Die Kesslers werden 75

Sie standen in der ganzen Welt auf der Bühne, waren mit Fred Astaire befreundet und gaben Elvis Presley einen Korb – alles im Doppelpack. Jetzt werden Deutschlands berühmteste Zwillinge 75.
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Alice (l.) und Ellen Kessler posieren in Stuttgart (Foto vom 21.11.06). Die Zwillinge Alice und Ellen Kessler sind mit fast 75 Jahren immer noch gut in Form.
dapd 13 Alice (l.) und Ellen Kessler posieren in Stuttgart (Foto vom 21.11.06). Die Zwillinge Alice und Ellen Kessler sind mit fast 75 Jahren immer noch gut in Form.
Die Kessler-Zwillinge Alice (l-r) und Ellen Kessler singen bei der Premiere im Hansa Variete Theater Hamburg (Archivbild vom 28.10.2010).
dpa 13 Die Kessler-Zwillinge Alice (l-r) und Ellen Kessler singen bei der Premiere im Hansa Variete Theater Hamburg (Archivbild vom 28.10.2010).
Reich behängt mit Schmuck lachen sich die deutschen Zwillinge Alice und Ellen Kessler an - aufgenommen am 05.10.1956 im Pariser Lido.
dpa 13 Reich behängt mit Schmuck lachen sich die deutschen Zwillinge Alice und Ellen Kessler an - aufgenommen am 05.10.1956 im Pariser Lido.
Privater Tanzunterricht in Paris: Alice (l) und Ellen Kessler (undatiertes Archivbild).
dpa 13 Privater Tanzunterricht in Paris: Alice (l) und Ellen Kessler (undatiertes Archivbild).
Die Kessler-Zwillinge Ellen (l-r) und Alice Kessler posieren bei der Premiere im Hansa Variete Theater Hamburg (Archivbild vom 28.10.2010).
dpa 13 Die Kessler-Zwillinge Ellen (l-r) und Alice Kessler posieren bei der Premiere im Hansa Variete Theater Hamburg (Archivbild vom 28.10.2010).
Premiere von GinRommée
Marlies Schnetzer 13 Premiere von GinRommée
Alice und Ellen Kessler, Kessler Zwilinge, bei ihrem Auftritt in der Sendung "Menschen2006" , am 03.12.2006.
ZDF/Sven Simon 13 Alice und Ellen Kessler, Kessler Zwilinge, bei ihrem Auftritt in der Sendung "Menschen2006" , am 03.12.2006.
Alice und Ellen Kessler, Kessler Zwilinge, bei ihrem Auftritt in der Sendung "Menschen2006" , am 03.12.2006.
ZDF/Sven Simon 13 Alice und Ellen Kessler, Kessler Zwilinge, bei ihrem Auftritt in der Sendung "Menschen2006" , am 03.12.2006.
Die Kesslers bei einem ZDF-Auftritt.
ZDF 13 Die Kesslers bei einem ZDF-Auftritt.
Beei einem Auftritt mit den Johannes Heesters, Alice und Ellen Kessler, 15.06.1975.
ZDF/Sven Simon 13 Beei einem Auftritt mit den Johannes Heesters, Alice und Ellen Kessler, 15.06.1975.
Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.
ZDF/Sven Simon 13 Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.
Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.
ZDF/Sven Simon 13 Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.
Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.
ZDF/Sven Simon 13 Die Kessler Zwillinge bei eine Auftritt 2004.

Sie standen in der ganzen Welt auf der Bühne, waren mit Fred Astaire befreundet und gaben Elvis Presley einen Korb – alles im Doppelpack. Jetzt werden Deutschlands berühmteste Zwillinge 75. Und Alice und Ellen Kessler haben noch große Pläne.

Grünwald – Es gibt Stars, die gibt es eigentlich nur im Doppelpack. In Hollywood sind das zum Beispiel die Coen-Brüder oder die Olsen-Twins. In Deutschland sind es vor allem die Kessler-Zwillinge.

