Die Europäer wollen ins All

Irgendwann war dem Menschen die Erde nicht mehr genug. Er träumte davon, die Weiten zwischen Mond, Sternen und fremden Planeten zu erkunden. Zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion entbrannte nach dem Zweiten Weltkrieg ein langer wie teurer und erbitterter "Wettlauf ins All". Die beiden Großmächte setzten nun alles daran, mit Raketentechnik nicht mehr nur die Auslöschung ihrer Feinde anzudrohen, sondern eine ganz neue Dimension für sich zu erschließen. Und Europa? Auch hier wollte man über die Erde hinausfliegen. Die Dokumentation "Europas Griff nach den Sternen" (auch in der Mediathek zu sehen) aus dem Jahr 2024, die nun auf ARTE erstmals im TV zu sehen ist, beleuchtet das ambitionierte "Europa-Projekt" von der Idee über das endgültige Scheitern bis zur aktuellen Forschung.
Nachdem der "Wettlauf ins All" bereits in den 50er-Jahren begann, schlossen sich westeuropäische Staaten, allen voran Großbritannien, Frankreich und Deutschland, zu Beginn der 60er-Jahre zusammen, um selbst zwischen Mond und Sternen ihren Platz zu markieren. Denn, wie der Film erklärt, mit der aufkommenden Telekommunikation und den dafür benötigten Satelliten, wurde der Weltraum immer mehr zu einem lukrativen Geschäft. Doch die Hürden für den Traum für das Projekt "Europa-Rakete" sind hoch, zeigt die Dokumentation: Technische Schwierigkeiten, mangelnde Erfahrung und die politischen Spannungen zwischen den Länder lassen den Traum von der europäischen Raumfahrt platzen - zumindest vorerst.
Denn auch wenn inzwischen wohl die meisten die NASA in den USA mit Raketen und Weltall verbindet, wird in Europa weiterhin gemeinschaftlich geforscht. Die detailreiche Dokumentation von Susanne Brahms und Peter Meier-Hüsing begleitet eine Gruppe junger Studenten, die den gleichen Traum verfolgen wie die Männer und Frauen der "Europa-Rakete" vor mehr als 60 Jahren: den unendlichen Weiten des Weltalls näherkommen.
Europas Griff nach den Sternen - Do. 06.08. - ARTE: 20.15 Uhr