Das TV-Duell wird zum Twitter-Highlight

Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück fand am Sonntagabend nicht nur im Fernsehen statt, sondern auch auf Twitter.
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Angela Merkel und Peer Steinbrück beim TV-Duell. Von einem Schüler fühlte sich der Kanzlerkandidat jetzt aber besser interviewt.
ARD/Max Kohr Angela Merkel und Peer Steinbrück beim TV-Duell. Von einem Schüler fühlte sich der Kanzlerkandidat jetzt aber besser interviewt.

Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück fand am Sonntagabend nicht nur im Fernsehen statt, sondern auch auf Twitter. In den 90 Minuten Sendezeit wurden 173.000 Tweets zum TV-Duell abgesetzt. Kurzzeitig war #TVDuell gar der am häufigsten genutzte Hashtag auf Twitter.

Es war das Fernsehereignis am vergangenen Sonntagabend: Das TV-Duell zwischen Herausforderer Peer Steinbrück und Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch im Kurznachrichtendienst Twitter war die Sendung das Highlight des Tages. 173.000 Tweets, das entspricht 32 Kurznachrichten in der Sekunde, wurden während der 90-minütigen-Sendung verfasst. Zeitweise war #TVDuell sogar das meistgenutzte Hashtag im sozialen Netzwerk.

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Mit 2.622 Tweets pro Minute erreichte das TV-Duell während Merkels Abschluss-Statement um kurz nach 22 Uhr den absoluten Höhepunkt auf dem Kurznachrichtendienst, wie Twitter in seinem Blog verrät. Merkels Motivation zur Wiederwahl sowie ihre Stellungnahme zum Griechenland-Rettungspaket bescherten Twitter mit je über 2.300 Tweets die weiteren Spitzen im Verlauf der Sendung.

Im Ranking der Themen, die während des Duells am meisten online diskutiert wurden, konnte sich die Netzpolitik mit 31 Prozent klar durchsetzen. Auf den Plätzen landeten Arbeit und Soziales sowie Außenpolitik mit je 18 Prozent. Der Name der Kanzlerin wurde bei den abgesetzten Tweets mit 57 Prozent ein bisschen häufiger genannt als der des Herausforderers. Allerdings ist daraus nicht abzulesen, über wen positiver geschrieben wurde.

Negativ fiel einem großen Teil der Netzwerk-Gemeinde jedoch Steinbrücks scheinbare Multitasking-Fähigkeit auf. Dieser verschickte nämlich über seinen Twitter-Account Tweets zum TV-Duell, während er vor den Kameras live mit der Kanzlerin diskutierte. Einige User konnten ihre Häme dazu nicht verbergen: "Nicht twittern da! Reden!" oder "#tvduell Männer können doch multitasking: er twittert während er redet", zwitscherten zwei User. Einer zeigte sich sogar ironisch begeistert von solch einer Fähigkeit des Herausforderers: "@peersteinbrueck vor 57 sek. getwittert...respekt! hast du aber gut unterm rednerpult versteckt!"

Auch viele Prominente meldeten sich über den Kurznachrichtendienst zu Wort. Dabei stand nicht unbedingt die Politik immer im Vordergrund. So teilte Showmaster-Legende Frank Elstner mit: "Ich halte #StefanRaab für den kreativsten deutschen TV Macher! Ich will #Merkel und #Steinbrück im Wok sehen. Nicht im TV Duell ;-)". Die Schauspielerin Sophia Thomalla zeigt sich im Nachrichtendienst unzufrieden mit dem Auftritt des SPD-Kanzlerkandidaten: "Hr. St. erinnert mich an einen Türsteher vor einer halbklassigen Disco. Kommst nicht rein, nicht ran und kriegst nicht konkret beantwortet warum".

Aber es wurde nicht nur über die Protagonisten des TV-Duells getwittert. Ein Findiger User richtete für Merkels schwarz-rot-goldene Halskette eigens den Twitter-Account @schlandkette ein und berichtete fortan humorvoll aus deren Perspektive. So bemängelte die Kette gleich zu Beginn: "Sie trägt mich falsch! Ich bin doch nicht Belgien!" Zum Thema Netzpolitik äußerte sie: "Überwachung? Ach... so eine schöne Kette wie mich verbirgt man ja auch nicht." Zum Schluss wendete sich Merkels Kette noch an die Wähler: "Wollt ihr sie noch vier Jahre am Hals haben? Glaubt mir, ich als Kette weiß wovon ich spreche."

Dazu, dass @schlandkette innerhalb kürzester Zeit über 6.000 Follower für sich begeistern konnte - und somit ein Gewinner des TV-Duells ist - meinte die Kette lapidar: "Mein durchschlagender Erfolg ist eigentlich nur eine Verkettung unglücklicher Umstände. #tvduell".

Es ging also durchaus humorvoll zu auf der Kurznachrichten-Plattform. Aber eben auch ernsthafte Erkenntnisse konnten via Twitter gewonnen werden. Vor allem die hohe interaktive Teilnahme der User mit in der Spitze 32 Tweets pro Sekunde zeigt eindrucksvoll: Die Macht der sozialen Netzwerke sollte von keinem Politiker unterschätzt werden.

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