"Das ist Zeitgeschichte": Kurioses Objekt gibt bei "Bares für Rares" Rätsel auf

"Was haben wir denn jetzt?", fragte sich Horst Lichter in der neusten Folge von "Bares für Rares". "Vom Harry Potter das Hütchen?" Mit dieser Vermutung lag der Gastgeber allerdings ziemlich weit daneben. "Sowas in der Art", lachte Detlev Kümmel. "Eine Vase ist es schon mal nicht."
"Haben Sie die Würfel mitgebracht?", fragte Kümmel scherzend die beiden Verkäuferinnen. Doch auch zum Knobeln taugte der ungewöhnliche Gegenstand nicht.
Weder Zauberutensil noch Spielgerät: Bei dem Lederobjekt aus einer Haushaltsauflösung handelte es sich einst um einen echten Lebensretter. Die Freundinnen Beate und Elke hatten einen uralten Feuerlöscheimer mitgebracht.
Schätzung noch übertroffen
Gerade in alten Städten, in denen Häuser häufig aus Holz, Lehm und Stroh bestanden und eng aneinandergebaut waren, sei ein solcher Löscheimer ab dem 18. Jahrhundert in jedem Haushalt Pflicht gewesen, erklärte Kümmel. Nach dem Motto "Viele Hände, schnelles Ende" packten im Brandfall alle mit an. Ertönte die Sirene, eilten die Menschen mit ihren Eimern herbei, bildeten eine Kette und reichten das geschöpfte Wasser bis zur Feuerstelle weiter.
Damit nach dem Einsatz nicht auch noch das große Eimerrätsel begann, waren die Behälter meist mit Namen und Hausnummer ihrer Besitzer versehen. Kümmel datierte das Gefäß, das vermutlich von einem Schuster angefertigt worden war, auf Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. "Das ist Zeitgeschichte, was wir hier haben", fasste der Fachmann zusammen.
Weil Feuerwehrutensilien bei Sammlern durchaus gefragt seien, sah er gute Verkaufschancen und taxierte den Wert auf 100 bis 120 Euro. Beate und Elke hatten im Händlerraum nicht mit einem Bieteransturm gerechnet. Doch der lederne Zeitzeuge entfachte durchaus Interesse: Jan Čížek konnte ihn sich etwa bestens als Behälter für Schuhputzzeug vorstellen.
Den "Pokal" holte sich am Ende jedoch Benjamin Leo Leo. Mit 180 Euro zog er an der Konkurrenz vorbei und nahm den antiken Feuerlöscher mit.
"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung
Auch beim nächsten Objekt war Rätselraten angesagt: "Eine Computerplatine", mutmaßte Horst Lichter. "Spitze - genau das hab ich auch gedacht!", stimmte ihm Heide Rezepa-Zabel zu.
Beide lagen falsch. Angeboten wurde eine mit Smaragden besetzte Gold-Brosche, deren Design tatsächlich an eine Platine erinnerte. Blieb die Frage, ob jemand für das außergewöhnliche Schmuckstück die geschätzten 1.400 bis 1.500 Euro auf den Tisch legen würde. Vor allem Daniel Meyer fand Gefallen an dem Geschmeide aus den 1970er-Jahren. Er ließ sich die ungewöhnliche Brosche 1.600 Euro kosten.
Ein florales Schmuckset im historischen Etui machte nicht nur bei der Expertin Eindruck. Goldkette und Ohrhänger mit Emaille stammten aus der Zeit zwischen 1845 und 1860. Die Expertise lag bei 2.800 bis 3.000 Euro - schon allein der Goldwert wurde auf 2.400 Euro beziffert.
Das vermutlich in Frankreich unter indischen Einflüssen entstandene Familienerbstück fand schließlich bei Daniel Meyer einen neuen Besitzer. Er zahlte 2.800 Euro und traf damit die Expertise punktgenau.
"Alles hat seine Zeit", fand Pia: Das Geschenk ihrer ehemaligen Chefin passte farblich nicht mehr in ihre neue Wohnung und sollte deshalb weiterziehen. Otto Pienes schlicht gerahmter "Blauer Planet" von 2003 war bestens erhalten und wurde auf 400 bis 600 Euro geschätzt. Auch bei den Händlern kam die limitierte Farblithografie gut an. "Sieht aus wie ein dicker Farbklecks und ist offen für Interpretation", befand Daniel Meyer.
Meyer lieferte sich mit Leo Leo und Čížek ein munteres Bietergefecht - und hatte am Ende die Nase vorn. Für 560 Euro gehörte ihm die Welt und damit bereits das dritte Objekt des Tages. "Ich bewundere Menschen, die mit einem Farbklecks 560 Euro verdienen können", zeigte er sich dem Künstler gegenüber angetan.
Zum Abschluss machte Friederike Werner Bekanntschaft mit einem jungen Herrn aus Bronze. Die Figur war vom französischen Bildhauer Picault in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entworfen worden und brachte es laut Expertise auf einen heutigen Wert von 600 bis 700 Euro.
Im Händlerraum kletterten die Gebote für die Statuette noch ein gutes Stück höher. Für stattliche 900 Euro wanderte der bronzene Herr zu Benjamin Leo Leo.