Der nette Rentner vom Segel-Club: Als eine AZ-Redakteurin König Harald traf

Ohne jeden Standesdünkel und fast schon schüchtern: So trat König Harald auf, wenn er in etwas privateren Rahmen unterwegs war. Daran erinnert sich eine AZ-Redakteurin.
Martina Scheffler
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König Harald V. von Norwegen 2011 in Glücksburg im Yachthafen Quellental.
König Harald V. von Norwegen 2011 in Glücksburg im Yachthafen Quellental. © Markus Scholz/dpa

Es ist 15 Jahre her. König Harald von Norwegen kam nach Glücksburg! Große Aufregung in der hübschen Kleinstadt an der Flensburger Förde, kurz vor der Grenze zu Dänemark. Die Gegend ist ein beliebtes Segelrevier und der norwegische Regent als passionierter Segler bekannt.

Zur "Rolex Baltic Week" wurde er erwartet. Natürlich waren auch Journalisten im Anschluss geladen. Im Flensburger Segel-Club warteten wir auf ihn. Königlicher Besuch ist in dieser Region etwas häufiger zu erleben. Die dänischen Royals haben es nicht weit, und die Dänen wie die Norweger haben familiäre Verbindungen zu deutschen Adelshäusern, gehören dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an, das aus dem Adelsgeschlecht der Oldenburger hervorging.

König Harald V. von Norwegen (r.) 2011 auf der Flensburger Förde als Skipper am Ruder seines Bootes Sira. Mit der 73 Jahre alten Yacht aus Familienbesitz nahm der Monarch an der Segel-Regatta der "Rolex Baltic Week" und der  Weltmeisterschaft der Boote in der 8 mR Klasse teil.
König Harald V. von Norwegen (r.) 2011 auf der Flensburger Förde als Skipper am Ruder seines Bootes Sira. Mit der 73 Jahre alten Yacht aus Familienbesitz nahm der Monarch an der Segel-Regatta der "Rolex Baltic Week" und der Weltmeisterschaft der Boote in der 8 mR Klasse teil. © Markus Scholz/dpa

Dennoch: Für mich war Harald damals das erste gekrönte Haupt, das ich treffen sollte. Im Restaurant war viel los, denn auch die Segler wollten natürlich ihren prominenten Sportkollegen im privaten Rahmen treffen. So war der Raum voll mit Menschen, die lachten und laut redeten.

Der norwegische König in Rentner-Beige: AZ-Redakteurin erinnert sich

Irgendwann sah ich einen Mann, der größer war als die anderen. Aber nicht lauter. Er fiel durch nichts auf als durch seine Größe, trug Rentner-Beige und bildete nicht einmal einen Pulk von anderen Menschen um sich. Bis sie auf ihn aufmerksam wurden. Der König war da! Bescheiden, ruhig, fast schüchtern. Und freundlich.

Auch später noch kam er zum Segeln nach Deutschland: König Harald V. von Norwegen 2018 nach der offiziellen Eröffnung der Segel-Weltmeisterschaft in der Acht-Meter-Klasse in Langenargen am Bodensee.
Auch später noch kam er zum Segeln nach Deutschland: König Harald V. von Norwegen 2018 nach der offiziellen Eröffnung der Segel-Weltmeisterschaft in der Acht-Meter-Klasse in Langenargen am Bodensee. © Felix Kästle/dpa

Später, draußen in der Sonne, stellten wir Journalisten ihm unsere Fragen. Mein Eindruck: Er war zurückhaltender als wir. Wie es denn so sei, in Glücksburg? "Wie Nachhausekommen", sagte er. Auch er war sich der Wurzeln seiner Familie in Deutschland bewusst. Er lächelte, ganz leicht nur, sprach nicht laut, war freundlich.

Zufällig König: So zeigte sich Harald von Norwegen bei Events

Keine Überheblichkeit, kein Standesdünkel, den man bei Vertretern des niederen gewesenen Adels mitunter antrifft. Ein netter Rentner, der zufällig König ist und sich darauf überhaupt nichts einbildet. So werde ich ihn in Erinnerung behalten. Und heute noch mal das alte Käppi von der "Rolex Baltic Week" rausholen. Gute Reise, König Harald.

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