Die Diva und die Panther

Bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises wird Christiane Hörbiger für ihr Lebenswerk geehrt – und der toten Monica Bleibtreu gedacht.
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Bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises wird Christiane Hörbiger für ihr Lebenswerk geehrt – und der toten Monica Bleibtreu gedacht.

Um20.27 Uhr ist es plötzlich still im Parkett. Vorne, auf der Bühne, flimmern Bilder über eine große Leinwand, eine Minute lang. Es sind Bilder, die die Schauspielerin Monica Bleibtreu zeigen, die in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 65 Jahren gestorben ist. Der Saal erhebt sich und gedenkt stumm, Iris Berben weint. Es ist ein stiller, ein trauriger Moment bei dieser 21. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Prinzregententheater.

Aufgeregte Stars

Knapp zwei Stunden vorher sah das noch anders aus. Kurz vor 18 Uhr ist die Straße vor dem Theater abgesperrt, ein Drängen und Schieben, Fotografen warten, Taxis rollen an, aus ihren Fonds steigen die Stars des Abends: Bjarne Mädel, als bester Schauspieler nominiert, sagt, so aufgeregt wie heute sei er lange nicht mehr gewesen; er wisse gar nicht, was er sagen werde, sollte er dort oben stehen.

Ähnlich geht es Ulrike Folkerts. Auch sie nominiert, auch sie in Panik. „Ich habe mir drei Sätze überlegt, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie noch weiß, sollte es so weit sein.“ So klingt das bei allen Nominierten, die man vorab fragt – nur nicht bei Jule Ronstedt. „Ich bin überrascht, dabei zu sein“, sagt die Schauspielerin, die für ihre Titelrolle in der BR-Serie „Franzi“ nominiert ist. „Wenn nötig, werde ich spontan reden, das ist eh das Netteste.“

Preisgekrönte Schauspielerinnen

Am Ende gewinnt nicht sie, sondern Diana Kraft, aber Recht hat die 38-Jährige trotzdem. Wie sehr, das kann man bei Anja Kling erleben. Die Schauspielerin wird für ihre „herausragende Leistung“ in dem Sat 1-Film „Wir sind das Volk“ mit dem Blauen Panther ausgezeichnet und bedankt sich in charmanten Worten beim Publikum.

Ebenso sympathisch wirkt Filmemacherin Julia von Heinz, die für „Standesgemäß“, ihre einfühlsame Doku über drei adelige Frauen, den 10 000-Euro-Nachwuchsförderpreis bekommt. Nachmittags hat sie zu Hause geübt, abends lobt sie ihren „wunderbaren Mann“ John Quester, den Produzenten der Doku, und geht zurück auf ihren Platz. Dort erlebt sie den Auftritt der Christiane Hörbiger.

Ehrenpreis für Christiane Hörbiger

Die Ausnahmeschauspielerin wird an diesem Abend für ihr Lebenswerk mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. „Es gibt ,die Garbo’, ,die Dietrich’ und eben ,die Hörbiger’“, so Horst Seehofer in seiner Laudatio. Hörbiger sei „die unbestrittene First Lady der Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum“, sagt der Ministerpräsident zu der taffen Frau, die mit damenhaftem Charme und Wiener Timbre ihren Weg geht – und bei den Trophäen, vom Bambi bis zur Romy, ständig abräumt.

„Ich bin schon so lange begleitet von Freundschaft und Herzenskraft“, sagt Christiane Hörbiger anschließend sichtlich gerührt, „dafür möchte ich danken.“ Da steht das Publikum im Prinzregententheater zum zweiten Mal auf. Diesmal applaudiert es laut.

Renate Schramm/ Jan Chaberny

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