Die Europäer wollen ins All

Der Traum vom unendlichen Weltall hatte in den 60er-Jahren nicht nur die USA und die Sowjetunion fest im Griff, auch in Europa wollte man zu den Sternen fliegen. Wie und ob das ambitionierte Projekt gelang, zeigt eine informative Dokumentation bei ARTE zur besten Sendezeit.
Friederike Hilz |
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Schon nach dem Ersten Weltkrieg begannen Physiker und Ingenieure aus Deutschland, mit Raketen zu experimentieren.
ARTE / Staatsarchiv Bremen 5 Schon nach dem Ersten Weltkrieg begannen Physiker und Ingenieure aus Deutschland, mit Raketen zu experimentieren.
Das Projekt scheiterte zwar, doch noch heute ist eine originale "Europa-Rakete" im Deutschen Museum zu sehen.
ARTE / Deutsches Museum 5 Das Projekt scheiterte zwar, doch noch heute ist eine originale "Europa-Rakete" im Deutschen Museum zu sehen.
Beim Projekt "Europa-Rakete" waren auch die Australier beteiligt: Die komplexen Berechnungen lagerte man nach Down Under aus.
ARTE / Heimatschutz-Ministerium Australien 5 Beim Projekt "Europa-Rakete" waren auch die Australier beteiligt: Die komplexen Berechnungen lagerte man nach Down Under aus.
Der Physiker Hermann Oberth gilt als einer der Begründer der Raumfahrttechnik und als Vater der europäischen Rakete.
ARTE / Staatsarchiv Bremen 5 Der Physiker Hermann Oberth gilt als einer der Begründer der Raumfahrttechnik und als Vater der europäischen Rakete.
Die Faszination des Menschen mit dem Weltall ist ungebrochen: Früher wie heute wird experimentiert und an neuen Raketen gearbeitet.
ARTE / Staatsarchiv Bremen 5 Die Faszination des Menschen mit dem Weltall ist ungebrochen: Früher wie heute wird experimentiert und an neuen Raketen gearbeitet.

Irgendwann war dem Menschen die Erde nicht mehr genug. Er träumte davon, die Weiten zwischen Mond, Sternen und fremden Planeten zu erkunden. Zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion entbrannte nach dem Zweiten Weltkrieg ein langer wie teurer und erbitterter "Wettlauf ins All". Die beiden Großmächte setzten nun alles daran, mit Raketentechnik nicht mehr nur die Auslöschung ihrer Feinde anzudrohen, sondern eine ganz neue Dimension für sich zu erschließen. Und Europa? Auch hier wollte man über die Erde hinausfliegen. Die Dokumentation "Europas Griff nach den Sternen" (auch in der Mediathek zu sehen) aus dem Jahr 2024, die nun auf ARTE erstmals im TV zu sehen ist, beleuchtet das ambitionierte "Europa-Projekt" von der Idee über das endgültige Scheitern bis zur aktuellen Forschung.

Nachdem der "Wettlauf ins All" bereits in den 50er-Jahren begann, schlossen sich westeuropäische Staaten, allen voran Großbritannien, Frankreich und Deutschland, zu Beginn der 60er-Jahre zusammen, um selbst zwischen Mond und Sternen ihren Platz zu markieren. Denn, wie der Film erklärt, mit der aufkommenden Telekommunikation und den dafür benötigten Satelliten, wurde der Weltraum immer mehr zu einem lukrativen Geschäft. Doch die Hürden für den Traum für das Projekt "Europa-Rakete" sind hoch, zeigt die Dokumentation: Technische Schwierigkeiten, mangelnde Erfahrung und die politischen Spannungen zwischen den Länder lassen den Traum von der europäischen Raumfahrt platzen - zumindest vorerst.

Denn auch wenn inzwischen wohl die meisten die NASA in den USA mit Raketen und Weltall verbindet, wird in Europa weiterhin gemeinschaftlich geforscht. Die detailreiche Dokumentation von Susanne Brahms und Peter Meier-Hüsing begleitet eine Gruppe junger Studenten, die den gleichen Traum verfolgen wie die Männer und Frauen der "Europa-Rakete" vor mehr als 60 Jahren: den unendlichen Weiten des Weltalls näherkommen.

Europas Griff nach den Sternen - Do. 06.08. - ARTE: 20.15 Uhr

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