Der Fall Collien Fernandes: Ermittlungen wieder aufgenommen

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat das Verfahren im Fall Collien Fernandes neu aufgerollt. Die Wiederaufnahme der Ermittlungen folgt auf den viel diskutierten "Spiegel"-Bericht über Vorwürfe gegen Fernandes' Ex-Mann Christian Ulmen.
von  (jom/spot)
Collien Fernandes bei der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg.
Collien Fernandes bei der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg. © Imago images/Future Image / Christopher Tamcke

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat die Ermittlungen im Fall Collien Fernandes (44) wieder aufgenommen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow auf Anfrage von spot on news. Die Ermittlungen seien nach Prüfung der Medienveröffentlichungen wieder aufgenommen worden, erklärte er und kündigte an, dass sich weitere Prüfungen anschließen werden.

Seinen Ursprung hat der Fall im November 2024 mit einer Strafanzeige von Fernandes selbst. Die Moderatorin und Schauspielerin erstattete Anzeige gegen unbekannt - wegen des Verdachts, dass jemand ein gefälschtes Profil von ihr in sozialen Netzwerken angelegt hatte. Zunächst übernahm die Staatsanwaltschaft Berlin die Sache, gab das Verfahren dann aber nach Itzehoe ab. Der Grund dafür war offenbar, dass Fernandes einen Wohnsitz in Schleswig-Holstein hatte und dort auf den Tatvorwurf aufmerksam wurde. Im Juni 2025 stellte die Behörde das Verfahren zunächst ein.

Ein Bericht mit Folgen

Das änderte sich vergangene Woche. Der "Spiegel" rückte die Angelegenheit mit einem Bericht zurück ins öffentliche Bewusstsein. Fernandes berichtete darin, dass sie zunächst vermutet hatte, dass Trolle hinter den gefälschten Social-Media-Profilen steckten. Inzwischen glaubt sie, dass Ex-Mann Christian Ulmen (50) dafür verantwortlich sei, hieß es im "Spiegel" weiter.

Weiter wurde erklärt, dass Fernandes Ende vergangenen Jahres in Spanien Anzeige gegen Ulmen erstattet habe. Aus der eingereichten Anzeige gehe hervor, dass sie seit etwa zehn Jahren Opfer eines "Identitätsdiebstahls über soziale Netzwerke" sei.

Ulmens Anwalt teilte anschließend mit, dass in der Berichterstattung "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet" und rechtliche Schritte eingeleitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für Fernandes sowie andere Betroffene sexualisierter und digitaler Gewalt brach eine Welle der Solidarität los. In vielen Städten finden seitdem Demos statt.

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