Am Samstag (20. August) werden Alice und Ellen, die „Königinnen des Tanzes“, 75 Jahre alt. Heute leben sie gemeinsam in einem Haus im Münchner Nobelvorort Grünwald, jede hat dort ihren eigenen Bereich. Denn – das haben die Schwestern nach mehr als sieben Jahrzehnten Seite an Seite gelernt: Nähe ist gut, zu viel Nähe kann nerven.

„Wir können uns den ganzen Tag sehen, wir müssen aber nicht“, sagt Alice Kessler der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben eine große Schiebetür im Wohnzimmer.“ Zu ihrem Ehrentag können sich die Zwei vor Interview-Anfragen kaum retten – zum Unverständnis der Schwestern.

„So ein 75. Geburtstag ist doch nicht so etwas Aufregendes.“ Dabei hat es die Geschichte hinter diesen 75 Jahren durchaus in sich. Lange galten die beiden Blondinen als fleischgewordene Männerträume und als die erfolgreichsten deutschen Show-Exporte.

Sie tanzten erst in der DDR, nach der Flucht der Familie in den Westen dann in Düsseldorf, in Paris – und tourten schließlich um die ganze Welt. Sie hatten sogar das Angebot, mit Elvis Presley in dem Film „Viva Las Vegas“ aufzutreten. Doch das sagten sie ab – aus Angst, auch in Amerika auf Filme mit Musik und Tanzauftritten festgelegt zu sein.

„Filmerettchen“ nennen die Schwestern diese Streifen. „Und darum haben wir das nicht gemacht“, sagt Ellen. „Unser Manager, der hätte uns schlagen können.“ Sonderlich beeindruckt vom „King“ waren die beiden ohnehin nicht. „Wir sind nicht dahingeschmolzen. Wir waren cool und das hat er nicht verkraftet.

Da war er sehr gehemmt.“ Presley war nicht der einzige große Name im Bekanntenkreis der Zwillinge – die Kesslers kannten sie alle: Frank Sinatra und Elizabeth Taylor, Sammy Davis jr. und Fred Astaire. „Beeindruckt haben sie uns alle, aber ganz privat hat uns Fred Astaire beeindruckt, weil er so bodenständig war und gar nicht abgehoben.

Das war wunderbar“, sagt Alice. Ein Rockstar-Leben aber hätten sie, die beide nie geheiratet haben, nie geführt. „Wir haben hart gearbeitet“, sagt Ellen heute. „Abgehoben sind wird nie. Wir kennen keine Drogen, keine Alkoholexzesse – wie die arme Amy Winehouse.“

Das Erfolgsrezept der Zwei beschreibt Alice ganz schlicht: „So ein Zwillingspaar, das sich synchron bewegt, das ist schon etwas Besonderes.“ Dieses Konzept brachte aber auch Probleme mit sich. „Dass man immer im Doppelpack auftreten muss, kann manchmal ein Problem sein.

Man kann nie spontan sein und das Bein mal höher werfen als geplant, wenn einem danach ist. Man ist ein bisschen in einer Zwangsjacke.“ Heute wollten sie zwar nicht mehr am Anfang einer Karriere stehen. Inzwischen sei das Geschäft viel zu schnelllebig geworden. Den Rücken gekehrt haben sie dem Showbusiness deswegen aber noch lange nicht.

Im Herbst soll ihr Musical „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ in Rom starten - ihrer zweiten Heimat. Dort wollen sie an diesem Samstag auch ihren Geburtstag feiern. Früher hatte es sie gar nicht auf die Bühne gezogen. „Ich sollte eigentlich studieren, weil ich so ein gutes Zeugnis hatte“, sagt Alice. Modezeichnerin wollte sie werden, ihre Schwester Ellen Ärztin.

Auf Wunsch des Vaters aber nahmen sie Ballettunterricht, erhielten ein Stipendium an der Leipziger Oper und ihre ungewöhnliche Karriere nahm ihren Lauf. „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, war der bessere. Ich bereue nichts“, sagt Alice rückblickend. Und Ellen fügt hinzu: „Ich auch nicht.“

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