Die dunklen Seiten der spanischen Erfolgsgeschichte

Die Doku beleuchtet die Rolle Spaniens als Zufluchtsort für deutsche Nationalsozialisten und die engen Verbindungen des Franco-Regimes. Sie zeigt auf, wie das Land ab den 1950er-Jahren zur beliebten Urlaubsdestination für Millionen Deutsche wurde - auch mithilfe alter Netzwerke.
Rupert Sommer |
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Der Aufbau der Infrastruktur für den Tourismus-Boom in beliebten spanischen Badeorten wie Benidorm basierte auch auf historischen, dunklen Netzwerken.
IStock/Sergi Formoso 2 Der Aufbau der Infrastruktur für den Tourismus-Boom in beliebten spanischen Badeorten wie Benidorm basierte auch auf historischen, dunklen Netzwerken.
General Francisco Franco, der bis 1975 lebte, pflegte einst enge Beziehungen nach Nazi-Deutschland.
IStock/Javier Conejero 2 General Francisco Franco, der bis 1975 lebte, pflegte einst enge Beziehungen nach Nazi-Deutschland.

Strand und Sangria: Für Generationen deutscher Urlauber wurde Spanien zum Sehnsuchtsort. Doch hinter dem touristischen Aufstieg des Landes verbirgt sich auch ein düsteres Kapitel der Nachkriegsgeschichte, wie nun die "ARD History"-Dokumentation "Sommer, Sonne, Hakenkreuz" aufzeigt. Der Beitrag beleuchtet die engen Verbindungen zwischen ehemaligen Nationalsozialisten und der Entwicklung beliebter spanischer Ferienregionen.

In den 1950er-Jahren wirbt das Spanien des Diktators Francisco Franco mit dem Slogan "Spanien ist anders!" um internationale Gäste. Während in Deutschland das Wirtschaftswunder für steigenden Wohlstand sorgt, entdecken nach und nach auch die Bundesbürger die iberische Halbinsel als erschwingliches Urlaubsziel. Sonne, Meer und exotische Folklore versprechen eine Auszeit vom oft noch grauen Nachkriegsalltag. Bis heute zählt Spanien zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen - vor allem die Sonnen- und Partyinsel Mallorca.

Sommerfeste in SS-Uniform

Die Dokumentation von Sebastian Heemann und Tilo Wagner zeigt jedoch, dass die touristische Erfolgsgeschichte des Landes eine bislang wenig beachtete Schattenseite besitzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden zahlreiche ehemalige Nationalsozialisten in Spanien Zuflucht. Das Franco-Regime, das selbst auf die Unterstützung des nationalsozialistischen Deutschlands zurückblicken konnte, bot vielen von ihnen einen Rückzugsort - fernab von einer Aufarbeitung ihrer Vergangenheit.

Einige dieser Emigranten nutzten die neuen Möglichkeiten, um sich wirtschaftlich und politisch neu zu positionieren. Sie investierten in Hotels, Ferienanlagen und Grundstücke, warben gezielt um deutsche Urlauber und trugen zum Aufbau jener Infrastruktur bei, die Spanien später zum Tourismusmagneten machen sollte. Der 45-Minuten-Beitrag rekonstruiert die Verbindungen ehemaliger NS-Funktionäre zu bekannten Ferienorten und zeigt, wie sie unter dem Schutz des Franco-Regimes ihre Kontakte pflegten und teilweise an alten ideologischen Vorstellungen festhielten - etwa mit bizarren Sommerfesten in SS-Uniformen.

ARD History: Sommer, Sonne, Hakenkreuz - Mo. 27.07. - ARD: 23.10 Uhr

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