weil er einen Teil der 'GTA'-Community beschimpft. Nämlich jene Gamer, die Kritik an der Grafik des Nachfolgers äußern. Während die meisten Fans die Optik des kommenden Blockbusters feiern, gibt es einige wenige, die behaupten, die grafische Evolution vom fünften zum sechsten Teil sei ihnen nicht beeindruckend genug oder die Optik sei gar vergleichbar.
Zu diesen steilen Thesen findet Ned Luke so markige Worte, als kämen sie aus dem Mund seiner Figur Michael De Santa: "Das sieht kein bisschen aus wie 'Grand Theft Auto 5'!", wettert er in einer YouTube-Reaktion mit Party Chat und House of Highlights. Seine klare Ansage an die Leute, die behaupten, die Grafik wirke nahezu identisch: "Ich denke, die haben den Verstand verloren!" Zur Beweisführung sagte er: "Achtet darauf, wie sich die Menschen bewegen. Die Art, wie sie laufen, entspricht tatsächlich dem menschlichen Gang. Bei uns war bei den Laufanimationen und auch bei der Körperhaltung noch ein bisschen dieses Mechanische zu spüren."
Community am Rande des Wahnsinns? So detailverliebt sind Hardcore-Fans
Dass jedes Video mit neuen Eindrücken von "GTA 6" die Community in Aufruhr versetzen wird, war abzusehen. Schließlich warten die Fans seit 13 Jahren auf den jüngsten Teil der Reihe. Dennoch wirken manche Reaktionen auf die Detailfülle und Technik des Spiels bizarr. So hält ein Spieler eine Kleinigkeit im Gameplay-Reveal für unverzeihlich, die den meisten anderen wohl gar nicht aufgefallen ist. Er schreibt von einem "völlig unrealistischen Parkhaus" in einer Szene mit Lucia Caminos. Sie setzt auf der Flucht von der Polizei in einem Parkhaus das Fluchtfahrzeug von ihr mit einem Molotow-Cocktail in Brand.
Der User kritisiert: Direkt über dem Auto sei eine Sprinkleranlage zu sehen. Diese wird aber trotz des brennenden Fahrzeugs nicht aktiviert. Dass das Spiel dadurch quasi "unspielbar" würde, meinen User allerdings mit einem Augenzwinkern. Dennoch bissen sich tatsächlich manche Gamer in diese Detailfrage fest und diskutierten, ob der Sprinkler nicht einfach kaputt sein könnte oder ob es sich um eine Art "Bug" handeln mag, den Rockstar Games bis zum Release noch beheben wird.
Was hat der reichste Mann der Welt dazu zu sagen?
Dank seiner Unternehmen Tesla und SpaceX führt Elon Musk die "Forbes"-Liste der weltweiten Milliardäre mit einem geschätzten Vermögen von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar an. Und obwohl der gebürtige Südafrikaner als Gaming-Nerd bekannt ist, will dem aktuell aufsehenerregendsten Videogame wohl nicht seine kostbare Zeit schenken: "Ich habe GTA V nur ein bisschen gespielt, und es verlangte in der Eröffnungsszene Polizisten zu erschießen, um voranzukommen - ich konnte es einfach nicht tun." Seine Schlussfolgerung: "Ich glaube nicht, dass ich GTA 6 spielen werde."
Kurios: Während X-Chef Musk über die "GTA"-Reihe herzog, wurde bekannt, dass die Ex-X-CEO Linda Yaccarino Ende letzten Jahres vergeblich versucht hatte, den damals aktuellen Trailer zu "GTA 6" exklusiv auf X zu vermarkten und sich auf der eigenen Plattform darüber beschwerte, Rockstar Games habe damit eine Gelegenheit verpasst, "maximale Verbreitung" zu erreichen.
Seine Kritiker werfen Elon Musik aufgrund diverser voriger Äußerungen zu politischen und sozialen Themen in der realen Welt eine Doppelmoral in der virtuellen Sphäre vor. Zu den Moralfragen in Elon Musks Wirken äußerte sich Take-Two-Chef Strauss Zelnick vom Mutterkonzern, zu dem Rockstar Games zählt, nicht. Wohl aber dazu, dass Musk im Web der Behauptung zustimmte, dass generative KI ein Spiel wie "GTA 6" in nur wenigen Minuten bauen könnte.
Sein Seitenhieb: "Wenn KI irgendwem den Job wegnimmt, dann würde es doch wohl seinen Job nehmen, oder? Ich meine, der reichste Typ auf der Welt. Wäre das nicht der allererste Job, den KI übernehmen würde?" Zur Rolle von KI im tatsächlichen sechsten Teil der Reihe versichert er, Künstliche Intelligenz hätte keinerlei Bedeutung und das Spiel sei 100 Prozent Handarbeit. Die gigantische Spielwelt von Vice City wurde Gebäude für Gebäude und Straße für Straße von Menschenhand erschaffen, so Zelnick. Um die Open World realistisch wirken zu lassen, wurden laut Rockstar Games über 600.000 Animationen per Hand erstellt - doppelt so viele wie für "Red Dead Redemption 2", einem anderen Meilenstein der Spieleschmiede. "GTA 5" hatte rund 55.000 solcher Animationen zu bieten.