Das wussten Sie noch nicht über "Hundeprofi" Martin Rütter

Ob Dackel, Bulldogge oder Golden Retriever: Wenn Martin Rütter das Wort ergreift, geht es meist um Leinenführigkeit, unerwünschtes Verhalten oder die ganz besonderen Eigenheiten unserer Vierbeiner. Seit 2008 ist der "Hundeprofi" bei VOX im Einsatz, derzeit laufen neue Folgen von "Der Hundeprofi - Rütters Team" (immer samstags, 19.10 Uhr bei VOX und auf Abruf bei RTL+). Doch der Weg zum Hundetrainer war keineswegs vorgezeichnet. Tatsächlich wollte Rütter ursprünglich einen ganz anderen Beruf ergreifen - und durfte als Kind nicht einmal selbst einen Hund haben.
Das lag vor allem an seinem Vater. Der hielt Tiere, die man nicht marinieren und grillen könne, für überflüssig, wie Rütter 2018 bei "Inas Nacht" verriet. Zum Glück gab es Tante Thea: Sie betrieb eine Pflegestelle und sorgte dafür, dass Rütter trotzdem früh mit Hunden und anderen Tieren in Berührung kam.
Im zweiten Anlauf zum Abitur
Wer heute den souveränen Hundeexperten vor der Kamera erlebt, dürfte kaum vermuten, dass seine Schulzeit alles andere als eine Erfolgsgeschichte war. Gleich zweimal blieb Rütter sitzen, mehrere Schulverweise kamen hinzu. Besonders deutlich fällt sein Zwischenzeugnis der achten Klasse aus: acht Fünfen und zwei Sechsen standen dort zu Buche. Trotzdem gab er nicht auf und schaffte schließlich im zweiten Anlauf das Abitur.
Danach schien sein beruflicher Weg zunächst klar: Rütter war begeisterter Fußballer und wollte Sportreporter werden. Deshalb studierte er Sportpublizistik an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Um sich das Studium zu finanzieren, führte er Hunde aus. Ausgerechnet dieser Nebenjob sollte sein Leben verändern.
Denn Rütter fand zunehmend Gefallen an der Arbeit mit den Tieren. Nach Praktika in Wolfsaufzuchtstationen und Dingo-Beobachtungen in Australien studierte er Tierpsychologie. 1995 gründete er seine erste Hundeschule und entwickelte eine eigene Philosophie für das Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Was als beruflicher Umweg begann, wurde zur Erfolgsgeschichte. In knapp 30 Jahren bildete Rütter fast 400 Menschen nach seiner DOGS-Philosophie aus. Sein Netzwerk umfasst heute mehr als 150 Hundeschulen - unter anderem in Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein, Südtirol und auf Mallorca.
Persönliche Schicksalsschläge
Doch hinter dem TV-Profi steckt auch eine persönliche Geschichte, über die Rütter nur selten spricht. 2019 erlitt er das sogenannte Broken-Heart-Syndrom, eine lebensbedrohliche Herzerkrankung. In der SAT.1-Talkshow "Dinner Party" berichtete er später: "Die Ärzte sagten: 'Wir hatten nur noch drei Minuten'." Rütter schwebte damit offenbar in akuter Lebensgefahr. Heute ist er wieder vollständig genesen.
2022 tauschte Rütter dann vorübergehend Hunde gegen Löwen und war bei "Die Höhle der Löwen" zu sehen. Dort unterstützte er die Gründer von "ichó", einem Unternehmen, das Demenzkranken mit einem speziellen Therapieball helfen möchte. Der Auftritt hatte für Rütter einen persönlichen Hintergrund: Seine Mutter litt an Demenz. "Diese Krankheit macht nicht nur mit dem Patienten etwas, der sich schubweise verändert, sondern vor allem auch etwas mit den Angehörigen", schilderte er. Einen Deal für "ichó" gab es am Ende trotzdem nicht.
Bei VOX ist er kaum wegzudenken
Nicht Steffen Henssler, nicht Detlef Steves oder Guido Maria Kretschmer - Rütter ist das VOX-Gesicht, das dem Sender mit am längsten verbunden ist. Seit dem Start von "Der Hundeprofi" 2008 ist er nahezu ununterbrochen mit unterschiedlichen Sendungen zu sehen. Nur Tim Mälzer ("Schmeckt nicht, gibt's nicht" war 2003 die erste VOX-Sendung des TV-Kochs) ist noch länger dabei.
Rütter ist als TV-Figur so bekannt, dass sich sogar eine Punk-Band sich von ihm inspirieren ließ. Die verwesenden Altlasten widmeten dem Hundetrainer den Song "Hilfe, Martin Rütter! Mein Hund beißt keine Nazis". Wie Rütter bei "Inas Nacht" erzählte, gehören die Musiker sogar zu den regelmäßigen Besuchern seiner Live-Shows. Denn Rütter ist längst auch Bühnenprofi. Seit 2010 tourt er mit seinen Programmen durch den deutschsprachigen Raum. Laut seiner Homepage haben mehr als 2,5 Millionen Zuschauer seine Shows besucht. Ab Oktober 2026 geht Martin Rütter mit seinem neuen Live-Programm "SCHLUSS! AUS!" auf große Abschiedstournee.
Während er über vieles offen spricht, verrät Rütter über sein Privatleben nur wenig. Bekannt ist, dass er Vater von fünf Kindern ist. Vier stammen aus seiner geschiedenen Ehe mit Bianca Rütter, ein weiteres bekam er mit seiner Lebensgefährtin. Gemeinsam lebt das Paar auf einem Pferdehof.