Designer Steffen Schraut erinnert sich an Hochzeit in Schutzkleidung

Besonders modisch war die Hochzeit nicht, dafür voller Liebe. Der Modedesigner Steffen Schraut erinnert sich an seinen Hochzeitstag im Krankenhaus. 2025 hat er seinen Partner Thomas geheiratet.
von  (wue/spot)
Steffen Schraut ist seit mehr als drei Jahrzehnten mit seinem Partner Thomas zusammen.
Steffen Schraut ist seit mehr als drei Jahrzehnten mit seinem Partner Thomas zusammen. © imago images/Future Image/Rolf-Peter Stoffels

Der deutsche Designer Steffen Schraut (56) ist seit 34 Jahren mit seinem Partner Thomas zusammen. Seit rund einem Jahr sind sie verheiratet. Im Podcast "Mayway" von "Bild"-Unterhaltungschefin Tanja May spricht Schraut nun über die sehr ungewöhnliche Hochzeit. Der Designer trug dabei Schutzkleidung, die Kulisse war keine Traumlocation. Stattdessen heirateten die beiden in einem Krankenhaus.

Früher war Schraut auch mit Frauen zusammen, doch dann lernte er seinen Thomas kennen. Und wenn Thomas eine Frau gewesen wäre, wäre er wahrscheinlich auch bei den Frauen geblieben, erzählt der Designer. Sein späterer Partner habe ihn einfach als Mensch fasziniert.

Das spätere Paar lernte sich einst im Ratinger Hof in Düsseldorf kennen. Und über die Jahrzehnte sollte es auch in den schweren Zeiten zusammenbleiben. Rund zehn Jahre lang hatte Schrauts Partner mit Leukämie zu kämpfen, vor etwa anderthalb Jahren kam auch noch ein Schlaganfall dazu, als die beiden in Venedig waren. Gut sechs Wochen später folgte die nächste "Hiobsbotschaft". Bei einer Routineuntersuchung wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt.

Nach Chemotherapien sollte Thomas operiert werden. Neun Stunden musste der Designer warten, bis die OP überstanden war, das habe ihn "wahnsinnig gemacht", erzählt Schraut. Als endlich der Anruf kam, sei es sehr befreiend und wohl "der größte Glücksmoment" gewesen. Für die Beziehung eine "Bewährungsprobe", die die beiden aber überstanden haben.

"Notheirat" im Krankenhaus

Das Paar wollte schon vor Jahren heiraten, wegen der Corona-Pandemie kam es aber nicht dazu. Die Ringe lagen zu Hause. Nach der Diagnose an einem Freitagmorgen sagte sein Partner zu Schraut: "Weißt Du was? Wenn das alles vorbei ist, dann heiraten wir." Doch der Designer hatte eine Idee. Noch am selben Tag fuhr er zum Standesamt. Ein Standesbeamter ermöglichte den beiden daraufhin eine "Notheirat" am Samstag, niemand sonst war dabei.

Schraut wollte seinen Thomas überraschen. In Schutzanzügen betraten er und der Standesbeamte den Raum, da sich Thomas in der Klinik einen Virus eingefangen hatte. "Und dann habe ich gesagt: Jetzt ist der Zeitpunkt. Weil Du hast gestern gesagt, Du würdest mich eigentlich gerne heiraten, wenn das vorbei ist. Und für mich ist das eigentlich schon vorbei, weil wir das schaffen. Und wir heiraten jetzt, das ist der Standesbeamte", erinnert sich Schraut.

Der Moment sei "ergreifend" und "unfassbar schön" gewesen. Die Fotos knipste der Standesbeamte. Irgendwann steht aber noch eine große Feier an, "ganz groß" und "mit allem, was dazugehört".

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